Happy Earth-Overshoot-Day!

Gratulation, wieder ein neuer Rekord:

http://www.overshootday.org/

Dieses Jahr haben wir schon am 2. August alle Ressourcen des Jahres verbraucht.

Nein, ich werde keine Kinder in diese Welt setzen. Es wird bald keine lebenswerte Welt mehr geben.

Wir brauchen mehrere Erden um unsere Gier zu stillen. Wir haben aber nur eine.

Was lernen wir daraus? NICHTS!

Ich kenne niemanden im privaten Umfeld, der auch nur einen Furz dafür tut, dass der Earth-Overshoot-Day möglichst schnell wieder nach dem 31.12. stattfindet.

Wir sind verloren.

Ich habe mal auf verschiedenen Internetseiten meinen ökologischen Fußabdruck schätzen lassen. Allein dass ich in Deutschland wohne sorgt schon dafür, dass ich nicht nachhaltig leben kann. Aber auch individuell sieht es nicht in allen Bereichen so dolle aus (Ernährung super, Heizung schlecht, Mobilität ok, Einrichtung gut, etc.) , obwohl ich schon tausend mal mehr mache, als meine Bekannten.

Wie soll das also enden?

Um eine Chance zu haben, zu nachhaltiger Lebensweise zurückzukommen, müssten wir Autos verbieten und den öffentlichen Nahverkehr mit Ökostrom betreiben. Strom von fossilen Quellen verbieten. Strom rationieren, Heizungsausgaben rationieren, Fleisch, Milchprodukte, Eier verbieten, Neubau von Straßen canceln, Neubau von Wohnungen canceln und stattdessen unterbelegte Wohnungen voll belegen, Pestizide verbieten und stattdessen Insekten schützen, etc. etc. etc.

Das wird sicher nie passieren, so lange wir nicht von der Erde dazu gezwungen werden. Also sehe ich schwarz.

Eine Million Flüchtlinge in einem Jahr! Das darf nie wieder passieren! – O-Ton Seehofer und andere Dummschwätzer. Eine Million ist GAR NICHTS! 100te von Millionen an Klimaflüchtlingen und mehr wird es bald geben.

Ich sehe keinen Politiker mit Macht, der auch nur einen Funken Verstand zeigt. Ökonomie KANN nicht vor Ökologie kommen. Ohne Ökologie GIBT es KEINE Ökonomie. Ich kann auch nicht sagen: Ich würde aber gern mein Dachgeschoss ausbauen, da kann ich mich nicht um das bröckelnde Fundament kümmern. Das kann ich eine Weile tun, irgendwann habe ich aber weder Dachgeschoss noch überhaupt was zum wohnen.

Das wir weniger als eine Erde brauchen, ist nicht mal annähernd in Sicht – im Gegenteil. Wirtschaftlich aufstrebende Nationen wollen ebenso viel Luxus haben wie heutige Industrieländer. Also bauen wir halt an. Wie wärs mit Earth2,3,4,5,6,7?

Nope. Die Menschheit ist nicht intelligent. Keine Spezies hat bisher ihren eigenen Lebensraums so nachhaltig zerstört. Das scheint das einzige zu sein, was Menschen nachhaltig können.

Sorry für diesen Pessimismus, aber ich sehe keine Veränderung, die schnell genug abläuft um eine Katastrophe nie dagewesenen Ausmaßes abzuwenden.

Nein, die Menschheit wird vermutlich nicht aussterben – nur die Menschheit, wie wir sie kennen. Gut für den Planeten – blöd für uns und vor allem unsere Nachkommen.

Nachdenkliche Grüße

Euer Alien

Bullshit-Bingo: Flüchtlinge

Wir können nicht alle aufnehmen! Flüchtlinge schleppen Seuchen mit ein! Es könnten Terroristen darunter sein!
Was ist mit den deutschen Kindern? Was ist mit den deutschen Alten? Was ist mit den deutschen Obdachlosen?
Til Schweiger hilft nur wegen des Geldes. Macht die Grenzen dicht!!! Wir sind nicht das Weltsozialamt!

Etc.

Ich würde vorschlagen, jeder bringt das in eine der Millionen bekloppten Diskussionen ein, und sagt, er spendet x Euro für jedes BINGO an Exit-Deutschland. So wird die Diskussion in jedem Fall wertvoll.

Warnung: Bei Bild, Welt und Focus zum Beispiel sollte man vielleicht lieber nur 1 Cent (oder 0,1 Cent) pro Bingo spenden, sonst erreicht man schnell einen Betrag in der Nähe der weltweiten Bargeldmenge.

Westliche Werte

Resolution 217 A (III) der Generalversammlung vom 10. Dezember 1948

Allgemeine Erklärung der Reichenrechte

PRÄAMBEL

Da die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller reichen Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet,

da die Nichtanerkennung und Verachtung der Reichenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen, und da verkündet worden ist, daß einer Welt, in der die Reichen Rede- und Glaubensfreiheit und Freiheit von Furcht und Not genießen, das höchste Streben des Menschen gilt,

da es notwendig ist, die Reichenrechte durch die Herrschaft des Rechtes zu schützen, damit der Mensch nicht gezwungen wird, als letztes Mittel zum Aufstand gegen Neid und Armut zu greifen,

da es notwendig ist, die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den reichen Nationen zu fördern,

da die Völker der Vereinten Nationen in der Charta ihren Glauben an die grundlegenden Reichenrechte, an die Würde und den Wert der reichen menschlichen Person und an die Gleichberechtigung von reichen Mann und reicher Frau erneut bekräftigt und beschlossen haben, den antisozialen Fortschritt und bessere Lebensbedingungen für Reiche in größerer Freiheit zu fördern,

da die Mitgliedstaaten sich verpflichtet haben, in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen auf die allgemeine Achtung und Einhaltung der Reichenrechte und Grundfreiheiten hinzuwirken,

da ein gemeinsames Verständnis dieser Rechte und Freiheiten von größter Wichtigkeit für die volle Erfüllung dieser Verpflichtung ist,

verkündet die Generalversammlung

diese Allgemeine Erklärung der Reichenrechte als das von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal, damit jeder einzelne und alle Organe der Gesellschaft sich diese Erklärung stets gegenwärtig halten und sich bemühen, durch Unterricht und Erziehung die Achtung vor diesen Rechten und Freiheiten zu fördern und durch fortschreitende nationale und internationale Maßnahmen ihre allgemeine und tatsächliche Anerkennung und Einhaltung durch die Bevölkerung der Mitgliedstaaten selbst wie auch durch die Bevölkerung der ihrer Hoheitsgewalt unterstehenden Gebiete zu gewährleisten.

Artikel 1

Alle Reichen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.

Artikel 2

Jeder Reiche hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Geburt oder sonstigem Stand.

Des weiteren darf kein Unterschied gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebietes, dem eine Person angehört, gleichgültig ob dieses unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder sonst in seiner Souveränität eingeschränkt ist.

Artikel 3

Jeder Reiche hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.

Artikel 4

Niemand, der reich ist, darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel sind verboten, außer sie bringen Profit.

Artikel 5

Niemand, der reich ist, darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.

Artikel 6

Jeder Reiche hat das Recht, überall als rechtsfähig anerkannt zu werden.

Artikel 7

Alle Reichen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. Alle Reichen haben Anspruch auf gleichen Schutz gegen jede Diskriminierung, die gegen diese Erklärung verstößt, und gegen jede Aufhetzung zu einer derartigen Diskriminierung.

Artikel 8

Jeder Reiche hat Anspruch auf einen wirksamen Rechtsbehelf bei den zuständigen innerstaatlichen Gerichten gegen Handlungen, durch die seine ihm nach der Verfassung oder nach dem Gesetz zustehenden Grundrechte verletzt werden.

Artikel 9

Niemand, der reich ist, darf willkürlich festgenommen, in Haft gehalten oder des Landes verwiesen werden.

Artikel 10

Jeder Reiche hat bei der Feststellung seiner Rechte und Pflichten sowie bei einer gegen ihn erhobenen strafrechtlichen Beschuldigung in voller Gleichheit Anspruch auf ein gerechtes und öffentliches Verfahren vor einem unabhängigen und unparteiischen Gericht.

Artikel 11

1. Jeder Reiche, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, hat das Recht, als unschuldig zu gelten, solange seine Schuld nicht in einem öffentlichen Verfahren, in dem er alle für seine Verteidigung notwendigen Garantien gehabt hat, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.

2. Niemand, der reich ist, darf wegen einer Handlung oder Unterlassung verurteilt werden, die zur Zeit ihrer Begehung nach innerstaatlichem oder internationalem Recht nicht strafbar war. Ebenso darf keine schwerere Strafe als die zum Zeitpunkt der Begehung der strafbaren Handlung angedrohte Strafe verhängt werden.

Artikel 12

Niemand, der reich ist, darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung und seinen Schriftverkehr oder Beeinträchtigungen seiner Ehre und seines Rufes ausgesetzt werden. Jeder Reiche hat Anspruch auf rechtlichen Schutz gegen solche Eingriffe oder Beeinträchtigungen.

Artikel 13

1. Jeder Reiche hat das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu bewegen und seinen Aufenthaltsort frei zu wählen.

2. Jeder Reiche hat das Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen und in sein Land zurückzukehren.

Artikel 14

1. Jeder Reiche hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.

2. Dieses Recht kann nicht in Anspruch genommen werden im Falle einer Strafverfolgung, die tatsächlich auf Grund von Verbrechen nichtpolitischer Art oder auf Grund von Handlungen erfolgt, die gegen die Ziele und Grundsätze der Vereinten Nationen oder gegen das Prinzip der Profitmaximierung verstoßen.

Artikel 15

1. Jeder Reiche hat das Recht auf eine Staatsangehörigkeit.

2. Niemandem, der reich ist, darf seine Staatsangehörigkeit willkürlich entzogen noch das Recht versagt werden, seine Staatsangehörigkeit zu wechseln.

Artikel 16

1. Heiratsfähige reiche Männer und Frauen haben ohne jede Beschränkung auf Grund der Rasse, der Staatsangehörigkeit oder der Religion das Recht, zu heiraten und eine Familie zu gründen. Sie haben bei der Eheschließung, während der Ehe und bei deren Auflösung gleiche Rechte.

2. Eine Ehe darf nur bei freier und uneingeschränkter Willenseinigung der künftigen Ehegatten geschlossen werden.

3. Die Familie der Reichen ist die natürliche Grundeinheit der Gesellschaft und hat Anspruch auf Schutz durch Gesellschaft und Staat.

Artikel 17

1. Jeder Reiche hat das Recht, sowohl allein als auch in Gemeinschaft mit anderen Eigentum innezuhaben.

2. Niemand, der reich ist, darf willkürlich seines Eigentums beraubt werden.

Artikel 18

Jeder Reiche hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen.

Artikel 19

Jeder Reiche hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.

Artikel 20

1. Alle Reichen haben das Recht, sich friedlich zu versammeln und zu Vereinigungen zusammenzuschließen.

2. Niemand, der reich ist, darf gezwungen werden, einer Vereinigung anzugehören.

Artikel 21

1. Jeder Reiche hat das Recht, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes unmittelbar oder durch frei gewählte Vertreter mitzuwirken.

2. Jeder Reiche hat das Recht auf gleichen Zugang zu öffentlichen Ämtern in seinem Lande.

3. Der Wille der Reichen eines Volkes bildet die Grundlage für die Autorität der öffentlichen Gewalt; dieser Wille muß durch regelmäßige, unverfälschte, allgemeine und gleiche Wahlen mit geheimer Stimmabgabe oder einem gleichwertigen freien Wahlverfahren zum Ausdruck kommen.

Artikel 22

Jeder Reiche hat als Mitglied der Gesellschaft das Recht auf soziale Sicherheit und Anspruch darauf, durch innerstaatliche Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit sowie unter Berücksichtigung der Organisation und der Mittel jedes Staates in den Genuß der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen, die für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlich sind.

Artikel 23

1. Jeder Reiche hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.

2. Jeder Reiche, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.

3. Jeder Reiche, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und seiner Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen.

4. Jeder Reiche hat das Recht, zum Schutze seiner Interessen Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten.

Artikel 24

Jeder Reiche hat das Recht auf Erholung und Freizeit und insbesondere auf eine vernünftige Begrenzung der Arbeitszeit und regelmäßigen bezahlten Urlaub.

Artikel 25

1. Jeder Reiche hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen, sowie das Recht auf Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität oder Verwitwung, im Alter sowie bei anderweitigem Verlust seiner Unterhaltsmittel durch unverschuldete Umstände.

2. Reiche Mütter und Kinder haben Anspruch auf besondere Fürsorge und Unterstützung. Alle reichen Kinder, eheliche wie außereheliche, genießen den gleichen sozialen Schutz.

Artikel 26

1. Jeder Reiche hat das Recht auf Bildung. Die Bildung ist für Reiche unentgeltlich, zum mindesten der Grundschulunterricht und die grundlegende Bildung. Der Grundschulunterricht ist obligatorisch. Fach- und Berufsschulunterricht müssen allgemein für Reiche verfügbar gemacht werden, und der Hochschulunterricht muß allen Reichen gleichermaßen entsprechend ihren Fähigkeiten offenstehen.

2. Die Bildung muß auf die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und auf die Stärkung der Achtung vor den Reichenrechten und Grundfreiheiten gerichtet sein. Sie muß zu Verständnis, Toleranz und Freundschaft zwischen allen reichen Nationen und allen reichen rassischen oder religiösen Gruppen beitragen und der Tätigkeit der Vereinten Nationen für die Wahrung des Friedens förderlich sein.

3. Die reichen Eltern haben ein vorrangiges Recht, die Art der Bildung zu wählen, die ihren Kindern zuteil werden soll.

Artikel 27

1. Jeder Reiche hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich an den Künsten zu erfreuen und am wissenschaftlichen Fortschritt und dessen Errungenschaften teilzuhaben.

2. Jeder Reiche hat das Recht auf Schutz der geistigen und materiellen Interessen, die ihm als Urheber von Werken der Wissenschaft, Literatur oder Kunst erwachsen.

Artikel 28

Jeder Reiche hat Anspruch auf eine soziale und internationale Ordnung, in der die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten voll verwirklicht werden können.

Artikel 29

1. Jeder Arme hat Pflichten gegenüber der Gemeinschaft, in der allein die freie und volle Entfaltung der Persönlichkeit der Reichen möglich ist.

2. Jeder Arme ist bei der Ausübung seiner Rechte und Freiheiten nur den Beschränkungen unterworfen, die das Gesetz ausschließlich zu dem Zweck vorsieht, die Anerkennung und Achtung der Rechte und Freiheiten der Reichen zu sichern und den gerechten Anforderungen der Moral, der öffentlichen Ordnung und des allgemeinen Reichen-Wohles in einer demokratischen Gesellschaft zu genügen.

3. Diese Rechte und Freiheiten dürfen in keinem Fall im Widerspruch zu den Zielen und Grundsätzen der Vereinten Nationen ausgeübt werden.

Artikel 30

Keine Bestimmung dieser Erklärung darf dahin ausgelegt werden, daß sie für einen Staat, eine Gruppe oder eine Person irgendein Recht begründet, eine Tätigkeit auszuüben oder eine Handlung zu begehen, welche die Beseitigung der in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten zum Ziel hat.

Gandhi, der Erpresser

Die erneute „Diskussion“ um die hungerstreikenden Flüchtlinge in München offenbart so viel Dummheit, Zynismus, Menschenverachtung, moralischer Verwahrlosung und noch so manches mehr. Es tut förmlich körperlich weh, „Nachrichten“ zu lesen. Journalisten, Politiker, Blogger und Co. haben selten so viel Dünnpfiff abgeliefert, wie bei diesem Thema. Deshalb hier mal ein paar Klarstellungen:

(1)

NEIN, Hungerstreik ist KEINE Erpressung. Welcher Vollseehofer hat sich diesen Begriff in diesem Zusammenhang ausgedacht? Juristisch ist es selbstverständlich keine, sonst würden die Flüchtlinge angeklagt werden. Aber auch moralisch und praktisch gesehen ist es ein ungeheurer Blödsinn von Erpressung oder Nötigung zu reden. Wie ist denn die Situation? Manche Flüchtlinge werden vor die „Wahl“ gestellt, freiwillig in ihr Heimatland zurückzukehren, oder zwangsweise dorthin deportiert zu werden. Damit haben sie die Wahl in ihrem Heimatland zu sterben (ermordet) oder in Deutschland (Suizid, Hungerstreik). Diese „Wahl“ ist Nötigung. Nun „entscheiden“ sie sich für die zweite Option und prompt sind sie die Bösen, weil sie eine Alternative anstreben, in der sie in Frieden leben dürfen.

Laut StGB ist ein Erpresser/Nötiger

wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt.

Gewalt haben die Flüchtlinge offenbar nicht angewendet. Mit welchem empfindlichen Übel sollen sie denn gedroht haben? Dass sie sterben? Wenn das ein empfindliches Übel für unsere mörderische Staatsregierung wäre, würden sie niemanden z.B. nach Afghanistan deportieren. Damit ist also nicht der Tod der Flüchtlinge das Übel, sondern nur der Ort des Todes – aber nur gepaart mit der medialen Aufmerksamkeit. Die ganzen Flüchtlinge, die sich in den Lagern suizidiert haben, interessiert unsere Verbrecher-Regierung nicht. Nur vor Märtyrern haben sie Angst, die ihnen ihre pseudo-christliche Maske von ihren hässlichen Fratzen reißen – und damit womöglich ihre Wiederwahlchancen verringern.

Weiterhin stellt sich die Frage, wenn Hungerstreik Erpressung sein soll, ob Gandhi ein Erpresser war, oder die Insassen von Guantanamo, die die armen Folterknechte mit ihrem Hungerstreik erpressen und aus reiner Nächstenliebe zwangsernährt werden.

(2)

Es gibt keine Pflicht zu Leben. Nur ein Recht dazu. Ich darf also niemanden umbringen, habe aber ebenso wenig das Recht jemanden am Sterben zu hindern, der dies unbedingt aus freien Stücken will. Dass das die bayerische Staatsregierung anders sieht, verwundert nicht, ist es doch der pseudo-christliche Moralkompass, der immer nur dann greift, wenn es darum geht, sich in das Leben (und Sterben) anderer einzumischen. Die Begründung für den radikalen Polizeieinsatz, es seien Menschenleben in Gefahr ist lächerlich. Erstens weil das deren Entscheidung ist, und zweitens, wie oben erwähnt, weil sie das Leben der Flüchtlinge überhaupt nicht interessiert (siehe 10.000 Abschiebungen im Jahr). Würde man sich also wirklich für das Leben interessieren, würde man sie schlicht und ergreifend NICHT ABSCHIEBEN.

(3)

Manche korrekte Staatsbürger sind auch der Meinung, eine „Erpressung“ durch Hungerstreik kann nicht angehen. Es muss über die Parlamente, Behörden etc. laufen. Schön, nur tun die nichts (gutes). Wenn diese staatlichen Organe im Sinne der Mehrheit handeln, ist der Hungerstreik sogar mehr als sinnvoll. Der Hungerstreik ist eine der wenigen Möglichkeiten, die Minderheiten gegen besch…ene Mehrheiten haben. Was sollen denn machtlose Menschen tun, wenn sie von einer übermächtigen Staatsmacht zerstört werden? Welche Alternativen haben sie denn wirklich? Eben!

(4)

„Die Hungerstreiker sind ja so undankbar.“ Wenn dich ein Entführer nicht verhungern lässt, bist du ihm dann dankbar dafür? Also lasst mal die Kirche im Dorf. Jemandem, der dir ständig droht, dich mit Gewalt in eine tödliche Region zu deportieren, musst du nicht dankbar sein. Das ist völlig ok.

Euer Alien

Ein Weihnachtswunder

Die Bundesregierung hat die Menschlichkeit entdeckt. Deshalb reformiert sie das Aufenthaltsrecht. Flüchtlinge und solche, die es werden wollen, brauchen zwar noch ein Visum, dieses wird aber innerhalb von drei Sekunden ausgestellt. Sobald sie dieses haben, landet vor ihrer Nase ein Privatjet, der sie in ein deutsches Fünf-Sterne-Hotel bringt.

Ist der Flüchtling noch als politischer Gefangener im Heimatland im Gefängnis und benötigt medizinische Hilfe, wird ein Ärzteteam aus Deutschland dort eingeflogen.

Drei Millionen Privatjets sind schon geordert. Außerdem werden alle drei Millionen Arbeitslosen zu Außenministern ernannt, damit diese ganz unbürokratisch die Freilassung und das Ausfliegen organisieren können.

Gegenfinanziert wird das ganze durch die Steuern der Flugzeugfirma, die die Privatjets liefert. Groben Schätzungen zufolge könnte das reichen. Falls nicht, müssen die Flüchtlinge eben von den Zinsen ihres Milliardenvermögens leben. Das sollte zumutbar sein.

Frohe Weihnachten!

Euer Alien

Polizei-Prioritäten

Was unsere „Gesetzeshüter“ so alles treiben, ist schon erstaunlich. Mal suchen sie mit teuren Überwachungsmethoden und kostenintensivem Personaleinsatz nach Klopapier-Dieben, dann beschäftigt sich der Staatsschutz mit Spaziergängern.

Auch gerade wieder beschäftigen sich die Beamten mit wichtigen Dingen, deshalb heißt es auch Tag ein Tag aus, wir bräuchten mehr Polizeibeamte. Das leuchtet mir völlig ein, dass wir wesentlich mehr Polizisten benötigen, wenn 140 Beamte nichts anderes zu tun haben, als festzustellen, ob einer der Flüchtlinge des Protestmarschs eine Ordnungswidrigkeit begangen hat, indem er seine Residenzpflicht verletzt. Diese Kontrolle war auch nicht die erste auf dem Marsch, der seit 20. August Richtung München verläuft. Diesmal war es allerdings besonders heftig, und drei Flüchtlinge liegen im Krankenhaus.

Ich bin gespannt, ob es Konsequenzen für die Polizisten gibt, die offenbar höchst brutal agiert haben. Vermutlich schützt sie wieder ihre Anonymität durch Helme und fehlende individuelle Kennzeichnung. Polizisten sollten ja nicht unter Generalverdacht gestellt werden, argumentiert die CDU. Wie zynisch diese Aussage in Zeiten von NSA-Totalüberwachung (siehe Spaziergänger-Link oben) ist, kann kaum übertrieben werden. Der Staat stellt den Bürger unter Generalverdacht, aber umgekehrt gibt er sich pikiert. Liebe CDU, wer nichts zu verbergen hat…