Hm, lecker!

Zwei Links:

Stefan Bernhard Eck auf Facebook

und

Spiegel Online

Man könnte also zusammenfassend feststellen: Unser Wurstminister will unsere Kinder umbringen. Halt werden manche einwenden, bei Schweinefleisch ist es vielleicht besser? Nicht wirklich:

Fragen wir das Ärzteblatt.

Können sich jetzt also Veganer insgeheim ins Fäustchen lachen, weil die Fleisch essende Mehrheit irgendwann ausstirbt? Nein. Denn dank der verantwortungslosen Nahrungsmittel-Mafia – die sogar schon massenweise Reserveantibiotika in der Tiermast einsetzt – gibt es irgendwann keine wirksamen Antibiotika mehr. Damit können besiegt geglaubte Erkrankungen bald wieder tödlich enden.

Und wer jetzt denkt, warum ändern die Menschen nichts? Dem sei gesagt, die meisten sind tatsächlich erstaunlich uninformiert (neben der Bequemlichkeit). Klar gibt es auch Flachzangen, die trotz vollen Wissens weiter machen wie bisher, aber die sind glücklicherweise in der Minderheit.

Wenn ihr also jemanden trefft, der das alles nicht weiß – sagt es ihm. 🙂 Und sagt ihm gleich noch, dass wir die Erde auffressen – und unsere „Nutztiere“ den Hungernden das Essen wegfuttern. Vielen ist das glücklicherweise nicht egal.

Euer Alien

Wir schaffen das!

Holz ist gesund!

Vernünftiger Mensch bei der Arbeit

Wir haben es geschafft. Wir haben alle Ressourcen, die die Erde dieses Jahr produzieren kann verbraucht. Wir können stolz auf uns sein. Weiter so, vielleicht schaffen wir das nächstes Jahr dann schon im Juli. In Deutschland waren wir übrigens sogar schneller, wir haben schon am 24. April alle Ressourcen verbraucht, die uns für ein Jahr rechnerisch „zustehen“ (wobei bei diesem Wert die Tierwelt sogar noch völlig ausgeklammert wird).

Wir sollten Januar anpeilen. Vielleicht brauchen wir dann irgendwann mal 365 Erden. Das ist doch ein erstrebenswertes Ziel!

Wachstum, Wachstum über alles!

(Dieser Artikel kann Spuren vom Pausenbrot der Mitarbeiter und Sarkasmus enthalten.)

Extrem

A: Schatz, wir müssen sparen. Wir geben jeden Monat 6000 Euro aus. Wir verdienen aber leider nur 5000! Ich würde vorschlagen, wir geben jeden Monat nur noch 4500 Euro aus.

B: Musst du immer gleich so extrem sein? Ich sehe ja ein, dass wir ein bisschen sparsamer sein müssen. Wie wärs, wenn wir nur noch 5900 Euro pro Monat ausgeben?

A: Äh, das reicht aber nicht?!?

B: Na gut, dann eben 5800 Euro.

A: Hast du mir eigentlich zugehört? Wir haben nur 5000 Euro und haben mittlerweile einige Schulden angehäuft!

B: Jaja, 5700 Euro, mein letztes Wort. Sei doch mal vernünftig.

A: VERNUNFT!?!? DU findest es also vernünftig MEHR auszugeben, als wir HABEN???

B: Also anschreien lass ich mir von dir nicht. Ich geh jetzt shoppen!

 

Komischer Dialog findet ihr? Ja schon, leider im großen Maßstab tägliche Realität. Es gibt in ein paar armen Ländern, Menschen, die nicht über die Verhältnisse der Erde leben. Die reichen aber nicht. NIEMAND dürfte über die Verhältnisse der Erde leben. Es gibt keinen Plan B. Früher oder später kommt die Erde und fordert ihren Tribut. Insolvenzverfahren gibt es nicht. Die einzige Währung, die die Erde akzeptiert ist unser Leben – und das unserer Freunde und Familien.

Es ist bekannt, was zu tun wäre. Aber das ist unpopulär, daher wird es nicht getan. Nur eine radikale Rationierung unserer Ressourcen kann eine Katastrophe noch abwenden. Aber es gibt niemanden, der dazu in der Lage wäre, das durchzusetzen. Also marschieren wir weiter und immer schneller Richtung Abgrund. Alles andere wäre ja unvernünftig.

Happy Earth-Overshoot-Day!

Gratulation, wieder ein neuer Rekord:

http://www.overshootday.org/

Dieses Jahr haben wir schon am 2. August alle Ressourcen des Jahres verbraucht.

Nein, ich werde keine Kinder in diese Welt setzen. Es wird bald keine lebenswerte Welt mehr geben.

Wir brauchen mehrere Erden um unsere Gier zu stillen. Wir haben aber nur eine.

Was lernen wir daraus? NICHTS!

Ich kenne niemanden im privaten Umfeld, der auch nur einen Furz dafür tut, dass der Earth-Overshoot-Day möglichst schnell wieder nach dem 31.12. stattfindet.

Wir sind verloren.

Ich habe mal auf verschiedenen Internetseiten meinen ökologischen Fußabdruck schätzen lassen. Allein dass ich in Deutschland wohne sorgt schon dafür, dass ich nicht nachhaltig leben kann. Aber auch individuell sieht es nicht in allen Bereichen so dolle aus (Ernährung super, Heizung schlecht, Mobilität ok, Einrichtung gut, etc.) , obwohl ich schon tausend mal mehr mache, als meine Bekannten.

Wie soll das also enden?

Um eine Chance zu haben, zu nachhaltiger Lebensweise zurückzukommen, müssten wir Autos verbieten und den öffentlichen Nahverkehr mit Ökostrom betreiben. Strom von fossilen Quellen verbieten. Strom rationieren, Heizungsausgaben rationieren, Fleisch, Milchprodukte, Eier verbieten, Neubau von Straßen canceln, Neubau von Wohnungen canceln und stattdessen unterbelegte Wohnungen voll belegen, Pestizide verbieten und stattdessen Insekten schützen, etc. etc. etc.

Das wird sicher nie passieren, so lange wir nicht von der Erde dazu gezwungen werden. Also sehe ich schwarz.

Eine Million Flüchtlinge in einem Jahr! Das darf nie wieder passieren! – O-Ton Seehofer und andere Dummschwätzer. Eine Million ist GAR NICHTS! 100te von Millionen an Klimaflüchtlingen und mehr wird es bald geben.

Ich sehe keinen Politiker mit Macht, der auch nur einen Funken Verstand zeigt. Ökonomie KANN nicht vor Ökologie kommen. Ohne Ökologie GIBT es KEINE Ökonomie. Ich kann auch nicht sagen: Ich würde aber gern mein Dachgeschoss ausbauen, da kann ich mich nicht um das bröckelnde Fundament kümmern. Das kann ich eine Weile tun, irgendwann habe ich aber weder Dachgeschoss noch überhaupt was zum wohnen.

Das wir weniger als eine Erde brauchen, ist nicht mal annähernd in Sicht – im Gegenteil. Wirtschaftlich aufstrebende Nationen wollen ebenso viel Luxus haben wie heutige Industrieländer. Also bauen wir halt an. Wie wärs mit Earth2,3,4,5,6,7?

Nope. Die Menschheit ist nicht intelligent. Keine Spezies hat bisher ihren eigenen Lebensraums so nachhaltig zerstört. Das scheint das einzige zu sein, was Menschen nachhaltig können.

Sorry für diesen Pessimismus, aber ich sehe keine Veränderung, die schnell genug abläuft um eine Katastrophe nie dagewesenen Ausmaßes abzuwenden.

Nein, die Menschheit wird vermutlich nicht aussterben – nur die Menschheit, wie wir sie kennen. Gut für den Planeten – blöd für uns und vor allem unsere Nachkommen.

Nachdenkliche Grüße

Euer Alien

Ein Hühnerleben

Ich zitiere aus der EU-Tierschutztransportverordnung Artikel 3g:

Die Tiere verfügen entsprechend ihrer Größe und der geplanten Beförderung über ausreichend Bodenfläche und Standhöhe.

Wie das in der Praxis aussieht, kann man wunderbar an dem kürzlich passierten Unfall erkennen (19 Bilder):

http://www.nordbayern.de/panorama/tiertransport-verungluckt-tausende-huhner-irren-uber-autobahn-1.6321648?offset=0&article=1.6321669&type=article#ancTitle

Besonders deutlich wird es auf Bild 16. Dort erkennt man, dass die Hühner höher sind als die Transportboxen. In Videos zu dem Unfall sieht man, dass der ganze Kopf über den Deckel der Box ragt. Außerdem werden dort offenbar mindestens 15 Hühner in so eine kleine Box gequetscht. Das versteht man also unter „ausreichend Bodenfläche und Standhöhe“.

Die „Überlebenden“ hatten übrigens nicht viel davon, ein paar Stunden später waren sie zu „Suppenhuhn“ verarbeitet, weil sie nicht mehr so viele Eier legen, wie das der Eierverkäufer gerne hätte. Ein Gutes hatte der Unfall: Ein Huhn konnte sich im Feuerwehrauto verstecken und erhält jetzt lebenslanges Asyl bei einem Menschen mit Herz.

Mal kurz zusammengefasst, was moderne Eierproduktion bedeutet: Elterntiere leben in winzigen Käfigen in riesigen Hallen mit Tausenden zusammen. Legehybride werden zu zigtausenden gezeugt, die Eier in riesigen Brütereien ausgebrütet. Direkt nach dem Schlupf wandern die als männlich erkannten Küken (Stichwort Sexen – betrifft jedes Jahr etwa 48 Millionen alleine in Deutschland) in den Schredder oder werden mit CO2 vergast (sehr qualvoll). Die weiblichen kriegen betäubungslos den Schnabel gekürzt. Dann müssen sie ca. ein Jahr in riesigen, stickigen Ställen fast jeden Tag ein Ei produzieren. Dies tun sie nur, weil sie dazu gezüchtet wurden (legale Qualzucht) und unter entsprechenden Lichtbedingungen gehalten werden. Diese ständige Eierproduktion braucht irrsinnig viele Nährstoffe, die dem Rest des Körpers fehlen, weshalb sie normalerweise nur 1 Jahr durchhalten. Gegenseitiges Wundpicken ist aufgrund der Enge an der Tagesordnung (daher das Schnäbelkürzen, um die Auswirkungen der Qualhaltung „abzumildern“). Legen sie dann nicht mehr so viele Eier, dürfen sie nicht etwa in Rente. Es wird auch noch das letzte aus ihnen herausgeholt. Ihr Leben. Nach dem qualvollen Transport enden sie schließlich beim Schlachter als Suppenhuhn. Dieses Schicksal erleiden jedes Jahr allein in Deutschland fast 40 Millionen Hühner – für ein Produkt, dass niemand braucht und außerdem krank macht.

Aber klar, Veganer sind extrem.

Ehe für ein paar mehr

 

Auch für SPD und FDP gilt längst: Wenn Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, sollen sie auch gleiche Rechte haben – unabhängig vom Geschlecht.

Zitat von FDP-Chef Christian Lindner. Klingt gut, sollte man meinen. Entscheidend sind aber die letzten drei Wörter. Damit schränkt er nämlich seine vorher korrekte Aussage willkürlich ein.

Wenn Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, sollen sie auch gleiche Rechte haben. Genauer hätte er sagen müssen:

Wenn ZWEI NICHT-VERWANDTE Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, sollen sie auch gleiche Rechte haben.

Klingt halt nicht mehr so gut. 😉

Auf abgeordnetenwatch.de sagt er dann auch „liberal konsequent“ völlig ohne Begründung:

Auch die Vielehe entspricht nicht dem Werteverständnis des Grundrechts auf Schutz von Ehe und Familie.

Ja ne is klar: Wenn Menschen füreinander Verantwortung übernehmen sollen sie natürlich nicht die gleichen Rechte bekommen, wie Menschen die füreinander Verantwortung übernehmen.

Den Artikel übrigens nicht falsch verstehen, ich hacke hier nicht nur auf der FDP rum, sondern auf einer riesigen deutschen Mehrheit. Lindner befindet sich quasi in „guter“ Gesellschaft.

Wenn euch noch weitere Ungleichbehandlungen einfallen, die nur mit „hammer immer schon so gmacht“ erklärt werden können, nur raus damit.

Wer nach Afghanistan deportiert, ist ein Mörder. Punkt.

Es ist verboten, einen Menschen abzuschieben, wenn dort eine erhebliche konkrete Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit besteht. Es ist verboten einen rechtswidrigen Befehl auszuführen. Gehorsamsverweigerung ist in diesem Fall nicht nur straffrei sondern Pflicht. (Übrigens alles Lehren aus einer finsteren Epoche, ihr wisst schon welche) Keiner kann sich also herausreden. Keiner.

Der böse Wolf

Jemand ist mehrere Schafe und wird daher zum Tode verurteilt und für vogelfrei erklärt.

Klingt komisch? Nur so lange man denkt, bei dem Delinquenten handele es sich um einen Menschen.

Ein Wolf, der in der Wildnis auf Fleisch angewiesen ist, soll dafür bestraft werden, dass er nicht verhungern will, damit der Mensch weiter tote Tiere essen kann, die er nicht braucht und die ihm, den Tieren und der Umwelt erheblichen Schaden zufügen. Ist das die Vernunft, von der immer alle Regierenden reden?

Hier gibt es eine Petition dazu:

https://www.change.org/p/marc-chardonnens-wolf-odin-m75-soll-leben/u/20105627?recruiter=74517911

Dieser Comic bringt es auch auf den Punkt:

https://vegacomic.wordpress.com/2017/05/01/wolfsalarm/

Heute musste ich außerdem in der Zeitung lesen, dass die Jäger den Wolf nicht mögen, weil er ein Konkurrent ist. Komisch, dass einem sonst die Jäger immer erzählen, dass sie ja LEIDER LEIDER jagen MÜSSEN, weil es keine natürlichen Feinde mehr gibt. Jetzt kommt ein natürlicher Feind, und der soll auch bejagt werden. Klingt logisch. Vernunft und so.

Bleibt kritisch, skeptisch und empathisch!

Euer Alien

Einfach vegan

Seit einigen Monaten fühle ich mich gut. Ich unterstütze endlich nicht mehr mit meinem Geld (außer zwangsweise durch Steuern) das grauenhafte System der alltäglichen Tierquälerei. Alles, was Tiere oder Tierprodukte enthält, werde ich, wenn irgendwie möglich, nicht mehr kaufen. Jetzt nach diesen Monaten frage ich mich: Warum erst jetzt? Die beschämende Antwort: Bequemlichkeit. Sympathisant war ich schon lange.

Warum vegan?

Diese Frage ist eigentlich leicht zu beantworten: Ich will nicht, dass empfindungsfähige Lebewesen für mich leiden und/oder sterben müssen. Wenn sie nicht sterben sollen, ist also Fleisch tabu – das sehen auch die zahlreichen Vegetarier so. Allerdings übersehen Menschen, die aus ethischen Gründen Vegetarier sind, dass auch für die Ei- und Milch-Produktion Tiere sterben MÜSSEN. Es geht nicht anders. Außerdem müssen sie auch leiden – zwangsläufig. Selbst in der besten vorstellbaren Tierhaltung (die es praktisch nirgends gibt) wäre das so.

Milch

Es gibt keine Milch von glücklichen Kühen, nur von traurigen. Damit eine Kuh Milch gibt, muss sie zunächst ein Kind (vulgo Kalb) gebären. Nicht mal der Spaß der Befruchtung wird ihr vorher gegönnt. Sie wird einfach „künstlich besamt“ (klingt für mich immer irgendwie nach Vergewaltigung, sorry). Dann ist sie Monate lang schwanger (vulgo trächtig) und gebiert schließlich ihr Kind. Obwohl es nicht auf natürlichem Weg gezeugt wurde, empfindet sie tiefste Mutterliebe für ihr Kind. Das spielt in der Milchkuhhaltung aber keine Rolle. Kurz nach der Geburt wird ihr ihr Kind weggenommen. Mutter und Kind schreien oft Tage lang vor Trauer. Ist das Kalb männlich, wird es ein paar Monate gemästet und dann geschlachtet. Ist es weiblich ereilt es das gleiche Schicksal wie die Mutter. Dieser Kreislauf aus besamen, gebären, Kind entrissen bekommen, wiederholt sich ca. 4 oder 5 mal. Dann ist die Mutterkuh am Ende. Völlig erschöpft gibt sie weniger Milch, wird für den Bauern unproduktiv und kommt deshalb zum Schlachter. Mit 4-5 Jahren, also 10 bis 20 Jahre vor ihrem natürlichen Lebensende. Die älteste Kuh wurde sogar 48.

Übrigens kommen regelmäßig auch schwangere Kühe zum Schlachter. Dies bedeutet, dass das Kalb qualvoll im Mutterleib erstickt.

Und noch ein Übrigens: Milchkühe sind Qualzuchten, die auf eine so hohe Milchleistung gezüchtet wurden, dass sie gesundheitlich darunter leiden. Normale Kühe gaben etwa 8 Kilogramm Milch pro Tag, um ihr Kalb zu versorgen, heutige „Hochleistungskühe“ geben bis zu 50 kg. Qualzuchten sind nach dem Tierschutzgesetz zwar verboten, es wurde für Milchkühe jedoch nicht definiert, was eine Qualzucht ist.

(„Fun“-Fact: Es gibt Grenzwerte für die zulässige Menge an Blut und Eiter in Milch – wohl bekomm’s! 😉 )

Eier

Auch Eier kommen von Qualzuchten. Die heutigen „Hochleistungshühner“ legen bis zu 300 Eier im Jahr, statt nur wenige im Jahr, wie ihre Vorfahren. Dies laugt den Organismus aus – genauso wie bei den Milchkühen. Die ganzen Nährstoffe wandern in die Eierproduktion. Das sorgt für Krankheiten und Gebrechen. Deshalb ist so eine „Legehenne“ auch nach einem Jahr „fix und fertig“. Das bedeutet: Schlachter. Suppenhuhn. Und nicht bis zu 8 Jahre wohlverdienten Ruhestand. Nicht zu vergessen: Männliche Küken der „Legerasse“ werden direkt nach dem Schlüpfen in den Schredder geschmissen oder vergast.

All die genannten Dinge sind für mich schon grausam genug und treffen für jede Haltungsform zu. Ob bio oder nicht ist hier völlig egal. Zusätzlich zu den systemimmanente Grausamkeiten kommen dann noch die widerwärtigen Haltungsbedingungen. Die schlechteste Bio-Haltung ist zwar etwas besser als die schlechteste konventionelle Haltung, aber bei weitem nicht mal annähernd art- und tiergerecht. Wusstet ihr zum Beispiel, dass selbst bei der „Edel-Bio“-Marke Demeter bis zu 3000 Legehennen im Stall gehalten werden dürfen und sich dabei 6 Hühner einen Quadratmeter teilen? Bei Masthühnern sind es sogar 10 pro Quadratmeter. Ein 300-kg-Mastrind hat sage und schreibe 4 Quadratmeter Stall zur freien Verfügung und ein 100-kg-Schwein 1,3 Quadratmeter. Tut mir leid, aber Tierwohl sieht anders aus.

Und wer glaubt, die Schlachtung laufe „human“ ab, sollte sich die Fakten ansehen:

Über 76 Millionen Tiere werden jedes Jahr nicht richtig betäubt und erleben ihre Todesqualen (Ausbluten, in kochendes Wasser geworfen) bei vollem Bewusstsein. Weiterhin müssen sie oft weite Wege zum Schlachthof zurücklegen, erleben den Tod ihrer Artgenossen mit und leiden bei der immer noch gängigen CO2-Betäubung Erstickungsqualen. All diese Fakten sind ebenfalls unabhängig von der Qualität der Haltung.

Das sogenannte Tierwohllabel von unserem Tierquäl-Minister Schmidt ist nichts anderes als eine riesige Verbraucher-Verarsche. Ich zeige euch ein Tierwohllabel, das wirklich für Tierwohl steht:

V-Label vegan

Wenn ihr Tierleid vermeiden wollt, achtet auf dieses oder ähnliche Zeichen.

Wie vegan werden?

Vor einigen Jahren hatte ich beschlossen Vegetarier zu werden (ich glaubte noch an das Märchen von den glücklichen Biohühnern – der Link beweist, dass bio für die Tierhaltung gar nichts heißen muss). Ich habe also Fleisch, Wurst und Fisch weggelassen. Und das war das Problem. Hätte ich dann noch den Käse vom Brot verdammt, keine Eier gegessen und die Frühstücksmilch weggelassen, wäre wohl nur noch trockenes Brot und trockene Cornflakes übriggeblieben. Daher meine wichtigste Regel für den erfolgreichen Umstieg auf eine vegane Lebensweise: Kein Verzicht sondern Kennenlernen und Ausprobieren der reichhaltigen veganen Küche. Der psychologische Effekt ist enorm: Man empfindet es nicht als Verzicht sondern freut sich über die unglaublich vielen leckeren neuen Möglichkeiten bei gleichzeitigem guten Gewissen gegenüber den Tieren.

Rezepte gibt es im Internet und in Büchern ja nun wirklich unendlich viele. Es ist also kein Problem sich lecker, abwechslungsreich und gesund zu ernähren.

Angst um eure Gesundheit müsst ihr übrigens nicht haben. Die größte Ernährungswissenschaftler-Vereinigung AND aus Amerika und viele Schwesterorganisationen aus anderen Ländern bestätigen, dass eine gut geplante vegane Ernährung die gesündeste Ernährungsform ist, und zwar in jedem Alter – so lange man darauf achtet Vitamin B12 zu sich zu nehmen. Tipps, wie man sich gesund vegan ernährt, findet man ohne Ende. Hier ist eine gute Seite von einem Mediziner.

Es gibt viele Seiten, die euch helfen, wenn ihr euch entschließt, Tierleid nicht weiter finanziell zu fördern. PETA bietet zum Beispiel das Vegan-Start-Programm mit vielen interessanten Informationen, die Albert-Schweizer-Stiftung klärt auf ihrer Seite über vegane Ernährung auf und versendet eine Woche lang E-Mails mit Rezepten.

Also, kommt aus eurer Komfortzone, und baut euch eine neue schönere – ohne Tierleid*.

 

*Ganz ohne Tierleid ist in unserer Tierprodukt-fetischistischen Gesellschaft leider nicht zu 100 % möglich. LCD-Bildschirme enthalten Cholesterin, Kupfer in elektronischen Bauteilen wird mit Knochenleim gereinigt, angeblich sind sogar Autoreifen mit Tierprodukten kontaminiert, etc., etc., etc. Wenn man beruflich auf eine oder mehrere dieser Dinge angewiesen ist, hat man Pech. Ebenso sind viele Medikamente nicht vegetarisch, geschweige denn vegan. Das heißt natürlich nicht, dass man es gleich sein lassen kann ;-).