Ehe für ein paar mehr

 

Auch für SPD und FDP gilt längst: Wenn Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, sollen sie auch gleiche Rechte haben – unabhängig vom Geschlecht.

Zitat von FDP-Chef Christian Lindner. Klingt gut, sollte man meinen. Entscheidend sind aber die letzten drei Wörter. Damit schränkt er nämlich seine vorher korrekte Aussage willkürlich ein.

Wenn Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, sollen sie auch gleiche Rechte haben. Genauer hätte er sagen müssen:

Wenn ZWEI NICHT-VERWANDTE Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, sollen sie auch gleiche Rechte haben.

Klingt halt nicht mehr so gut. 😉

Auf abgeordnetenwatch.de sagt er dann auch „liberal konsequent“ völlig ohne Begründung:

Auch die Vielehe entspricht nicht dem Werteverständnis des Grundrechts auf Schutz von Ehe und Familie.

Ja ne is klar: Wenn Menschen füreinander Verantwortung übernehmen sollen sie natürlich nicht die gleichen Rechte bekommen, wie Menschen die füreinander Verantwortung übernehmen.

Den Artikel übrigens nicht falsch verstehen, ich hacke hier nicht nur auf der FDP rum, sondern auf einer riesigen deutschen Mehrheit. Lindner befindet sich quasi in „guter“ Gesellschaft.

Wenn euch noch weitere Ungleichbehandlungen einfallen, die nur mit „hammer immer schon so gmacht“ erklärt werden können, nur raus damit.

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13 Kommentare zu “Ehe für ein paar mehr

  1. Evangelische und Katholische Kirchen – was die für einen Aufstand bezüglich Ehe für Alle machen, das spottet jeglicher Beschreibung. Und das hat mich wahrem Christentum nicht das Geringste zu tun!

    • Alien sagt:

      Die Spitze der evangelischen gibt sich immerhin recht diplomatisch. Aber ja, Religionen waren noch nie für überbordende Menschenfreundlichkeit bekannt (nur in Sonntagsreden). Fun fact: Alle muslimischen Bundestagsabgeordneten haben DAFÜR gestimmt. 😉
      Soll von der Union nochmal jemand über rückständige Muslime lästern.

  2. Christina sagt:

    Erst die Ehe für Alle. Dann folgt mit Sicherheit bald das Adoptionsrecht. Wen interessieren da schon die potentiellen Opfer? Hauptsache eine Minderheit wird glücklich gemacht. Nur weiter so!!! https://www.aerzteblatt.de/archiv/66998/Studie-Gefaehrdung-der-Jungen

    • Alien sagt:

      Wow, was für ein Hetzer. Interessant, dass das Ärzteblatt sowas abdruckt.

      Adoptivfamilien werden übrigens individuell und nicht nach Statistik ausgesucht. Es werde sehr viel Informationen gesammelt, bevor eine Familie ein Kind bekommt. Selbst wenn dieser Hetzer also Recht hätte, was aufgrund der unsauberen Argumentation fraglich ist, hieße das nicht, dass Kindesmisshandler adoptieren dürften.

      • Christina sagt:

        Auszug: „In regelmäßigen Abständen erhebt der Berliner Forscher Michael Bochow im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wissenschaftliche Daten über homosexuelle Lebensformen. In seiner Studie aus dem Jahr 2003 kommt er zu folgenden Ergebnissen: ….“

        Lieber Alien, findest du es selbst nicht auch komisch, dass du als wissenschaftsgläubiger Mensch, immer dann Zweifel an wissenschaftlichen Studien hast, wenn sie deiner vorgefaßten Meinung nicht entsprechen? ^^

        • Alien sagt:

          Gedenkenexperiment:
          „90 % der Ehepaare, bei denen die Frau überdurchschnittlich große Ohrläppchen hat, misshandeln ihre Kinder.“

          Würdest du „solchen Leuten“ dann noch Kinder geben?

        • Alien sagt:

          Außerdem welche Studienergebnisse genau meinst du, die ich nicht anerkenne? Mir geht es darum, dass eine Familie erst dann ein Kind adoptieren darf, wenn sie buchstäblich auf Herz und Nieren getestet wurde. Dann zu sagen: „Ja eigentlich ist alles super, aber da sie als Homosexuelle einer statistischen Risikogruppe angehören, kriegen sie trotzdem kein Kind. Auf Sie trifft das zwar nicht zu, aber das ist egal.“, wäre doch vollkommen absurd. Also worüber genau beschwerst du dich?

          Vor einer Weile habe ich gelesen, das Schwule kein Blut spenden dürfen. Mit dem gleichen dämlichen Argument, dass sie häufiger promiskuitiv leben würden. Nur was hat das mit dem Schwulen zu tun, der seit Jahren in einer monogamen Partnerschaft lebt? Außerdem erwarte ich, dass das Blut auf HIV und ähnliches geprüft wird, bevor es eingesetzt wird und ich mich nicht nur auf Selbstauskünfte verlasse. Auch Heterosexuelle können dieses Virus in sich tragen, ohne es zu wissen und bei der Abfrage der Promiskuität lügen.

        • Alien sagt:

          Vielleicht noch mal deutlicher: Es ist mir egal, ob irgend eine Gruppe, die ein Merkmal teilt, häufiger irgendwas Böses tut, als der Rest der Menschheit. Bei einer Kinderadoption ist eine Einzelfallprüfung die einzig sinnvolle Vorgehensweise. Statistiken helfen hier niemanden, am allerwenigsten dem Kind.

        • Christina sagt:

          Homosexuellen Neigungen sind nicht angeboren, dahinter stehen oft eine Reihe von seelischen Verletzungen, die diese Neigung bedingen. In vielen Fällen ist es die Zurückweisung durch Gleichaltrige, die Minderwertigkeitsgefühle und Einsamkeit auslösen. Das sage nicht ich, das sagen Psychologen und Betroffene gleichermaßen.

          Ich denke, dass das mit der Grund dafür ist, warum Homosexuelle in wechselnden sexuellen Beziehungen immer wieder Bestätigung ihres Selbstwertes suchen. Eine monogame Beziehung bedeutet für viele schwule Paare lediglich „emotionale Treue“ , nicht „sexuelle Treue“, In sexueller Hinsicht leben viele in einer offenen Beziehung, haben auch anderweitig sexuelle Kontakte. Für sie ist das völlig normal und wird nicht als Fremdgehen bewertet. Das sollte man nicht außer Acht lassen. Deshalb ist das Risiko bei einer Blutübertragung z. B. mit Aids infiziert zu werden bei der Blutspende aus diesem Personenkreis erhöht. Ich weiß nicht, ob du schon mal operiert worden bist? Da mußt du vorher allerhand Formulare unterschreiben, z. B. auch, ob du einer evtl. Bluttransfusion zustimmst. Du wirst in dem Formular u. a. auch darauf hingewiesen, dass es keine 100 %ige Sicherheit gibt, durch das Fremdblut nicht mit einer lebensbedrohlichen Krankheit wie Aids infiziert zu werden – und jetzt aufgepaßt (!!!) – das trotz der vorherigen Laboruntersuchung des Spenderblutes. Auch Laboruntersuchungen bringen also keine absolute Sicherheit. So ist es doch aus medizinischer Sicht sehr sinnvoll bzw. geboten, das Risiko so klein wie möglich zu halten und die größte Risikogruppe für Aids von der Blutspende auszuschließen. Finde ich zumindest. Das hat doch nichts mit Diskriminierung zu tun. Dasselbe trifft übrigens auch auf Drogenabhängige zu oder auf Menschen, die schon mal bestimmte Krankheiten durchgemacht haben. Wenn du das erstere als Diskriminierung empfindet, müßtest du das letztere auch so empfinden. Das tust du aber wahrscheinlich nicht, nehme ich mal an.

          Was nun die Adoption angeht: Zurückgreifend auf den von mir verlinkten Artikel, der übrigens von einem Facharzt für Psychiatrie stammt (deshalb wohl auch im Ärzteblatt veröffentlicht): Ich würde Kinder solch erhöhter potentieller Gefahr nicht aussetzen wollen. Auf die Einschätzung von Jugendämtern ist auch nicht immer Verlaß, wie man in der Praxis leider sehen muss.

          Generell zur Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare interessant fand ich diese Meinung von Herrn Glöckner (selbst homosexuell): https://www.youtube.com/watch?v=CXqYkoFjxKA

          • Alien sagt:

            Zur Herkunft der Homosexualität: Die ist NICHT geklärt. Es gibt bestenfalls Hypothesen.

            Zur Laboruntersuchung: Gutes Argument. Allerdings ist es dann immer noch sinnvoller nach der Promiskuität zu fragen. Denn die ist hier entscheiden, nicht ob ich mit vielen Männer oder vielen Frauen schlafe.

            Zur Adoption: Wenn es nicht optimal läuft, muss das verbessert werden. Die Kontrollen sind meines Wissens nach aber sehr streng.

  3. Christina sagt:

    Noch ein interessantes Argument: ab Minute 18:00 bis 22:00

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