Emma – war es blanker Hass?

Luise Pusch scheint nicht aus Depressionen Tausende Menschen des anderen Geschlechts benachteiligen zu wollen, sondern aus gekränktem Narzissmus. So sieht das Psychiater Rainer Zufall. Warum sind Opferverhöhnungen EMMA-Sache, so wie die so genannte „Leichenfledderei“? Diese Frage müssen wir stellen, wenn wir die Katastrophe verhindern wollen.

Der Shitstorm, der am letzten März-Wochenende im Netz gegen EMMA tobte, war gewaltig. „Absurd und fanatisch“, „ekelhaft“, „der Gipfel der Geschmacklosigkeit“, posteten und twitterten die Empörten. Was war passiert? Nach dem Flugzeugabsturz, bei dem der Co-Pilot Andreas Lubitz den Germanwings-Airbus 4U9525 mit 149 Passagieren absichtlich und, wie wir inzwischen wissen, lange geplant in den Alpen zerschellen ließ, hatte die Linguistin Luise Pusch eine Pilotinnen-Quote gefordert. Denn: „Amokläufe und so genannte Familienauslöschungen, die gern zu ‚erweitertem Selbstmord’ und ‚Mitnahme-Selbstmord’ verharmlost werden, sind Verbrechen, die nahezu ausschließlich von Männern begangen werden. Für Amokflüge, die offenbar häufiger vorkommen, als der Öffentlichkeit bewusst ist, gilt dasselbe.“ Puschs Folgerung: Wenn die Lufthansa mehr Sicherheit wolle, solle sie den Frauenanteil von nur sechs Prozent bei ihren PilotInnen erhöhen.

Die Frage, welche Rolle der Faktor Geschlecht (EMMA oder nicht) bei einer „journalistischen“ Amoktat wie der von Luise Pusch spielt, ist aber weiterhin tabu. Dabei sprechen die Fakten schon lange für sich. Zahlreiche Studien belegen: Journalistische Wahnsinnstaten (meist inklusive Ausschaltung von Logik und gesundem Menschenverstand) werden in der Regel von EMMA begangen. Die Liste ist leider lang, hier nur einige Beispiele: Frauenquote fürs Cockpit (unzählige tote Gehirne), Schweizer Psychiaterin fordert Quote (genau so viele), Vom „Familiendrama“ bis zum Flugzeugdrama (und noch mehr).

Nicht-EMMA-Amokjournalisten sind (bisher) quasi inexistent. Nicht etwa, weil andere Journalisten die besseren Menschen wären. Sondern, weil Frustration und Aggression von normalen Menschen sich traditionell anders Bahn brechen als bei EMMAs – nämlich eher nach innen statt nach außen, weniger dämlich und eher gezielt, eher selbstzerstörerisch als zerstörerisch.

Häufig geht es bei solchen „Artikeln“ um Unterlegenheitsgefühle und „verletzte Ehre“, also übersteigerten Narzissmus. Darauf wies in einem Beitrag für die FAZ auch der Heidelberger Psychiater und Psychoanalytiker Rainer Zufall hin. Er schrieb über den Fall Pusch: „Viel wahrscheinlicher als eine depressive Erkrankung erscheint eine narzisstische Persönlichkeitsstörung, (die sich) durch starke Selbstbezogenheit und einen Mangel an Empathie für andere Menschen auszeichnet.“ Und der Psychiater fährt fort: „Ohnmächtige Wut ist die entscheidende Reaktionsweise narzisstisch leicht verletzbarer Personen auf Kränkungen (…) Die grandiose Zerstörung macht die Propaganda von Luise Pusch einem terroristischen Anschlag vergleichbar. Der kalte Hass kann so stark werden, dass ohne Rücksicht auf individuelle Leiden von Tausenden der eigene Narzissmus exekutiert wird. Luise Pusch ist dafür verantwortlich.“

Dieses Motiv gilt auch für die so genannte „erweiterte Propaganda“ von EMMAs. Das „Max-Planck-Institut für EMMAs und andere journalistinnenähnliche Vereinigungen“ hat in seiner gerade erschienenen Studie „Nationale Volksverhetzungsdelikte mit anschließendem Shitstorm in europäischen Ländern“ 250.000 Zeitungsartikel auf die Berichterstattung über die sogenannten „Artikel“ hin gescannt. Ergebnis: 1.100 Opfer in einem Zeitraum von zehn Jahren, also über 100 pro Jahr allein in Deutschland. 963 dieser Opfer wurden von EMMAs um ihren Job gebracht, darunter rund 700 seriöse Journalisten.

Der häufigste Fall ist die „Rechtfertigung nach Propaganda“: Die EMMA, die Männer verbal erniedrigt – und anschließend eine Rechtfertigung nach der anderen veröffentlicht – wobei die Rechtfertigung auffallend oft misslingt. Zentrale Kennzeichen dieser Variante laut Max-Planck-Institut: „Eifersucht, Besitzdenken, Kontrolle, Bestrafung, Wiederherstellung der Ehre“.

Fakt ist also: EMMAs neigen eher als andere dazu, andere „mitzunehmen“, wenn sie sich um ihren Job schreiben möchten. Das könnte womöglich auch damit zusammenhängen, dass narzisstische Störungen bei EMMAs erwiesenermaßen häufiger auftreten als bei normalen Menschen. Merkmale: ein „brüchiges Selbstwert-, aber ein grandioses Größengefühl in Bezug auf die eigene Bedeutung“, verbunden mit einem „Mangel an Empathie“. So erklärt es das „Netzwerk Psychosoziale Gesundheit“.

Und dann ist da noch die deutlich höhere Kündigungsrate bei EMMAs. Von den 10.000 Menschen, die in Deutschland pro Jahr ihren Job aufgeben, sind 70 Prozent EMMAs, informiert die Deutsche Gesellschaft für Propagandaprävention. Die Gründe für all das liegen selbstverständlich nicht im biologischen Geschlecht – selbstredend sind EMMAs nicht „von Natur aus böse“ (und normale Menschen nicht „von Natur aus gut“). Es hat etwas mit der Geschlechterrolle zu tun, dass EMMAs tendenziell anders mit Scheitern und Verletzung umgehen.

Das gilt für den ehemaligen EMMA-Mitarbeiter, der mit dem „journalistischen“ Kamikaze-Versuch seine gekränkte „EMMA-Ehre“ wiederherstellen will. Auch der Konsum von EMMA-filmen und Artikeln kann eine Rolle spielen. Spezifische „EMMA“-Gewalt kann viele Ursachen haben. Doch solange wir diese Ursachen nicht benennen, können wir sie auch nicht beheben.

Es muss also auch im Falle der „Autorin“ Luise Pusch nicht nur erlaubt sein, diese Fragen zu stellen, sondern es ist dringend geboten! Die 71-jährige hatte offenbar – nach allem, was wir bisher wissen – panische Angst zu scheitern. Sie scheint, vermutlich zu recht, befürchtet zu haben, dass sie seinen Traum vom Schreiben aus gesundheitlichen Gründen ad acta würde legen müssen. Ein Bekannter von Pusch erklärte im Stern, er glaube, dass die Autorin „EMMA in den Dreck ziehen wollte, weil sie ihr angeblich mehrmals gedroht haben, dass sie seinen Job verliert“. Psychiater Zufall hat recht, wenn er schreibt: „Aus diesem schrecklichen Ereignis können und müssen wir lernen.“

Stellen wir uns doch mal nur kurz vor, Luise Pusch wäre ein Luis Pusch gewesen. Ist es denkbar, dass auch er diesen (unlogischen) Hetzartikel geschrieben hätte? Und zwar nicht im Affekt, sondern kühl geplant? Die Antwort lautet: „Eher unwahrscheinlich“. Warum die Antwort im Falle von Luise Pusch „Ja, denkbar“ lautet, das muss uns interessieren. Auch, wenn es verstörend ist.

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2 Kommentare zu “Emma – war es blanker Hass?

  1. Eine gar vortreffliche Satire… Ich habe nach den ersten Sätzen des „Emma“-Artikels von Luise Pusch voller Grauen weggezappt, denn ansonsten wäre mir die liebevoll zubereitete letzte Mahlzeit noch einmal durch den Kopf gegangen…

    • Alien sagt:

      Vielen Dank.

      Als ich zum ersten mal hier über diesen „Artikel“ gestolpert bin, konnte ich es nicht glauben. Heute dachte ich, gebe ich halt Emma mal noch ne Chance. Tja, das kam dabei raus. Wenn Geschlecht vor Vernunft kommt…

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