Waffenexporte verbieten

Aus dem Wahlprogramm der Linken:

Unsere internationale Politik zielt auf Abrüstung und Entmilitarisierung. Derzeit ist Deutschland der weltweit drittgrößte Exporteur von Waffen. Jede Waffe, die aus Deutschland exportiert wird, dient der Aufrüstung eines anderen Landes, fördert Unterdrückung und macht es möglich, dass anderswo in der Welt Konflikte gewaltsam ausgetragen und Kriege geführt werden. DIE LINKE fordert ein Verbot aller Rüstungsproduktion und Rüstungsexporte – ohne Ausnahmen.

  • Als ersten Schritt fordern wir das sofortige Verbot aller Exporte von Kleinwaffen und Waffenfabriken. Es sind gerade diese so genannten Kleinwaffen – Sturmgewehre und Maschinenpistolen – mit denen die meisten Menschen in den Kriegen dieser Welt getötet werden, sie sind die Massenvernichtungswaffen des 21. Jahrhunderts.
  • Rüstungsexporte dürfen nicht mehr mit Steuergeldern unterstützt werden, weder durch die staatliche Absicherung mit Hermesbürgschaften noch durch Ausbildungsunterstützung oder über andere Wege.
  • Als weiteren Schritt fordern wir, dass Rüstungsproduktion und -exporte nicht mehr staatlich unterstützt werden und deshalb eine flächendeckende Zivilklausel für die Wissenschaft und unterstützen entsprechende Bewegungen an Hochschulen und anderen wissenschaftlichen Institutionen.
  • DIE LINKE spricht sich für die Einstellung sämtlicher Rüstungsproduktionen in der Bundesrepublik Deutschland aus. Wir wollen mit gesellschaftlichen Partnerinnen und Partnern aus Gewerkschaften, Kirchen, der Friedensbewegung u.a. in einen neuen Prozess der Debatte über Konversionsprogramme für die Beschäftigten in der Rüstungsindustrie eintreten, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Wir knüpfen damit an die friedens- und wirtschaftspolitischen Debatten der Gewerkschaften in den 1980er Jahren und die Konversionsdiskurse Anfang der 1990er Jahre im Rahmen der Auflösung der NVA an. Ein umfassendes Produktionsverbot ist das beste Mittel zur Eindämmung und Verhinderung von Rüstungsexporten.
  • Die Forschung zur Rüstungskonversion, also zur Umstellung von militärischer auf zivile Produktion, soll sowohl durch öffentliche Gelder als auch durch die davon betroffene Privatwirtschaft und ihre Verbände finanziert werden.
  • DIE LINKE fordert ein Beteiligungsverbot deutscher Unternehmen an internationalen oder ausländischen Rüstungsunternehmen.

Volle Zustimmung meinerseits. Gibt es Gegenargumente?

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16 Kommentare zu “Waffenexporte verbieten

  1. Militär-Attachees machen ja regelrechte Werbefeldzüge für deutsche Rüstungsgüter! Mit Beteiligung und Genehmigung des Wirtschaftsministeriums! Darauf mehrmals angesprochen wurde dies von Klein Philip dem Röslein mehrmals abgestritten… Gestern kam darüber in „Kontraste“ ein kurzer Beitrag.
    Der Satz ist mittlerweile ungezählte Male zitiert worden, aber er passt wie die Faust auf’s Auge: Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt… So kann man weltweit Krieg führen, ohne sich offiziell die Hände schmutzig zu machen…

  2. erikschueler sagt:

    Hat dies auf Mission: "Phönix" rebloggt und kommentierte:
    Wer Waffen verkauft, der nimmt den Tod in Kauf.

  3. alphachamber sagt:

    „…DIE LINKE spricht sich für die Einstellung sämtlicher Rüstungsproduktionen in der Bundesrepublik Deutschland aus…“
    …und für die entstehenden 290.000 Arbeitslosen eine Ausbildung zum Friedenstaubenzüchter, mit einem Mindesteinkommen von 1050 Euro p.m. Und: jeder der dies nicht unterstützt, ist nicht Realist, sondern ein faschistischer Kriegstreiber. Punkt.

    • Alien sagt:

      Schön, dann sind wir ja einer Meinung.

    • Alien sagt:

      Übrigens (ich weiß, sie wollen nicht ernsthaft diskutieren, sondern nur ein paar Troll-Kommentare ablassen, aber vielleicht interessiert es andere), wenn sie den Leuten wirklich nur 1050 Euro Mindesteinkommen zahlen würden hätten sie noch massenhaft Geld übrig.

      Der Verteidigungshaushalt für 2013 beträgt 33.258.104.000 Euro. Teilt man das Geld auf die 290.000 Arbeitslosen auf, könnte man denen damit ein saftiges Jahreseinkommen von 114.683,12 Euro anbieten, das sind mehr als 9.500 Euro pro Monat.
      Gut bezahlte Friedenstaubenzüchter!

      Würde man also von jetzt auf gleich alle in einen 5000-Euro-pro-Monat-Ruhestand schicken hätten wir immer noch über 15 Milliarden Euro übrig.

      Nur so nebenbei bemerkt, falls Sie denken, die Linke kann nicht rechnen.

      • alphachamber sagt:

        Hallo!
        Diese Rechnungen sind doch der gleiche Unfug, als wenn man z.B. die Vermögen der 10 reichsten Leute auf alle Armen verteilen würde, oder sämtliche produzierten Lebensmittel, usw. Außerdem lässt sich der Mensch und Waffen nicht trennen, genauso wie von der Religion. DIe Keule war sein erstes Werkzeug und kam vor dem Zeichengerät, sonst gäbe es Höhlenmalereien die Menschen ohne Waffen zeigen! Waffen formten Nationen. Soll sich die Bundeswehr vor ihrem nächsten Friedenseinsatz (den Sie vielleicht für gut heißen (z.B. Kosovo) von der UN welche ausleihen? Bei Ihrem Blog habe ich die Hoffnung auf rationale Diskussionen (fast) aufgegeben.
        Wenn Sie es dennoch ernst meinen, darf ich Sie auf diesen Link verweisen. Dann haben wir einen Ausgangspunkt: http://liberalerfaschismus.wordpress.com/2013/08/22/altruismus-kult-der-neurotiker-teil-i/. Ich freue mich auf jeden guten Dialog, aber mit Syllogismen und ohne Ideologie.
        Grüße

        • Alien sagt:

          „Ich freue mich auf jeden guten Dialog, aber mit Syllogismen und ohne Ideologie.“

          Das sagen Sie zwar, sie tun aber das Gegenteil. Sie stellen nur polemische, fast beleidigende Behauptungen auf, und begründen sie mit keiner Silbe. Ihre Artikelserie strotzt vor pauschaler Polemik. Nennen Sie mir bitte einen Satz/Absatz aus Ihrem Artikel, der einen Syllogismus enthält. Einen. Dann diskutiere ich gerne.

          Sie behaupten: Die Rechnungen sind Unfug. Sie begründen das nicht.
          Sie behaupten: Waffen lassen sich nicht vom Menschen trennen. Sie begründen das nicht. Sie sagen lediglich, es hätte in der Geschichte schon immer Waffen gegeben. Das ist aber keine Begründung Ihrer Aussage. Genauso könnten Sie behaupten, die Todesstrafe ließe sich nicht aus unserem Rechtssystem entfernen, weil es sie schon immer gab. Die EU und viele weitere Länder beweisen das Gegenteil.
          Ihre Behauptung „Waffen formten Nationen“ ist weder begründet noch sonderlich nützlich. Denn selbst, wenn das stimmt, was ist die Schlussfolgerung? Dass wir Waffen immer noch brauchen? Da könnte ich auch folgern: Diktaturen formten Nationen → Wir brauchen Diktaturen. Als Liberaler haben Sie wahrscheinlich was gegen letztere Aussage (oder etwa nicht?).
          Das einzige, was man als Begründung durchgehen lassen könnte, war ihre polemische Aussage, dass wir dann 290.000 Arbeitslose mehr hätten. Dazu habe ich teilweise was erwidert. Nochmal genauer:

          1. Liberale wie Sie, behaupten doch immer wieder, dass jeder arbeiten kann, der dies will (immerhin empfehlen Sie Studenten ja auch Arbeit um Studienbeiträge bezahlen zu können). Wieso glauben Sie plötzlich, dass diese Menschen keinen neuen Job bekommen?
          2. Die Linke schlägt ja ein Konversionsprogramm vor. Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass ein Rüstungsunternehmen mit seinem Know-How in Metallverarbeitung, IT, und technischem Verständnis keine friedlichen Produkte herstellen könnte.
          3. Selbst wenn alle 290.000 arbeitslos würden (was wie gesagt Unfug ist), würde das den Staat dennoch wesentlich günstiger kommen, als so weiter zu machen, wie bisher. Rechnung siehe oben.

          „den Sie vielleicht für gut heißen“

          Ich heiße keine militärische Intervention gut, auch nicht wenn sie euphemistisch „Friedenseinsatz“ genannt wird. Deshalb bin ich ja auch für Abrüstung. Strukturelle Nichtangriffsfähigkeit sorgt dafür, dass diplomatische Bemühungen nicht einfach abgebrochen werden und viele unschuldige Zivilisten per Luftangriff getötet werden. Hätte Obama zum Beispiel nicht den größten Militärapparat aller Zeiten im Rücken, würde er sich wesentlich mehr Mühe geben, Konflikte diplomatisch zu lösen.

          Nochmal zu ihrem Artikel:

          Woher beziehen wir diese arrogante Selbstsicherheit, die wir seltsamerweise gegenüber anderen westlichen Demokratien nicht zeigen, die aber umso stärker hervortritt im Umgang mit anderen gesellschaftlichen Systemen?

          Alles bis zu diesem Satz ist eine Kritik an den Handlungen und Aussagen der bisherigen „westlichen“ Regierungen. Sie haben Recht mit Ihrer Feststellung, dass das Doppelmoral ist. Das betrifft allerdings nicht diesen Blog, denn hier kritisiere ich das genauso.

          „Keinen Millimeter dem Faschismus!“ heißt ihre Devise – auch wenn man dabei selbst zu faschistischen Instrumenten greift. Die Blockwarte der politischen Korrektheit und ihre Denunzianten lauern überall.

          Ja das ist blöd, wenn Leute das tun. Aber was hat das mit diesem Blog zu tun?

          Ich fasse ihren Artikel mal so zusammen: Sie kritisieren doppelmoralische Pseudo-Humanisten, die mit faschistischen Mitteln gegen Gegner vorgehen. Da Sie diesen Artikel als Grundlage einer Diskussion mit mir verlinkt haben, glauben Sie wohl, dass ich so ein doppelmoralischer Pseudohumanist bin. Das sollten SIE dann aber bitte begründen. Vielen Dank.

          Abschließend würde es mich freuen, wenn Sie erstens auf meine Argumente eingehen würden und zweitens Ihre Behauptungen auch logisch stringent begründen würden.

          Man kann bei vielen Themen (wie hier Abrüstung) logisch begründet verschiedener Meinung sein, weil man von anderen Prämissen ausgeht. Daher muss es auch legitim sein, auf seinem Blog seine eigene Meinung zu vertreten. Genau das tun sie schließlich auch auf ihrem Blog. Den Blog-Betreiber deshalb zu beschimpfen, ist dann aber genau die Aktion, die Sie zu Recht kritisieren.

          • alphachamber sagt:

            Hallo!
            Ich bedanke mich zunächst für Ihre ausführliche Antwort – Sie haben mir ziemlich viel auf den Teller gehäuft. Ich reise gerade in Asien und das Netz steht nicht immer zu Verfügung. Bitte geben Sie mir etwas Zeit für spezifische Antworten.

            Inzwischen sehe ich allerdings einige Kommunikations-Probleme:
            1. Wenn für Sie mein 3-teiliges Essay von „pauschaler Polemik strotzt“ und „keine Syllogismen enthält“ habe ich Zweifel, ob ich mich jemals Ihrem rhetorischen Standard auch nur nähern kann. Da Sie aber jetzt meine Ausführungen kritisieren, liegt es bei Ihnen zu zeigen wo der Syllogismus fehlt.
            2. Wenn Sie mich als „Liberaler“ bezeichnen, scheinen Sie wenig verstanden zu haben. In meinen Essay http://liberalerfaschismus.wordpress.com/2012/12/27/liberaler-faschismus/
            habe ich meine tiefe Abneigung gegen Liberale aller Art unverhohlen demonstriert.
            Ich bin Objektivist und das ist das exakte Gegenteil eines Liberalen. Der Artikel http://liberalerfaschismus.wordpress.com/2013/08/18/der-objektivismus-2/%5D erklärt was das bedeutet.
            3. Als Oppositionspartei kann sich Die Linke jede idealistische Forderung erlauben. Ich hoffe nicht, dass Sie ernsthaft glauben, dass diese Partei in einer (theoretischen) Regierungskoalition dieselben Programmpunkte aufrechterhalten könnte. Im Gegensatz zu vielen anderen habe ich Das Kapital von der ersten bis zur letzten Seite gelesen und das noch viel wichtigere „Kritik der politischen Ökonomie“. Bei allem Respekt vor Marx als Denker, realisierte sich keine einzige seiner wichtigsten Prognosen. Und sämtliche Varianten seiner Ideen, von Kubas Korporatismus, bis zum Steinzeitkommunismus der Roten Khmer erwiesen sich alle als unmenschlich und zerbrachen. Es ist also schon eine unbegreifliche Ausgangsbasis von diesen Elementen überhaupt noch gesellschaftliche Verbesserungen zu erwarten.
            Bis später, Grüße aus Hong Kong

          • alphachamber sagt:

            Hallo!
            Habe mich um ausführliche Antworten auf ihre Einwände und Kritik bemüht. Nach Tagen und mehreren A4 Manuskript-Seiten wurde klar, dass a) das Kommentar-Format nicht für Grundsatzdiskussionen geeignet ist und b) fast sämtliche Stellungnahmen in meinem 3-teiligen Essay enthalten sind. Dennoch, kann ich das folgende hervorheben:

            Nach Ihrer Meinung übe ich mich im oberflächlichen „Trollen“ der Blogs. Jedoch nach Durchsicht Ihrer „Aktuellen Beiträge“ fand sich keine einzige vollständige Abhandlung in der Sie ein Thema durcharbeiteten oder die Analyse eines Problems, mit Ursachenfindung und Schlussfolgerung – kaum Originales, hauptsächlich Fragmente, Schlagzeilen und Bildchen aus fremden Quellen, garniert mit ein paar Bemerkungen. Also selbst ein Trollen populistischer Tagesthemen. (Beispiel: „Eigentum macht frei“)

            Betreffs der Forderung von „Die Linke“: Deren Wahlplakate enden meist mit: – verbieten / – stoppen / – abschaffen, welches Zwang und Gewalt auf eine Gruppe der Gesellschaft zugunsten einer anderen erfordert. Ihr Gegenargument der „Notwendigkeit einer Diktatur zur Staatenbildung“ ist unsinnig und beinhaltet nicht dieselbe Logik. Beschäftigen Sie sich mit Poppers „weißen Schwänen“, dann begreifen Sie es.
            Abschaffung der Rüstungsindustrie ist ein unglaubliches Beispiel gutmenschlicher Irrationalität. Hundert Generationen vor Ihnen haben die elende Drecksarbeit der Befreiungs- und Unabhängigkeitskämpfe gemacht, über die Verteidigung Wiens vor den Muselmanen, die Französische Revolution (Lieblings-Event der Linken) den Kriegen der Vietnamesen, Koreaner, bis Iwo Jima und den Sieg über den Faschismus.

            Ob wir ohne Nationale Verteidigung (und damit einer legitimen Rüstungsindustrie) als eine riesige Herde von Sklaven anderer Mächte mit implantierten Microchips in Ghettos hin-vegetieren würden, oder auf einer globalen Spielwiese mit Gänseblümchen im Haar barfuß um Bäume tanzen und Khumbaya singen, sind ebenso irre Vorstellungen, wie Ihre Forderungen.
            Die Heuchelei liegt nun darin, dass Sie sich (wie auch Die Linke) sicher sein können diese Forderungen nie erfüllt zu sehen. Die Peinlichkeit eines nachweisbaren Fehlschlages ist somit ausgeschlossen und der Erhalt Ihres Heiligenschein auf Dauer gesichert.

            Ihr Blog erhebt den vermessenen Anspruch auf Ethik und edle Gedanken gegenüber denjenigen, die sich nicht im Einklang mit ihrer Gesinnung befinden und damit zwangsläufig zu den „GegenErdlern“ zählen.
            Anspruch auf Moral erfordert mehr als humanitäre Appelle und Kritik an Produktivität, Ehrgeiz und Erfolg. Moralisches leben braucht eine philosophische Grundlage. Durch entsprechendes persönliches Handeln, nach dessen Prinzipien, erschafft man sich sein Wertesystem. Berechtigten altruistische Taten allein schon zu einer moralischen Position, stünden gerade Ihre liebsten Feinde aus der Wirtschaft (z.B. die F. Krupp Stiftung), die Mafia, Kinderschänder und Diktatoren meterhoch über dem Papst!
            Wenn Sie von Ihrer Güte und Gerechtigkeit so eingenommen sind, schreiben SIE SELBST ein Essay mit dem Thema „Die moralische Begründung des Altruismus und der Umverteilung“. Vielleicht bin ich ja beeindruckt und dazulernen tue ich allemal.
            Wenn ich einige Punkte Ihrer Kritiken ausgelassen habe, dann deshalb weil es zu lange würde. Sie werden alles bald in einem neuen Essay auf unserem Blog lesen können.
            Nette Grüße

            • Alien sagt:

              Um vielleicht mal das Thema dieses Posts zu beenden:

              Sie glauben, Abrüstung würde uns in die Sklaverei führen, ich glaube es könnte uns in den Frieden führen. Beweisen können wir beide unsere Aussagen nicht, es bleibt Glaubenssache. Eine Diskussion darüber scheint mir also aussichtslos.

              Ansonsten sprechen wir anscheinend verschiedene Sprachen. Mein Eindruck Ihrer Kommentare ist, dass sie aus einer arroganten Position von oben herab Ihre RICHTIGE Meinung sagen, und alle anderen Meinungen als unqualifiziert abkanzeln. Das mag nicht Ihre Absicht gewesen sein, aber so kommt es bei mir an. Dann sagen Sie, Ihr verlinkter Artikel enthält sinnvolle Schlussfolgerungen, und ich kann keine erkennen. Entweder können Sie nicht argumentieren, oder ich kann Ihnen nicht folgen.

              Wenn Sie sich beschweren, dass ich keine argumentativen Artikel veröffentliche, kann ich nur sagen: Ich veröffentliche hier verschiedene Artikel: Appelle, humoristische Texte/Bilder, aber auch Argumente. Wenn Sie schon auf den Eigentumsartikel verweisen, hätten Sie vielleicht mal auf den Link geklickt, der zum argumentativen Artikel verweist:

              https://proerde.wordpress.com/2013/03/14/der-anarcho-kapitalismus-und-die-logik-des-eigentumsrechts/

              Dort entlarve ich den logischen Fehlschluss, der dazu führt, dass die libertäre Ansicht (das dürfte auch Sie als Objektivisten betreffen), Eigentum sei ein moralisches Grundrecht, falsch ist. Sie können hier gerne meinen Fehler entlarven, ich freue mich immer über logische Gegen-Argumente.

              Wenn Sie denken, ich hätte keine philosophische Grundlage, so irren Sie. Ich zitiere keine Philosophen und mein sprachliches Niveau ist wohl auch unterhalb von Ihrem, aber ich mache mir meine eigenen Gedanken. Wie ich hier beschrieben habe ist miene moralische Grundlage ganz einfach: Jeder hat die Freiheit zu tun und zu lassen, was er will. Eigentum schränkt die Freiheit anderer ein (vgl. verlinkter Artikel). Deshalb kann Eigentum nur durch einen Vertrag aller jetzigen und zukünftigen Interessenten moralisch gerechtfertigt sein, und nicht einfach durch „wer zu erst kommt, malt zu erst“. Wenn also Eigentum kein moralisches Grundrecht eines jeden Individuums ist, so ist Umverteilung an sich auch kein Verbrechen (nur bestimmte Durchsetzungen). Um Umverteilung fair zu organisieren müssen aber alle mitreden dürfen. Daher sehe ich keine Alternative zu irgend einer Art von Demokratie.

              Wenn Sie weiter diskutieren wollen, würde ich vorschlagen, dass wir ganz unten, am moralischen Fundament, anfangen und Sie mir meine logischen Fehler im oben verlinkten Artikel zum Eigentum aufzeigen. Dann haben wir vielleicht eine Basis für weitere Diskussionen.

              • alphachamber sagt:

                Danke für Ihre Antwort.
                „Sie glauben, Abrüstung würde uns in die Sklaverei führen…“ Nein. Ich schreib es wäre nur eine Möglichkeit. Bitte lesen und zitieren Sie korrekt.
                „…es bleibt Glaubenssache.“ Nun, wenn das Resultat der Forderung vom Glauben abhängig ist, warum stellen Sie sich dann hinter dieses Thema? Diese anmaßende, einseitige Ergreifung des Definitions-Monopols welche Dinge „gut“ und welche „böse“ seien, ohne erwiesene Konsequenzen, ist genau meine Hauptkritik an den Gutmenschen.
                Außerdem ist es philosophisch wieder falsch argumentiert: niemand kann „wissen“, dass die Sonne morgen wieder aufgeht. Da sie es aber seit Millionen Jahren tat, ist es eine berechtigte Annahme – und die einzige Realität die wir kennen. [Wittgenstein schrieb über die Gewissheit: „Wenn man keine Gewissheit über irgend eine Tatsache hat, kann man auch über seine eigenen Worte keine Gewissheit haben. Wenn Sie versuchten über alles zu zweifeln, kämen Sie nicht weiter als auch nur an einer Sache zu zweifeln. Das Konzept des zweifeln an sich, setzt die Gewissheit voraus.“]

                „…hätten Sie vielleicht mal auf den Link geklickt, der zum argumentativen Artikel verweist:“
                Habe ich jetzt. Dieser Artikel ist ein ehrlicher, guter Versuch. Allerdings:
                „Dort entlarve ich den logischen Fehlschluss, der dazu führt, dass die libertäre Ansicht (das dürfte auch Sie als Objektivisten betreffen).“ Nein, haben Sie nicht. Mit Anarcho-Kapitalismus haben wir nichts gemeinsam. Der argumentative Fehler besteht darin, dass Sie von deren (falschen) Prämisse ausgegangen sind. Bitte verstehen Sie: Wenn Sie den Objektivismus mit diesen Rand-Ideologien und dem gesamten Spektrum des Neo-Liberalismus zusammenwerfen, werden Sie den Objektivistische Philosophie nie begreifen. Die Prämissen und Ethik des Eigentums sind im Objektivismus anders.
                Außerdem ist Ihr „Insel-Beispiel“ nicht durchgreifend. Es hat Löcher wie ein Schweizer Käse. Das ist aber ein anderes Thema.

                Ich mag das Internet nicht, weil es keine subtilen, nuancierten Ausdrucksweisen zulässt. Sicher könnte man sich den einen oder anderen Zynismus sparen und mit einem freundlichen Augenzwinkern ersetzen. Ich gehe neue Kontakte/Blogs etwas aggressiv und mit Sarkasmus an, um zu sehen was dahintersteckt. Wenn sich jemand die Zeit und Mühe macht, wie Sie, ausführlich zu antworten ist es auch meine Zeit und Gedanken wert.
                Habe nicht die Absicht zu missionieren, sondern Gegensätze herauszufinden (des „Teufels Advokat“ zu spielen). Zustimmungen tun gut, aber Kritik und Gegenargumente sind mir wertvoller um eigene Syllogismen und Rhetorik zu verfeinern. Aber ich diskutiere nur und debattiere nicht; für Fadenscheinigkeit, schlecht durchdachte Argumente und philosophische Stümperei habe ich keine Geduld.

                Bitte verzeihen Sie, aber Ihre derzeitige Anschauung über die Beziehung zwischen Eigentumsrechte und Moral sind wohlgemeint aber wirr und nicht fundierte zusammengesetzte Fragmente von „was- Sie-gut-finden-und-was-nicht“. Ein Anzeichen dafür sind Aussagen mit falschen Prämissen und Schlussfolgerungen wie diese:
                „Wenn also Eigentum kein moralisches Grundrecht eines jeden Individuums ist, so ist Umverteilung an sich auch kein Verbrechen“. Und dann kommt dieses:
                „Um Umverteilung fair zu organisieren müssen aber alle mitreden dürfen.“
                Vielleicht sehen Sie sich dort mal um: http://libertarismus.net/2013/07/03/warum-selbsteigentum-und-das-prinzip-der-erstinbesitznahme-keine-willkurlichen-prinzipien-sind/#comment-56
                Wohl gemerkt: Ich stimme nicht allem zu – aber es ist ein solider Anfang.
                Beste Grüße

                • Alien sagt:

                  Danke für den sehr interessanten Link.

                  Wenn Sie Interesse haben, und Ihnen die „philosophische Stümperei“ nicht zu sehr auf den Magen schlägt, lade ich Sie dazu ein, beim Eigentumsartikel „den Schweizer Käse zu zerschneiden“ und darzulegen, wo sie logische Sprünge/Widersprüche/Unklarheiten sehen.

                  • alphachamber sagt:

                    Danke für Ihre Antwort.
                    „philosophische Stümperei” war nicht für Sie persönlich bestimmt.
                    Ich werde es versuchen (bin wieder auf Reisen, manchmal ohne wifi und kann nicht immer bequem schreiben).
                    Zwischenzeitlich, versuchen SIe sich selbst als „Teufels Advokat“ um Lücken zu finden. Es wird einfacher, wenn wir die Probleme etwas eingrenzen und das Unmachbare vergessen können. Vergleichen Sie die Rechtslage in Staaten mit / und ohne privatem Grundbesitz, und überdenken die Bedeutung von „Besitz“ und „Eigentum“.
                    Auf bald!

  4. alberich sagt:

    Hat dies auf alberichswahrheiten rebloggt.

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