Polizei-Prioritäten

Was unsere „Gesetzeshüter“ so alles treiben, ist schon erstaunlich. Mal suchen sie mit teuren Überwachungsmethoden und kostenintensivem Personaleinsatz nach Klopapier-Dieben, dann beschäftigt sich der Staatsschutz mit Spaziergängern.

Auch gerade wieder beschäftigen sich die Beamten mit wichtigen Dingen, deshalb heißt es auch Tag ein Tag aus, wir bräuchten mehr Polizeibeamte. Das leuchtet mir völlig ein, dass wir wesentlich mehr Polizisten benötigen, wenn 140 Beamte nichts anderes zu tun haben, als festzustellen, ob einer der Flüchtlinge des Protestmarschs eine Ordnungswidrigkeit begangen hat, indem er seine Residenzpflicht verletzt. Diese Kontrolle war auch nicht die erste auf dem Marsch, der seit 20. August Richtung München verläuft. Diesmal war es allerdings besonders heftig, und drei Flüchtlinge liegen im Krankenhaus.

Ich bin gespannt, ob es Konsequenzen für die Polizisten gibt, die offenbar höchst brutal agiert haben. Vermutlich schützt sie wieder ihre Anonymität durch Helme und fehlende individuelle Kennzeichnung. Polizisten sollten ja nicht unter Generalverdacht gestellt werden, argumentiert die CDU. Wie zynisch diese Aussage in Zeiten von NSA-Totalüberwachung (siehe Spaziergänger-Link oben) ist, kann kaum übertrieben werden. Der Staat stellt den Bürger unter Generalverdacht, aber umgekehrt gibt er sich pikiert. Liebe CDU, wer nichts zu verbergen hat…

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5 Kommentare zu “Polizei-Prioritäten

  1. Also ich weiß jetzt gar nicht ob ich lachen oder weinen soll.
    Na gut, vielleicht auch Wut haben sollte.
    „Unsere“ Polizei und der liebe Staatsschutz scheinen sich ja „wirklich um die wahrhaftig wichtigen Dinge zu kümmern“. 😉
    Nichts desto trotz zeigt Dein Beitrag, wie sehr die Überwachung, auch
    in der BRD, schon fortgeschritten ist.
    Georg Orwell lässt Grüßen

    Peter

    • Alien sagt:

      Ja, die Überwachung ist sehr umfassend. Die CDU pocht ja auf Vorratsdatenspeicherung (das, was die NSA jetzt schon tut) und stellt damit alle Bürger unter Generalverdacht, hat aber was dagegen, wenn Bürger Polizisten unter Generalverdacht stellen. Irgendwie schizophren.

      • Eddi sagt:

        Interresant ist auch folgendes: Die heutigen Medien berichten doch deshalb immer so derat schlimm über die STASI in der ehemaligen DDR um von unseren West-„STASIS“ abzulenken.

        Wir haben den Verfassugsschutz,
        den Millitärischen Abschirmdienst,
        den Bundesnachrichtendienst usw…

        Und die USA, bei den wimmelt es nur
        so von Gehmeindiensten.

        Die „PRISM, NSA-Affaire“ ist doch nur das I-Tüpfelchen was an das Tageslicht kommt. Was alles unter dem Deckmantel in unserer Gesselschaft oder den USA passiert können wir gar nicht erahnen.

        Eines ist sicher, die Überwachung ist schon soweit pervertetiert, das selbst die Normalbürger sicher immer mehr ihrer eigenen Grund-Rechte beschneiden lassen, und andere die diese Bewahren wollen, noch angreifen mit dem Satz „Wenn man doch nicht zu verbergen hat“.

        Taschenkontrollen in Supermärkten. Kameras an Haltestellen, Bahnhöfen, U-Bahnhöfen, selbst in manchen Mietshäuserblöcken von der GWH sind in den Fluren Kameras integriert. Kamreas sind überall in den Supermärkten, wer nicht einwilligt sich Filmen zu lassen, kann verhungern, den alle Supermärkte überwachen. Das recht auf das eigene Bild gibt es nicht mehr…

        Google usw. wird überwacht…

        Kameras sind ja sogar an Öffentlichen Stellen, wie Innenstäde zu unserer Sicherheit natürlich. Die neuen Drohnen werden bald noch mehr zu unserer Sicherheit beitragen, denn nur Überwachung verhindert aufkeimende Revolutionäre tendenzen.

        Früher in den 70er 80er Jahren, hätten sich die Menschen jedenfalls über derartige Einschnitte beschwert, und währen auf die Barikaden gegangen. Heute nimmt man das hin.

        So bleibt mir nur noch als Satirischen Schluß zu sagen:
        „Wir müssen die Bullen rufen“,
        „Aber das waren doch die Bullen !“
        „Und wenn rufen wir jetzt ?“
        (Szene aus „Evolution“)

  2. Mir wird jedesmal ganz blümerant zumute, wenn ich so etwas lese… Es wird zusehends ungemütlicher hier…

    • Alien sagt:

      Was mich an der obigen Geschichte wundert, ist, dass es beim letzten Marsch keine Kontrollen gab, obwohl bekannt war, dass manche gegen die Residenzpflicht verstoßen. Das hat ja den ein oder anderen Rassisten von ProDeutschland auf die Palme gebracht.

      Vielleicht liegt es am Wahlkampf – wir zeigen Stärke und setzen Recht und Ordnung durch, oder so.

      Aber 140 Beamte wegen einer Ordnungswidrigkeit macht mir auch Angst.

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