Buchtipp

Vor kurzem habe ich „Das Geständnis“ von John Grisham gelesen. Es zeigt äußerst spannend die Abläufe hinter den Kulissen der Mordmaschinerie namens Texas. Es endet leider recht realistisch, aber das ist scheinbar typisch für Grisham (ich habe erst zwei Bücher von ihm gelesen, daher könnte meine Einschätzung falsch sein).

Hat man einmal angefangen, kann man das Buch kaum noch weg legen. Zu Beginn beichtet ein mehrfach verurteilter Sexualstraftäter einem örtlichen Pfarrer einen Mord, für den ein anderer in vier Tagen hingerichtet werden soll. Ein spannender Wettlauf gegen die gut geölte Hinrichtungsmaschine Texas beginnt. Hoffnungen werden geweckt und zerstört und geweckt und zerstört und geweckt und zerstört, so dass man am Ende schweißgebadet das Buch weglegt und sich denkt:

Welch barbarische Rituale es in einer vermeintlich zivilisierten Gesellschaft gibt! Erschreckend.

Dieses Buch erzählt zwar eine fiktive Geschichte. Leider passiert so etwas auch in der Realität. Dass Unschuldige hingerichtet werden, ist eine zwingend logische Konsequenz aus der Existenz der Todesstrafe. Wikipedia nennt zwei, die posthum begnadigt wurden. Amnesty International ergänzt:

Seit 1973 wurden in den USA 142 zum Tod verurteilte Gefangene aus der Todeszelle entlassen, nachdem ihre Unschuld anerkannt worden ist. Die meisten von ihnen verbrachten viele Jahre im Todestrakt, einige standen nur wenige Stunden vor ihrer drohenden Hinrichtung. Andere Gefangene wurden hingerichtet, obwohl starke Zweifel an ihrer Schuld bestanden.

Aktuell bestehen zum Beispiel beim Fall Lancelot Armstrong starke Zweifel an den Vorwürfen, dennoch sitzt er seit über 20 Jahren in der Todeszelle.

Wer sich gegen Hinrichtungen engagieren will, kann sich beispielsweise an den Urgent Actions von Amnesty International beteiligen. Viele dieser Aktionen sind erfolgreich.

Machts gut!

Euer Alien

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4 Kommentare zu “Buchtipp

  1. Alien sagt:

    Hier noch ein Beispiel eines offenbar unschuldig Hingerichteten:

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/carlos-deluna-in-texas-unschuldig-hingerichtet-a-833250.html

    Wahrscheinlich wird er dann auch schon im Jahre 2084 begnadigt – wenn alle Mörder (Staatsanwalt und Co.) das Zeitliche gesegnet haben.

  2. Danke für den Buchtipp. Ich lese Grisham ausgesprochen gerne, weil er in seinen Romanen auch schon mal heisse Eisen anpackt… Seit langen Jahren schon verfolge ich das Schicksal der Deutschamerikanerin Debra Mielke…

    • Alien sagt:

      Aber gern.

      Debra Milke ist auch ein spannender Fall, danke für die Info. Bei ihr scheint es ja nach einer Fast-Hinrichtung vielleicht noch gut auszugehen.

      Nach mehr als zwei Jahrzehnten Folter wäre ihr das zu wünschen.

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