Tödliche Routine (3)

Tote im Mittelmeer. Wieder mal:

Rund hundert in Seenot geratene Flüchtlinge klammerten sich an einen Thunfischbehälter, den ein tunesischer Kutter hinter sich herzog. Berichtenzufolge schilderten Überlebende, dass mindestens sieben der Flüchtlinge starben. Einige seien ins Meer gefallen, nachdem die Besatzung des Fischerbootes die Taue gekappt hatte, die das Boot mit dem Thunfischnährbecken verbanden. Einige sollen versucht haben, an Bord des Bootes zu gelangen, seien aber gewaltsam ins Meer gestoßen worden.

Die Handlungen der Fischer sind natürlich verwerflich, es lohnt dennoch, nach Gründen zu suchen. Die sind nämlich genauso schockierend, wie die Handlungen selbst:

Obwohl Schiffsbesatzungen nach internationalem Recht verpflichtet sind, Schiffbrüchige zu retten, drohen Seeleuten, die Flüchtlinge retten und an Land bringen, harte Sanktionen. In der Vergangenheit wurden unter anderen zwei tunesische Fischer, die Flüchtlinge gerettet hatten, in Italien zu Geld- und Haftstrafen verurteilt. Die strafrechtliche Verfolgung von Schiffsbesatzungen, die Flüchtlinge retten, führt immer wieder dazu, dass Seeleute in Seenot geratene Flüchtlinge ignorieren und sie dem Tod überlassen.

Rettest du also selbstverständlich Flüchtlinge wirst du wegen Schlepperei angeklagt, lässt du sie sterben, wegen Totschlags? Was für ein Bullshit.

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Ein Kommentar zu “Tödliche Routine (3)

  1. Dummheit und Unmenschlichkeit kennen mittlerweile in der Tat keine Grenzen mehr…

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