Diätenfestlegung

In der Regel ist es in Deutschland und anderswo so, dass das Gehalt eines Angestellten vom Arbeitgeber festgelegt wird. Wenn dem Arbeitnehmer das Gehalt nicht passt, kann er verhandeln oder kündigen.

Einzige Ausnahme: Politiker. Diese können sich ihr Gehalt selbst festlegen. Warum eigentlich?

Wer ist der „Arbeitgeber“ der Bundestagsabgeordneten? Das Volk. Die Menschen, die die Abgeordneten wählen sollten demnach auch entscheiden, wie viel Geld sie bekommen. Wenn das den Abgeordneten zu wenig ist, können sie entweder um mehr Geld bitten, oder sie hören auf.

Wie soll nun das ganze Volk die Diäten festlegen? Ganz einfach. Da sowieso gewählt wird, kann man die Wahlzettel noch mit einem Feld für die Höhe der Diäten versehen. Dort kann dann jeder Wähler eintragen, wie hoch die Diäten im Monat sein sollten. Dann wird das 5 % gestutzte Mittel genommen, und das ist dann das Gehalt der Abgeordneten. Fertig.

Das Stutzen des Mittelwertes hat einfach den Sinn, zu verhindern, dass zukünftige Abgeordnete (die ja auch wählen dürfen) einfach hundert Trilliarden einsetzen und damit den Mittelwert künstlich in die Höhe treiben. Die 5 % höchsten und 5 % niedrigsten Werte werden quasi weggelassen und aus dem Rest der Mittelwert berechnet.

Mich würde wirklich mal brennend interessieren, was sich für ein Wert ergeben würde – rein netto.

Was haltet ihr von dem Vorschlag?

Euer Alien

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14 Kommentare zu “Diätenfestlegung

  1. In der Industrie gehen die Preise fast nur noch nach unten, es wird weniger verdient, davon können Selbstständige täglich ein Lied singen.
    Wir das Volk ist mit dieser Selbstbedingung nicht einverstanden.Mag jeder denken wie er will, aber die Tatsachen sehen wir tag für tag. Warum sitzen so viel Abgeordnete in Berlin und Brüssel, die Hälfte wäre in der heutigen Zeit ( Internet ect. ) ausreichend.

  2. jan sagt:

    Ich würde statt ein um 5 % gestutzen durchschnittwert einfach den Median nehmen. Also das Gehalt was in der Mitte steht. Oder eben aus den 50% Medianwerten den Mittelwert bilden, damit alle Außreißer wegfallen.

    • Alien sagt:

      Der zweite Vorschlag wäre dann ein 25 % gestutztes Mittel. Ja warum nicht. Median ist auch eine Möglichkeit. Zahlen wären jetzt mal interessant.

  3. Ich bin für EINSPERREN !

    • Alien sagt:

      Kein Problem, die netten Herren mit den weißen Jacken stehen dir jederzeit zur Verfügung. Du musst nur in eine Klinik deines Vertrauens gehen. 😉

  4. Ich wäre für ein leistungsbezogenes Gehalt – gestaffelt nach dem, was ein/e Minister/in oder Abgeordnete/r für das Volk tut, welches ihn/sie gewählt hat. Und für ein konsequentes Verbot, geltend für alle Mitglieder des Bundestages, was Berater- oder Aufsichtsratsposten in der sogenannten Wirtschaft betrifft. Um eine gewisse Objektivität gewährleisten zu können.

    • Alien sagt:

      Das klingt im Grunde gut, aber gerade den ersten Punkt, leistungsgerechte Bezahlung, sehe ich schwer bis unmöglich umsetzbar. Woran will man denn die Leistung festmachen? Wer entscheidet, ob er viel geleistet hat?

  5. Alien sagt:

    Vorläufiges Ergebnis nach 28 Stimmen:

    Mittelwert: 4795,18 Euro (5% gestutzt genau so viel, aufgrund der wenigen Werte)
    25 % gestutztes Mittel: 4608,27 Euro
    Median: 4750 Euro

    Also da bräuchten sich die Abgeordneten sicher nicht beschweren.

  6. jan sagt:

    Ich frage mich nur bei einem solchen Gehalt ob dann noch viele in die Politik wollen. Da gäbe es schon einige Jobs bei denen man mehr bekommen kann. Sogar als Oberstudienrat. Und vor allem müsste man mit der Rente noch überlegen wie man damit umgeht. Man sollte als Politiker keine Angst haben müssen Entscheidungen zu treffen bei denen man dann später keine Arbeit mehr angeboten bekommt, sonst trifft man die nicht.

    • Alien sagt:

      Wenn die Abstimmenden tatsächlich das Netto-Gehalt gemeint haben, dann entspricht das von mir berechnete etwa dem aktuellen Netto-Gehalt. Ich habe mal gelesen, dass ca. 4700 Euro übrig bleiben. Kann man ja sicher nachrechnen.

      „Sogar als Oberstudienrat“

      Wieso sogar? Als Oberstudienrat hat man lange studiert, sich durchs Referendariat gequält, und was noch viel wichtiger ist, man prägt die nächste Generation. Das ist eigentlich eine sehr verantwortungsvolle Tätigkeit. Außerdem bekommt ein Oberstudienrat obiges Gehalt erst nach vielen Jahren brutto, nicht netto.

      „Man sollte als Politiker keine Angst haben müssen Entscheidungen zu treffen bei denen man dann später keine Arbeit mehr angeboten bekommt, sonst trifft man die nicht.“

      Hm, das könnte schon ein Problem sein. Aber ob dem mit wesentlich mehr Geld abgeholfen wird? Ich vermute, dass bei niedrigeren Diäten eher integere Menschen in die Politik gehen, die sich nicht so einfach kaufen lassen, als wenn so eine üppige Bezahlung wie im Moment winkt. Politik ist dann eben nichts, was reich macht, sondern was man aus Überzeugung tut. Und wenig sind 4000 Euro im Monat ja nun nicht gerade.

  7. Ganz so einfach, wie dargestellt, ist die Lage der Abgeordnetendiäten auch nicht. Ursprünglich orienteirte man sich an der Besoldung von obersten Bundesrichtern.
    Diese Besoldung jedoch hat man bisher nicht einmal eingeholt. Faktisch blieb die Diätenentwicklung sogar hinter dem allgemeinen Lohnniveau zurück. Hier möchte ich auf die Homepage des SPD-Abgeordneten Pronold verweisen, der eine bracuhbare Veranschaulichung veröffentlicht hat: http://www.glaeserner-abgeordneter.de/infotour/diaeten

    Die Debatte über Diäten erscheint mir daher unter falschen Annahmen geführt zu werden, vielleicht auch mit einer zweifelhaften Motivation.

    • Alien sagt:

      Sie können ruhig an meiner Motivation zweifeln, jedoch halte ich die Diätenfestlegung für einen Konstruktionsfehler des Grundgesetzes. Wenn der Gesetzgeber per Gesetz sein eigenes Gehalt beschließt, hat das zwangsläufig einen fahlen Beigeschmack.

      Ursprünglich orienteirte man sich an der Besoldung von obersten Bundesrichtern.

      Ursprünglich gab es das Grundgesetz, dass eine die Unabhängigkeit sichernde Besoldung verlangte. Näheres sollte ein Bundesgesetz regeln. Dann wurde der Anker „Oberster Bundesrichter“ geworfen, auf den sich plötzlich alle bezogen. (Ankereffekt) Blöde Frage, aber wieso wurde gerade das Gehalt des obersten Bundesrichters gewählt, und nicht das eines Lehrers, eines Polizisten, eines Managers, oder sonst was. Dieser Anker dient doch nur dazu, zu suggerieren, es gehe alles mit rechten Dingen zu. Am Grundproblem, der vom Grundgesetz vorgeschriebenen Selbstbedienung, ändert es nichts.

      Es ist nicht der Fehler der Abgeordneten, dass sie über ihre Diäten bestimmen müssen, aber sie könnten diesen Fehler beheben.

      • Zunächst sollte man festhalten, dass ein Abgeordneter im Bundestag nun doch schon mit eines der höchsten öffentlichen Ämtern ist. Entsprechend dieser heirarchischen Gliederung halte ich die Besoldungstabelle als Anhaltspunkt durchaus für gerechtfertigt.

        Inwiefern sollte der Anker suggerieren, alles gehe mit rechten Dingen zu? Der Anker ist eine Orientierung, die m.E. sehr transparent ist. Gemäß welchen maßstabes sollte man sonst die Diäten bestimmen?
        Interessant wird dann nur eine Doppelbesoldung, da die meisten Abgeordneten aus dem öffentlcihen Dienst kommen. Da wird zwar ein Gehalt stark reduziert, ein herr Gabriel arbeitet dennoch dann vermutlich derzeit nicht als Lehrer. Auch bei den zuschüssen müsste man mehr Transparenz schaffen. Hier sähe ich die wesentlichen Kritikpunkte an der Entlohnung der Volksvertreter und nicht an der Summe an sich.

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