„Wir haben korrekt gehandelt“

Es ist NICHT immer lobenswert, wenn Beamte und Politiker „korrekt“ handeln. Schon gar nicht, wenn sie sich an menschenverachtenden Gesetzen orientieren, und diese ohne Rücksicht auf jegliche Menschlichkeit durchpeitschen.

Wieder ein Mal wurde eine Familie zerrissen. Während eine Mutter von 5 Kindern schwanger im Krankenhaus liegt, wird der Vater samt drei der fünf Kinder nach Polen abgeschoben, weil Dublin II das angeblich so verlangt. Die Frist zur Abschiebung war noch nicht mal abgelaufen, dennoch hielt man es in der Behörde in Einvernehmen mit Landrat Ludwig für nötig, die halbe Familie schon mal zu deportieren. Der Landrat wies alle Vorwürfe zurück und konterte, „seine Behörde habe sich in jeder Hinsicht korrekt verhalten“.

Korrekte Menschen, die einfach nur eine Deportation befehlen. Irgendwie kommt mir das bekannt vor.

Dieser widerliche Dreck hat NICHTS, aber auch gar nichts, mit RECHT zu tun. Das ist UNRECHT, und sei es auch durch noch so viele Drecks-Gesetze gedeckt. Kein Mensch und keine Behörde hat das Recht unschuldige Menschen zwangsweise irgendwohin zu verfrachten. Das ist FALSCH, FALSCH und noch mal FALSCH. So etwas wird nie richtig. NIEMALS. Nicht durch Gesetze, nicht durch gesellschaftliche Akzeptanz, nicht durch Urteil des Verfassungsgerichts. Falsch bleibt falsch. Moralisch verachtenswert bleibt moralisch verachtenswert.

Abschiebung ist ein Verbrechen, das jedes Jahr vieltausendfach begangen wird. Von unseren Behörden und Polizisten. Ich hasse es. Ich werde mich niemals damit abfinden.

Zwar ist es schön, dass sich Landtagsabgeordnete teilweise dafür einsetzen, aber:

„Der Landtag hat einstimmig beschlossen, dass Familien bei Abschiebungen nicht zerrissen werden dürfen“, stellt Renate Ackermann entsetzt fest. „Das Vorgehen des Ansbacher Landratsamtes ist vollkommen inakzeptabel.“

Nicht nur Familien Zerreißen ist falsch. Abschieben generell ist falsch. Wir haben kein Recht dazu. Keines. Deportation ist und bleibt ein Verbrechen – auch wenn man sie Abschiebung nennt.

Staatliche Behörden begehen Verbrechen.

Dagegen wehre ich mich. So etwas darf es nie wieder geben. NIE WIEDER!

Euer Alien

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4 Kommentare zu “„Wir haben korrekt gehandelt“

  1. Ich denke, wir sind schon mitten drin im Holocaust. Wir haben zwar keine KZ’s und Gaskammern – aber europaweit zehntausende Arme durch eine kaltschnäuzige und unmenschliche Finanz- und Wirtschaftspolitik in den Selbstmord treiben, Familien auseinander reissen, und ungezählte Male wider die Menschlichkeit handeln – ich bezeichne das als Holocaust – laut und deutlich…

    • Alien sagt:

      Mal unabhängig von der Bezeichnung sind es abscheuliche Verbrechen. Und die Parallelen in der Geisteshaltung („wir führen korrekt Befehle aus und halten uns korrekt an jedes noch so teuflische Gesetz“) sind zu deutlich, um sie nicht erkennen zu können, wenn man denn wollte.

  2. erikschueler sagt:

    Entgegen der gesellschaftlichen Moral zu handeln ist unmoralisch und wird mit Verachtung bestraft. Entgegen das Gesetz zu handeln ist gesetzeswidrig und wird mit Strafe durch die Justiz geahndet. Gesetze sind nichts weiter als festgeschriebene gesellschaftliche Normen und wenn diese unzeitgemäß sind, dann gehören sie von der Gesellschaft erneuert. Leider kommt es dennoch vor, dass die gegebene Situation gesetzeswidriges Handeln provoziert, aber moralisch richtig wäre. Wer in einer solchen Situation seiner Moral nachgibt fühlt sich gut, ist aber straffällig geworden. Diese Ebene der Moral bezeichnet man -so denke ich- als Übermoral oder als höchste moralische Stufe. Man stellt die Moral über das Gesetz. Anders herum wird man von der Gesellschaft gehasst. Bsp.: Dieser Kinderschänder der vom Polizisten bedroht worden ist mit Gewalt und entschädigt wird. Es ist eine Dilemmersituation. Du kannst es nicht richtig machen. Ist wie die Entscheidung ein Flugzeug abzuschießen, welches übernommen worden ist. Menschen töten oder Menschen töten?

    • Alien sagt:

      Das letzte Beispiel ist (zumindest theoretisch) ein ECHTES moralisches Dilemma, weil zwei gleichwertige Güter gegeneinander abgewogen werden müssen (das Leben der Fluggäste gegen das Leben der Menschen am Boden). Bei Abschiebung gibt es kein wirkliches moralisches Dilemma (niemandem schadet ein Bleiberecht), man muss sich „nur“ gegen die herrschende Pseudo-Doppel-Moral stellen, die Menschen in verschiedene Klassen aufgrund deren zufälligen Geburtsortes einteilt.

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