Achtung Statistik (3)

Heute geht es um K und K, nicht die Kaffee und Kuchen Monarchie von Österreich Ungarn, sondern um

Korrelation und Kausalität

Korrelationen sind Zusammenhänge, Wenn-Dann-Beziehungen. Zum Beispiel könnte man statistisch feststellen, dass wenn besonders viele Störche nisten, besonders viele Kinder geboren werden. Es besteht also eine hohe Korrelation zwischen Anzahl Störche und Anzahl Geburten bei Menschen.

Kausalzusammenhänge oder Ursache-Wirkungsbeziehungen hingegen lassen sich nicht mit Statistiken feststellen. Aus obiger Statistik folgt eben NICHT, dass die Störche für die hohen Geburtenraten ursächlich verantwortlich sind.

Aus einer Kausalbeziehung folgt natürlich eine hohe Korrelation. Ist es draußen kalt, frieren viele Menschen und ziehen deshalb eine dicke Jacke an. Die Ursache Kälte ist für die Wirkung dicke Jacke verantwortlich. Wenn jetzt jemand die Temperatur misst, und die Anzahl der Menschen mit dicken Jacken zählt, wird er auch hier eine hohe Korrelation zwischen Kälte und dicke Jacke finden.

Umgekehrt muss das aber nicht sein. Nur weil eine statistische Korrelation vorliegt, muss nicht das eine Ursache des anderen sein. Formal: Wenn A und B korrelieren, kann A die Ursache für B sein, B die Ursache für A, oder C die Ursache für A und B.

So klar diese Tatsache beim Storchenbeispiel ist, so gern wird dieser Fehler bei anderen Themen von einer Mehrheit begangen.

Nehmen wir an, wir finden eine hohe Korrelation zwischen der Zeit, die jemand brutale Computerspiele spielt und seiner Aggressivität. Wir stellen fest, WENN jemand viel spielt, DANN ist er besonders aggressiv.

Viele begehen jetzt schon – nur aufgrund dieses Zusammenhangs – davon aus, dass die Computerspiele die Aggressivität auslösen. Sie denken also, WEIL jemand viel spielt, ist er besonders aggressiv.

Nach unserem Formalismus wären aber verschiedene Kausalzusammenhänge denkbar:

  1. Weil jemand viel spielt, wird er aggressiv.
  2. Weil jemand aggressiv ist, spielt er viele brutale Spiele.
  3. Aus Grund C wird jemand aggressiv und spielt gerne brutale Spiele.

Grund C kann hier durch vielfältige Ursachen ersetzt werden. Vielleicht wurde er von den Eltern geschlagen, was Aggressivität und die Flucht aus der Realität ins Spiel befördert etc. Erst durch Experimente können Ursache-Wirkungs-Beziehungen festgestellt werden. Ohne diese (und gerade bei diesem Thema ist es ethisch schwer vertretbar gute wissenschaftliche Experimente durchzuführen) kann man zur Ursache keine Angaben machen.

Fazit: Wirft jemand mit einer Statistik um sich, um damit eine Kausalbeziehung zu belegen, ist äußerste Vorsicht geboten.

Bleibt skeptisch!

Euer Alien

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5 Kommentare zu “Achtung Statistik (3)

  1. Da weiss ich noch ein Beispiel: Nur weil ein Klein-Philip von der FDP den Armutsbericht sehr plump zu fälschen versteht, und in Interviews beharrlich Tatsachen auf das Dreisteste verleugnet, muss es den Deutschen nicht wirklich so gut gehen, wie von ihm propagiert…

  2. Violet Teki sagt:

    Weil man keinen Gott sieht, gibt es keinen.

  3. ullli23 sagt:

    … und wo viel Feuerwehr ist, gibt es viele Brände. War mal in ’ner Statistik-Vorlesung bei Potsdam (glaub Griebnitzsee), da kamen auch Störche, Feuerwehren und Geburtenzusammenhänge dran… 😉

    Und Homer Simpson fasste einst zusammen: „Ach, es gibt immer Querulanten, die mit Statistiken etwas beweisen wollen. 14 Prozent aller Leute wissen das. [1F09]“ http://www.united-simpsons.de/chara_homer.php

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