Les Misérables

Die Geschichte von Les Miserables spielt im 19. Jahrhundert. Ein Mann wird wegen des Diebstahls eines Brotes zu 5 Jahren Haft verurteilt und bleibt aufgrund von Fluchtversuchen insgesamt 19 Jahre in Haft, bis er auf Bewährung entlassen wird. Durch seinen gelben Bewährungspass findet er keine anständige Arbeit und keine Unterkunft und wird fast wieder straffällig, bis ihm ein Bischof hilft, wieder auf die Beine zu kommen.

Er hat es also mit viel Glück geschafft, sich den Mühlen des grausamen Unrechts- und Asozialstaates zu entziehen.

Aber das ist ja alles Vergangenheit. Heute ist es besser, oder? Ja, aber unser Staat entwickelt sich wieder zurück zum System von „Les Misérables“.

Hier ist die unglaubliche Geschichte nachzulesen.

Kurz zusammengefasst: Weil das Jobcenter die Zahlung der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge verschleppt, bekommt die Hartz-IV-Empfängerin (besser Nicht-Empfängerin) ein Bußgeld aufgebrummt (wegen Verstoß gegen die Versicherungspflicht). Da sie das natürlich nicht zahlen kann, kommt sie in Erzwingungshaft.

Les Misérables grüßt Hauptmann von Köpenik.

Euer Alien

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6 Kommentare zu “Les Misérables

  1. Rowen sagt:

    Die Geschichte ist wirklich hart. Erinnert mich an eine Geschichte mit einem kürzlich Erblindeten, der nicht zum Jobcenter konnte, weil er allein gelebt hat. Nur war die nicht ganz so heftig, dem wurden „bloß“ Gelder gestrichen …
    Da fragt man sich, ob die zuständigen Behörden auch an die Menschen hinter ihren Zahlen denken, oder ob sie die vor lauter Euros und der Gier danach überhaupt noch sehen. Ich schäme mich immer wieder, wenn ich so etwas lese. 😦

  2. Mir geht in jüngster Zeit immer öfter im Kopf um, dass mich die aktuellen Zustände, grade was soziale Ungerechtigkeiten, die Schere zwischen Arm und Reich, die Willkür der sogenannten Volks(ver)treter anbelangt, schon sehr an die Phase vor der Französischen Revolution erinnert…

    • Alien sagt:

      Bzw. die Phase danach. Anfang des 19. Jahrhunderts war die Revolution schon vorbei. Dadurch, dass der Volkssport Guillotinieren hieß, wundert es mich nicht, dass es danach nicht mit einer friedlichen Gesellschaft weiterging, sondern eben „miserabel“.

  3. M.E. sagt:

    Unfassbar grausam und eine Schande, aber ich glaube sofort, dass das wahr ist. Ist mir schließlich selbst ähnlich passiert, nur (bisher zumindest) ohne Knastaufenthalt. Mal sehen, wann der Gerichtsvollzieher vorbeischaut…

    • Alien sagt:

      Na dann hoffen wir mal, dass das mit dem Knast so bleibt bei dir.

      Es ist schon eine wirklich unglaubliche Geschichte, wie unser Leben von Bürokraten regiert wird.

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