Weltsozialamt

Deutschland kann nicht das Weltsozialamt sein, heißt es immer wieder. Nun, das ist eigentlich eine Binsenweisheit. Natürlich reichen die Einnahmen der Sozialkassen eines 80-Millionen-Landes nicht aus, um sieben Milliarden Menschen zu versorgen. Warum sollten sie das auch? Es gibt ja wie gesagt nicht nur 80 Millionen Menschen auf der Welt, sondern sieben Milliarden. Das heißt, die Einnahmen sind bei weitem größer. Und natürlich würden die Einnahmen eines 7-Milliarden-„Staates“ reichen um ein Weltsozialamt zu finanzieren. Die Einnahmen kämen ja auch aus aller Welt.

Und wenn ein Herr Niebel rechte Floskeln nachplappert, und meint wir seien kein Weltsozialamt, dann könnte er wenigstens mal soweit denken, und ein echtes Weltsozialamt ins Leben rufen. Dies wäre ganz im Einklang zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die alle Staaten unterzeichnet haben. In Artikel 22 heißt es dort:

Jeder hat als Mitglied der Gesellschaft das Recht auf soziale Sicherheit und Anspruch darauf, durch innerstaatliche Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit sowie unter Berücksichtigung der Organisation und der Mittel jedes Staates in den Genuß der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen, die für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlich sind.

Diese Rechte sind nicht dadurch abgedeckt, dass man den Menschen das Recht zu verhungern gibt. Es bedarf einer gesicherten Grundversorgung. Diese wäre selbstverständlich möglich. Und daher auch nötig. Wie Jean Ziegler richtig bemerkte:

Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet.

Was also tun?

Lasst uns die reichen Staaten und die UN daran erinnern, was sie versprochen haben, als sie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte unterschrieben haben!

Ich würde vorschlagen, wir starten hier eine Petition. Als Empfänger geben wir den Generalsekretär der UN, Ban Ki Moon sowie die Staats- und Regierungschefs der reichsten Staaten (Monaco, Liechtenstein, Luxemburg, Bermuda, Katar, Norwegen, Schweiz, Vereinigte Arabische Emirate, San Marino, Dänemark, Jersey, Kuwait, Die britischen Jungferninseln, Australien, Die Cayman Inseln, Niederlande, Irland, Schweden, Kanada, USA, Österreich, etc.) an. Wenn wir die E-Mail-Adressen angeben, löst jede Unterschrift eine E-Mail mit entsprechendem Inhalt an alle diese Stellen aus.

Hier mein erster Entwurf für den Petitionstext – ich bitte um Verbesserungsvorschläge:

Sehr geehrter Generalsekreträr der Vereinten Nationen,
Sehr geehrte Staatsoberhäupter,
Sehr geehrte Regierungschefs,

die allgemeine Erklärung der Menschenrechte, unterzeichnet von allen Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, ist bedauerlicherweise noch nicht vollständig umgesetzt. In Artikel 22 heißt es:

Jeder hat als Mitglied der Gesellschaft das Recht auf soziale Sicherheit und Anspruch darauf, durch innerstaatliche Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit sowie unter Berücksichtigung der Organisation und der Mittel jedes Staates in den Genuß der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen, die für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlich sind.

Wenn innerstaatliche Maßnahmen nicht oder zu kurz greifen, ist die internationale Gemeinschaft verpflichtet zu helfen. Da es leider viele Staaten gibt, in denen ein funktionierendes Sozialhilfesystem noch in weiter Ferne liegt, ist es dringend notwendig, schnellstens eine funktionierende internationale Sozialhilfe zu schaffen, die den einzelnen Menschen hilft, deren Staaten nicht in der Lage oder willens sind, für eine ausreichende Grundversorgung zu sorgen.

Ich bitte Sie daher, alles in Ihrer Macht stehende zu tun, um zu verhindern, dass weiterhin viele Millionen Menschen verhungern oder an längst heilbaren Krankheiten sterben.

In hoffnungsvoller Erwartung

[Unterschrift]

Was jetzt noch fehlt, sind E-Mail-Adressen. Wo bekommt man denn die Adresse des Generalsekretariats der Vereinten Nationen und von den Staats- und Regierungschefs her? Bei den Vereinten Nationen gibt es nur ein Kontaktformular und bei den FAQ folgende Aussage:

Q. I would like to send a proposal via e-mail to the Secretary-General. What is his e-mail address?

A: E-mails addressed to the Secretary-General should be sent through this form. Proposals can only be taken up by the United Nations when presented by an official representative of a Member State and after being duly inscribed on the agenda of the Organization and voted on by its members.

An welche Staatschefs würdet ihr schreiben? Die reichsten 5, 10 oder 20? Oder an alle? Würdet ihr die Staatschefs mit Namen ansprechen? Dann wird die Anrede halt sehr lang.

Lasst uns zusammenhelfen und nicht locker lassen!

Nur Mut!

Euer Alien

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12 Kommentare zu “Weltsozialamt

  1. Ich würde die Petition an alle Staatschefs der Erste-Welt-Länder senden, ohne persönliche Anrede… Was die E-Mail-Addys anbelangt – puh! Da muss ich nachdenken… Aber ich bin dabei!

    • Alien sagt:

      „an alle Staatschefs der Erste-Welt-Länder“

      Ok, welche meinst du damit?

      Wikipedia zufolge gehören dazu:

      Als Industriestaaten gelten heute die 34 Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD): Australien, Belgien, Chile, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Israel, Italien, Japan, Kanada, Luxemburg, Mexiko, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Südkorea, Tschechien, Türkei, Ungarn, Vereinigte Staaten und Vereinigtes Königreich. (Mit Russland wurden Beitrittsverhandlungen aufgenommen).
      Auch Argentinien, Südafrika, Kroatien, Rumänien, Lettland, Litauen, Malta, Russland, Singapur, Republik China (Taiwan), Zypern sowie die Ölförderländer Katar, Bahrain, Kuwait, Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate können der Kategorie der Industriestaaten zugerechnet werden.
      Einige europäische Kleinstaaten können in den Bereichen von speziellen Dienstleistungen (vor allem im Versicherungs- und Finanzsektor) einen hohen Entwicklungsstand aufweisen, welcher ihren hohen sozialen Standard begründet. Dazu zählen Andorra, Liechtenstein, Monaco und San Marino. Auch in Luxemburg liegt der Anteil, den die Industrie zur Wirtschaftskraft beiträgt, mit etwa 17 % deutlich niedriger als in den meisten Staaten, die als Industriestaaten bezeichnet werden.

      Dann würde ich alle diese Länder in die Empfängerliste setzen. Jetzt muss ich mich noch nach E-Mail-Adressen umsehen.

  2. M.E. sagt:

    Bin auch dabei.

    Wenn es geht, helft bitte auch in diesem Fall:
    Petition gegen Abschiebung
    Hab das gerade über einen (ziemlich vertrauenswürdigen) E-Mail-Verteiler bekommen. Jemand muss diese Verbrecher stoppen!

  3. Alien sagt:

    Folgende E-Mail-Adressen konnte ich bisher auftreiben:

    president@whitehouse.gov
    angela.merkel@bundestag.de
    bundespraesidialamt@bpra.bund.de

    To be continued…

  4. erikschueler sagt:

    Ich würde an einer passenden Stelle einfügen „Weil auch Sie ein Mensch sind!“

  5. Frau Momo sagt:

    Ich habe leider im Moment so wenig Zeit, aber ich will mal am Wochenende versuchen, was rauszufinden.

  6. Leo Brux sagt:

    Solche Briefe, Mails, Petitionen kommen nicht bei denen an, an die sie adressiert sind. Sie landen auf den Schreibtischen oder in den Computern von subalternen Mitarbeitern, die die Aufgabe haben, 90 – 99 Prozent auszusortieren und abzulegen. Ein kleiner Rest bekommt eine formgerechte Antwort, direkt vom Bearbeiter. Und eine winzige Auswahl landet tatsächlich vor den Augen und Ohren der MACHT.

    Die Mächtigen hören auf die anderen Mächtigen – oder auf ernst zu nehmende Wählerbewegungen.

    Trotzdem. Es ist ein guter Gedanke: ein Weltsozialministerium. Leider ist weltbürgerliches Denken auch bei uns noch unterentwickelt.

  7. […] Die Idee wird endlich umgesetzt: […]

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