Giftige Ausländer

Im Hirn von rechten Dumpfbirnen gibt es keine Menschen: Es gibt Inländer und Ausländer. Inländer sind anständige Leute, die Steuern zahlen und sich gegenseitig helfen. Ausländer sind gefährliche Schmarotzer, die besser heute als morgen wieder über die Grenze befördert werden müssten.

Gerade habe ich einen so ekelhaften Artikel gefunden, dass ich mir wahrscheinlich gleich mein Abendessen noch mal durch den Kopf gehen lasse.

Der Titel lautet: „Rumänischer Bettler verbreitete Tuberkulose in Wien“. Dann folgen Entmenschlichungen und Hetze, wie ich sie selten gesehen habe:

Der ungezügelte Zuzug aus den EU-Oststaaten bringt längst vergessene Krankheiten nach Österreich. Bettler, die sich in ihren Heimatländern mit offener TBC angesteckt haben, schleppen diese Krankheit in unser Heimatland ein. Vor kurzem berichtete die Kronen Zeitung über einen Fall, wo der 50 jährige Bettler Vasile G. aus Rumänien wegen der Einschleppung der Lungentuberkulose nach Österreich vor dem Wiener Strafgericht landete. Ihm wurde „vorsätzliche Gemeingefährdung“ vorgeworfen. (…)

Weiter wird der Bettler zur gefährlichen Waffe degradiert:

Der Rumäne ging aber weiter dem Bettlergewerbe nach, spazierte quer durch das Krankenhausgelände und schnorrte Mitpatienten und Besucher um Geld für Zigaretten an. Und betätigte sich dadurch als Bazillenausscheider.

Und zum Schluss wird noch mal auf die Kosten für die Behandlung des Untermenschen verwiesen:

Mittlerweile ist der strafrechtlich verfolgte Vasile G. laut Gesundheitsbehörden ausgeheilt, die Behandlung musste die Republik Österreich zahlen.

Ich kann nicht mehr. Was stimmt mit diesen Menschen nicht, die solche Artikel schreiben? Woher kommt dieser tiefe Hass auf alles „Fremde“? Wie kann man nur Menschen als Geld kostende Objekte diffamieren? Warum stirbt diese verfluchte Menschenverachtung nicht endlich mal aus?

Die Kommentare zu dem Artikel sind wie immer noch schlimmer als der Artikel selbst:

Danke EU, nicht nur daß wir auf jeder Seite abgezockt werden, uns die Arbeit gestohlen und immer weniger fürs Leben haben, dürfen wir auch noch das Gesindel auf unsere Kosten heilen. Ein Zugticket wäre billiger gewesen.

Im übrigen: Kopfläuse gab es zu meiner Zeit auch keine, das wird doch wohl nicht auf die Neubürger zurückzuführen sein, oder?

Erst Kriminelleninvasion, jetzt Krankeninvasion ? Wenn man sich die Bettler anschaut, sehen die meisten krank und leidend aus. Will uns diese Regierung nicht nur ausrauben sondern auch krank machen lassen. Für Sicherheitsfirmen und Pharma ja sehr einträgliche Geschäfte..

*würg* *argh*

Ich bin kein Star, holt mich hier raus!

Gezeichnet

Ein giftiger Inländer aus dem All

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10 Kommentare zu “Giftige Ausländer

  1. M.E. sagt:

    Wow. Jedes Mal, wenn ich denke, es geht nicht mehr schlimmer, werd ich aufs Neue überrascht.
    Nö, klar, der Mensch hat sich natürlich freiwillig mit einer der häufigsten Armutskrankheiten angesteckt, das war ein Selbstmordattentat auf die arische Bevölkerung… Macht bestimmt voll viel Spaß, so ’ne Tuberkulose!
    Gott wann sterben solche Nazis endlich aus?

  2. So was macht mich schier fassungslos…

  3. Frau Momo sagt:

    Wie gut, das ich noch nix gegessen habe, ich müßte sonst kotzen. In der Schweiz ist wohl etwas ähnlich reisserisches über Roma und Sinti erschienen. Der Verfasser war neulich in irgendso einer blabla Talkshow, Ich konnte es nicht aushalten, ihm zuzuhören. Das er vom Presserat in mehrfacher Hinsicht gerügt wurde, ändert ja leider nichts an dem, was solche Menschen zwischen ihren Ohren mit sich rum schleppen. Von Gehirn mag ich da nicht reden.

  4. Reblogged this on gedankensindfreier und kommentierte:
    Noch ein giftiger Inländer aus dem All schliesst sich dieser Darstellung an.

  5. drbruddler sagt:

    Hmmm, mir gefällt diese Art der Behandlung und Darstellung auch nicht, aber deshalb hat sich der Bettler trotzdem falsch verhalten. Warum wurde er dann nicht in Quarantäne gesteckt, wenn es ihm offentsichtlich scheissegal war an Zigaretten zu kommen? Selbst wenn er dabei andere anstecken kann. Mann Leute, lasst doch mal die Kirche im Dorf. Solche Leute sind doch wirklich gefährlich, oder nicht?
    Nicht alle die da bei uns rumlaufen sind ein armer Tropf, da gibt es auch jede Menge Leute drunter, die unsere Sozialsysteme wirklich benutzen wie ein Tempotaschentuch und nicht weil sie dazu getrieben werden, sondern einfach weil es ihnen selbst unter diesen Bedingungen besser geht, als zu Hause, Das aber kann sich unser Staat wirklich nicht leisten, das sollte jedem klar sein. Also ganz langsam und mit Bedacht, aber bitte keine Rundumschläge, denn das hilft niemanden. Warum bereiten sich wohl die Schweizer gegen einen Massenzulauf aus Europa vor? Warum spricht hier niemand von einer Trennugn der Sozialleistung in zwei Kategorien, eine Mindestversorgung für Zuwanderer und einer Versorgung für Beitragszahler. Nur so kann wirksam geholfen werden.

    • Alien sagt:

      Warum wurde er dann nicht in Quarantäne gesteckt, wenn es ihm offentsichtlich scheissegal war an Zigaretten zu kommen?

      Ich kritisiere normalerweise nicht den Satzbau und die Grammatik von Kommentaren, aber diesen Satz verstehe ich nicht. Verstehe ich dich richtig, dass du den Bettler kritisierst, dass er andere in Gefahr gebracht hat? Diese Kritik ist evtl. berechtigt, aber nur unter der Bedingung, dass er das überhaupt wusste.

      Die wichtigere Frage ist aber doch: Wenn Ärzte feststellen, dass jemand eine große Ansteckungsgefahr für die Bevölkerung darstellt, warum er dann nicht unter Quarantäne gestellt wird. Der Fehler liegt doch dann hauptsächlich auf Seite des medizinischen Personals oder an den entsprechenden Regeln, wie mit gewissen Krankheiten umzugehen ist.

      Das bedeutet: Selbst wenn der Bettler was falsch gemacht haben sollte (es stand nirgends, dass er aus eine Quarantäne ausgebrochen ist), ist es eine „Berichterstattung“ a la Stürmer, die selbst die Hetze der Bild-„Zeitung“ übertrifft.

      Warum spricht hier niemand von einer Trennugn der Sozialleistung in zwei Kategorien, eine Mindestversorgung für Zuwanderer und einer Versorgung für Beitragszahler.

      Wer sagt, dass Zuwanderer keine Beiträge zahlen? Dass tun sie dann nicht, wenn ihnen das Arbeiten verboten wird. Die Arbeitsverbote sollten also weg.

      Außerdem mag ich folgende Argumentation nicht:

      In einigen Ländern geht es den Menschen viel dreckiger als in Deutschland, deshalb können wir diese Menschen nicht mit den gleichen Sozialleistungen wie Deutsche beglücken (die wir für Deutsche sogar noch zu niedrig finden).
      Ich kann einfach keine Logik daran erkennen, jemanden massiv schlechter zu behandeln, weil er ein paar Meter weiter östlich oder südlich geboren ist. Es gibt viele kluge Leute, die nachgerechnet haben, dass eine Grundversorgung aller Erdenbürger locker möglich wäre. Dass das nicht geschieht, liegt an solch nationalen Egoismen („wir können nicht das Sozialamt der Welt spielen“). Dass Deutschland allein kein Weltsozialamt aufbauen kann, ist klar. Aber alle 193 Staaten zusammen könnten das. Sinnvoll wäre es allemal.

      Lasst uns doch erstmal aufhören, Menschen ihrer Rechte (auch zu arbeiten) zu berauben, dann zeigt sich, ob wirklich Menschen „die Sozialkassen plündern“.

      • drbruddler sagt:

        Ich kritisiere jetzt deinen Satzaufbau nicht.
        Es geht hier um das Verhältnis zwischen Einzahler und Leistungsempfänger. Unser Sozialsystem ist so aufgebaut, dass es den Einzahler vor sozialen Katastrophen schützen soll. Natürlich bedeutet das auch, dass man auch Fälle vorsieht, bei denen das nicht so ist (Asylanten). Jedoch ist bei solch massiven Aufkommen eben dieser „Asylanten“ davon klar auszugehen, dass die Masse wohl aus anderen Gründen als politischen Gründen um Asyl ersucht. Daher ist hier Vorsicht geboten und bitte keine pauschalen Persilscheine ausstellen. Im Moment sind wir das Sozialamt der Welt, das ist auch genau eines unserer Hauptprobleme. Daher sollten unsere Regelungen, wer um Asyl ersuchen darf und wer nicht, mit Bedacht angewendet werden. Denn wenn der Zustrom abnimmt, können auch deren Bedingungen besser werden. Ich würde es auch mal befürworten, wenn zu diesen Thema nackte Zahlen stehen würden.

        • Alien sagt:

          „Jedoch ist bei solch massiven Aufkommen eben dieser “Asylanten” davon klar auszugehen, dass die Masse wohl aus anderen Gründen als politischen Gründen um Asyl ersucht. “

          Wieso?

          „und bitte keine pauschalen Persilscheine ausstellen“

          Doch genau das ist der wichtigste Grundsatz unseres Rechtssystem: Jemand ist so lange unschuldig, bis seine Schuld bewiesen ist. Nicht: Jeder Asylsuchende ist solange ein Schmarotzer, bis seine Folterwunden das Gegenteil beweisen.

          „Ich kritisiere jetzt deinen Satzaufbau nicht.“

          Gracie. Ich entschuldige mich, dass das wohl blöd rüberkam. Ich wollte nur Missverständnissen vorbeugen. Das sollte keine Beleidigung sein.

          • drbruddler sagt:

            s’basst scho. Diese Haltung der grundsätzlichen Unschuldsvermutung lässt sich leider bei massiven Aufkommen an Asylbewerbern nicht aufrechterhalten, weil dazu ja auch ein nicht unbeträchtlicher Aufwand geleistet werden muß, den nun mal leider nur ein paar wenige (ca. 41,5 Mio. Erwerbstätige und deren Arbeitgeber, nicht 81 Mio.) aufbringen müssen. Ausserdem ist es auch nicht irrelevant, wie diese Einzahler selbst behandelt werden, ich denke denen geht es auch nicht viel besser (HarztIV!). Insofern ist es durchaus angebracht hier ein erträgliches Maß zwischen Können und Wollen zu finden. Es muß besser als das heutige sein, vorallem aber in der Vorauswahl und trotzdem auch finanziell ableistbar. Es ist durchaus nicht egoistisch, wenn die Reihenfolge dann lautet zuerst die Einzahler und ehemaligen Einzahler, danach der Rest.
            Zum „Wieso?“ weil sie es einfach in der Aufnahmezeit schon viel besser haben, als dort wo sie herkommen (medizinische Versorgung etc.). Insofern ist der Aufwand in der Entwicklungshilfe wesentlich sinnvoller eingesetzt (z.B. Afrika). Leider wird jedes System durch ein Massenaufkommen ungerechter.
            http://de.statista.com/statistik/daten/studie/154287/umfrage/hauptherkunftslaender-von-asylbewerbern/
            Wie zuverlässig diese Zahlen sind, weis ich nicht. (Gibt es bessere?)
            Haben wir selbst nicht auch schon genug Probleme?
            Da ja bereits auch in den südlichen europäischen Ländern Griechenland, Spanien, Portugal, Italien diese Problematik immer deutlicher werden wird, sollte diese Einstellung eher Selbstschutz sein.
            Diese Menschen werden aber auch keine Asylbewerber sein und trotzdem bei uns ihr Heil in der Flucht suchen. In der Schweiz wurde dies bereits so erkannt.
            Doch in einem bin ich mir völlig sicher, dass es nur sehr wenige sind, die tatsächlich politisch verfolgt sind. Daher ist hier die Balance sehr wichtig.

  6. Anonymous sagt:

    Was für ein Blödsinn das alles.Egal wie die wirtschaftliche Lage ist, wenn in meiner Heimat Bomben fallen und Krieg herrscht, und ich und meine Kinder traumatisiert sind will ich da weg. Ist das nicht menschlich? Was kann die Bevölkerung dafür, das sich einige Staaten eine goldene Nase an der Waffenindustrie verdienen.

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