Mörderische Justiz

Der seltsame Fall des Oury Jalloh geht in die nächste Runde. Die Richterin möchte bald die Beweisaufnahme schließen. Sie hat sich ihre Meinung gebildet und möchte weder mit alten noch mit neuen Fakten verwirrt werden. Für sie und die Staatsanwaltschaft ist klar, dass Oury Jalloh sich selbst in einer Polizeizelle angezündet hat. Es geht im Prozess nur noch darum, ob ein Polizist, der mehrmals den Feueralarm ausgeschaltet hatte, ihn hätte retten können.

Dass Jalloh höchstwahrscheinlich ermordet wurde, interessiert weder Staatsanwalt noch Richterin Methling:

Alle Beweisanträge der Nebenklagevertreter Gabriele Heinecke und Philipp Napp hatte Methling am Dienstag abgelehnt. Einen Rechtsmediziner will sie nicht erneut anhören. Die Nebenklage hatte sich davon weitere Aufschlüsse über den möglichen Einsatz eines Brandbeschleunigers erhofft. Zeugen hatten blaue Flammen in der Zelle gesehen – für den vom Gericht bestellten Brandgutachter Henry Portz ein Hinweis darauf, daß Alkohol als Brandmittel eingesetzt wurde. »Unter Berücksichtigung der starken Verkohlung des Leichnams, Ruß in seiner Lunge und des extrem erhöhten Adrenalinspiegels in seinem Blut schafft das neue Voraussetzungen für weitere Analysen«, so Napp. Gericht und Staatsanwaltschaft halten das jedoch für »unnötig«. »Früheren Aussagen zufolge kann, aber muß kein Brandbeschleuniger eingesetzt worden sein«, sagte Methling. »Dabei bleiben wir.«

Es kann, muss aber kein Brandbeschleuniger eingesetzt worden sein. Dabei bleiben wir. Aha. Wen interessiert schon die Wahrheit:

Der Zeuge hatte damals zu Protokoll gegeben, er habe beobachtet, daß die Tatortgruppe den Brandschutt mit den Händen durchwühlt, aber kein Feuerzeug gefunden hatte, wie Heinecke darlegte. Richterin Methling vermutet: »Es hing wohl an einem Matratzenrest fest.« »Dann müßten die Experten entsprechende Spuren am Feuerzeug gefunden haben. Haben sie aber nicht. Es gibt keinerlei Rückstände aus der Zelle. Nichts«, entgegnete Heinecke. »Das ist kein Beweis«, befand die Richterin.

Eben, es muss ja ein Feuerzeug dagewesen sein, sonst hätte er sich ja nicht selbst anzünden können. Und dass er das getan hat, war ja von vornherein klar, auch wenn alle Fakten dagegen sprechen. Zum Beispiel, dass es eben kein Feuerzeug mit Spuren vom Tatort gab, Jalloh an Händen und Füßen an eine schwer entzündliche Matratze gefesselt war.

Ich hoffe der Staatsanwalt und die Richterin werden wegen Strafvereitelung angeklagt. Es ist unfassbar, dass hanebüchene Geschichten konstruiert werden, die jedem gesunden Menschenverstand Hohn sprechen. Wie stellt sich denn die Staatsanwaltschaft den Verlauf vor?

Ich hätte da eine Idee für eine glaubwürdige über alle Zweifel erhabene Geschichte: Der betrunkene Jalloh hat aufgrund des Alkohols Wahnvorstellungen. Er sieht, wie der Geist von Houdini autaucht, und ihm verrät, wie er sich von den Fesseln befreit. Dann zeigt er ihm noch einen Zaubertrick, wie man aus dem Nichts ein Feuerzeug aus dem nicht vorhandenen Hut zaubert. Dann zündet Jalloh die Matratze an, indem er seinen Blutalkohol als Brandbeschleuniger benutzt und fesselt sich dann wieder an die Matratze. Leider verschwand dann Houdini wieder, so dass der Entfesselungstrick mit Pyroeinlage tödlich endete. Natürlich nahm Houdini das Feuerzeug wieder mit und legte es erst später zu den Asservaten. Seitdem mussten sich Polizisten in Dessau mit dem lächerlichen Vorwurf auseinandersetzen, Jalloh wäre vielleicht umgebracht worden, wo es doch in Wirklichkeit nur ein missglückter Zaubertrick war.

Was meint ihr? Ist doch realistisch, oder?

Euer Alien

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4 Kommentare zu “Mörderische Justiz

  1. Vielleicht ist es ja der „Heilige Geist“ gewesen, weil Herr Jalloh so ein böser Mensch gewesen ist…
    Erbärmlich ist das. Wie sich Staatsanwalt und Richterin allmorgendlich im Spiegel noch in die Augen schauen können, ist mir ein Rätsel…

    • Alien sagt:

      Die himmlische gerechte Strafe. Das könnte sein. Vielleicht war es aber auch der Teufel persönlich, der ihn mit Höllenfeuer zu sich geholt hat. 👿

  2. Peter M. sagt:

    Wer glaubt das die deutsche Justiz neutral agiert, glaubt sicher auch an den Osterhasen…..hier ein schönes Beispiel für einen weiteren und vor allem ganz aktuellen Justizskandal:
    http://www.nachrichtenspiegel.de/2012/11/07/hartz-iv-totet-weiter-in-dachau-wird-wieder-gestorben/
    Sieht so aus das in Bayern das 3. Reich nie geendet hat….mir ist echt schlecht geworden, als ich das gelesen habe. Und dieser Mann der da so mutig gegen das Hartz 4 System ankämpft, bekommt so gut wie keine Unterstützung von den ganzen Organisationen die angeblich gegen das menschenverachtende Hartz 4 System sind….obwohl er offenbar viele davon um Unterstützung gebeten hat….Ihm wird mittlerweile seit über 125 Tagen seine Grundsicherung der Existenz rechtswidrig seitens der Behörden und der Justiz vorenthalten, da er nicht bereit ist seine Grund- und Menschenrechte aufzugeben, was auromatisch geschieht wenn man einen Bewilligungsantrag fürleistungen zur Grundsicherung der Existenz nach dem nichtigen und menschenverachtenden SGB II unterschreibt. ER hat deshalb seine Grundsicherung der Existenz nach der bayerischen Verfassung beantragt, was bei der bayerischen Regierung für diese perverse und absolut rechtswidrige Reaktion gesorgt hat. Gegen diesen Mann wird sogar Behördenübergreifend zusammengearbeitet, er kann deshalb nichtmal die Polizei um Hilfe bitten. Aber er weigert sich standhaft sich versklaven zu müssen um überleben zu dürfen. Das sit tatsächlich das gleiche Gebaren der Behörden in Bayern, wie es im 3. Reich praktiziert wurde. Und das jetzt, hier und heute! Ich hoffe das er überlebt, obwohl ich da schwere Bedenken habe. Leider bin ich nicht reich, sonst würd ich den Mann wirklich sponsern, denn der hat viel mehr drauf als dieser ominöse Ralph Boes. Ich wünsche Ihm alles Gute und hoffe das er nicht verhaftet wird und das abartige Schicksal von Oury Jalloh teilen muss, nämlich von der Polizei oder sonstwem ermordet zu werden.
    Mit traurigem Gruss
    Peter M.

    • Hans Wurst sagt:

      Zwischen den Starken und Schwachen einer Gesellschaft steht das Recht, wird das Recht gebogen und verbogen gibt es bald die Gesellschaft nicht mehr. Rechtlose Gesellschaften enden im Aufstand.

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