Allgemeines Klopapier der Menschenrechte

Griechenland, das Land also, dass quasi im Geld schwimmt und nicht weiß wohin mit den ganzen Euros, hat wieder mal keine Kosten und Mühen gescheut, das Leben der dort lebenden existierenden Flüchtlinge so schwer wie möglich zu machen. War es bis jetzt möglich, Flüchtlinge sechs Monate „einfach so“ wegzusperren, geht das jetzt zwölf Monate.

Den in Griechenland inhaftierten Flüchtlingen droht, ohne Prüfung ihrer Asylgründe abgeschoben zu werden. Die Haftlager sind überfüllt, die inhaftierten Flüchtlinge leiden unter  brutaler Polizeigewalt, unzureichender medizinischer Versorgung und menschenunwürdigen Zuständen. (…) Nach der Entlassung drohen den Flüchtlingen in Griechenland Obdachlosigkeit, systematische Gewalt durch die Polizei und rassistische Schlägerbanden (…) wie die erneute Inhaftierung.

Einfach so wegsperren„. Dieser Ausdruck ist nicht mal übertrieben:

Dem Richtlinienentwurf zufolge sollen Asylsuchende künftig zum Zwecke der Identitätsfeststellung, zur Beweissicherung, zur Überprüfung des Einreiserechts, aufgrund verspäteter Asylantragstellung, bei vermuteter Gefahr des Untertauchens oder auch einfach nur zur Wahrung der „nationalen Sicherheit und Ordnung“ inhaftiert werden können.

„Man muss sich fragen, ob es angesichts dieser teils völlig unbestimmten Inhaftierungsregeln einen einzigen Asylsuchenden in der ganzen Union gibt, den man mit diesen Regeln nicht inhaftieren kann“, so Günter Burkhardt, Geschäftsführer von PRO ASYL. „Dieser Richtlinienentwurf macht den Weg frei zur völligen Entrechtung von Flüchtlingen“.

Auch die Inhaftierung von Minderjährigen soll explizit erlaubt werden.

Außerdem sind die Haftbedingungen weit jenseits menschenwürdiger Behandlung.

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Seit 1948 gilt weltweit die allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Die ist gar nicht mal so schlecht. Zwar etwas lasch formuliert und so mancher wichtige Punkt fehlt, aber wir hätten schon eine wesentlich bessere Welt, wenn wenigstens diese Rechte ernst genommen würden.

Aber noch nicht mal die grundlegendsten Menschenrechte sind vielen Staaten einen Pfifferling wert. So gibt es immer noch, auch in vermeintlich zivilisierten Staaten, die Todesstrafe. Sogar außergerichtliche Tötungen werden von vermeintlich zivilisierten Staaten durchgeführt. Das Recht auf Leben (Artikel 3) gilt also nicht uneingeschränkt. Das Recht nicht gefoltert zu werden (Artikel 5) wird ebenfalls unterlaufen, auch von vermeintlich zivilisierten Staaten.

Das Recht auf Freiheit (Artikel 3) wird praktisch weltweit als Strafe eingesetzt. Um die Bevölkerung vor Verbrechern zu schützen kann diese Maßnahme gerechtfertigt werden. Freiheitsentzug, als schwerste Strafe von zivilisierten Staaten, kann aber niemals aufgrund solch bürokratischer Lappalien erfolgen.

Mir ist nun auch klar, warum die Vollversammlung der Vereinten Nationen (man könnte sagen: die ganze Welt) 1948 der Resolution zugestimmt hat: Die unverbindliche Zustimmung zog keinerlei praktische Konsequenzen nach sich.

Leider.

Euer Alien

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38 Kommentare zu “Allgemeines Klopapier der Menschenrechte

  1. Vor genau einer Woche demonstrierten gegenüber dem Amerikahaus in München einige Mitglieder von Amnesty International. Sie hatten ein Transparent entfaltet, auf dem zu lesen stand: „Die Todesstrafe widerspricht dem Zivilisationsgedanken! Herr U. S. Präsident, schaffen Sie sie ab!“ Einer der glatt rasierten, gegelten Jünglinge hinter mir meinte lapidar: „Die sollen sich nicht so haben, ohne Todesstrafe würde es gar keine Zivilisation geben.“ Hätte man mich nicht im nächsten Moment in ein Gespräch verwickelt, wäre ich wohl sehr ausfallend geworden…

    • Alien sagt:

      Puh!

      Ich habe die Befürchtung, die Todesstrafe könnte bei uns wieder kommen, wenn das Volk entscheiden würde UND die Medien (allen voran die Bild-„Zeitung“) wieder irgend ein schlimmes Verbrechen als Aufhänger benutzen, um das Ergebnis so bei 70 % festzuschreiben.

      • Ein paar Monate zuvor habe ich in unserem Personalraum eine Unterhaltung zweier unserer Abteilungsleiter mitbekommen, die sich vehement und offen für eine Wiedereinführung der Todesstrafe in Deutschland aussprachen. Ich musste aufstehen und gehen, und konnte nicht weiter essen…

        • Alien sagt:

          Abteilungsleiter deutet doch auf eine etwas gehobenere Position hin, die ein wenig Bildung erfordert. Das zeigt wohl mal wieder: Bildung schützt vor Dummheit nicht! Aber was dann?

          • Was dann? Davor bewahre uns der Große, Unermessliche Weltengeist! Und eine hoffentlich zahlreiche Schar an Mitmenschen, die nicht wegsehen, weghören, sich wegducken. Und dann eines Tages wieder ganz entzückt den rechten Arm hochschnellen lassen, wenn der neue Föhrer seine Ansprachen bellt…

      • Christian sagt:

        Die Todesstrafe wurde in Hessen noch nicht abgeschafft.
        Artikel 21 der Landesverfassung. Könnte also jederzeit angewendet werden.
        Auch den Vertrag von Lissabon sollte man diesbezüglich mal lesen, Artikel 2 Absatz 2 EMRK.
        Die Todesstrafe brauchen unsere Eliten nicht, da gibt es doch Möglichkeiten wie Unfall oder Selbstmord.

        • Alien sagt:

          „Könnte also jederzeit angewendet werden.“

          Nö, Bundesrecht bricht Landesrecht. Geht also nicht.

          Der Vertrag von Lissabon ist hinterlistig, da er im offiziellen Text die Todesstrafe für abgeschafft erklärt, aber über die Hintertür außergerichtliche Hinrichtungen erlaubt.

  2. Frau Momo sagt:

    Wenn ich das lese, sollte man die Auschüttung weiterer Gelder vielleicht von anderen Faktoren abhängig machen als denen der Sparsamkeit. Wenn ich das Gekeife unseres Bundesinnen allerdings höre, habe ich da wenig Hoffnung. Asylmissbrauch von Roma und Sinti, während Mutti zum 9. November betroffene Miene macht.

    • Alien sagt:

      „Wenn ich das lese, sollte man die Auschüttung weiterer Gelder vielleicht von anderen Faktoren abhängig machen als denen der Sparsamkeit.“

      Leider handelt Griechenland aber im Interesse der Geldgeber. Aber schön wäre es!

      • Frau Momo sagt:

        Das ist mir klar. Ich würde ja auch dafür plädieren, da mal andere Maßstäbe zu setzen, aber das wäre wohl wie an den Weihnachtsmann glauben…..

        • Alien sagt:

          „aber das wäre wohl wie an den Weihnachtsmann glauben“

          Leider. Aber nicht aufgeben. Irgendwann kommt der metaphorische Weihnachtsmann doch noch. Wir erleben das wahrscheinlich nicht mehr, setzen aber einen kleinen Kiesel im Grundstein für eine sozial-ökologisch menschliche Gesellschaft.

  3. Christina sagt:

    Mal eine Frage: Wenn jemand eines anderen Menschen Leben mißachtet, wieso soll die Gesellschaft vor seinem Leben Achtung haben?

    Es wird in dieser Beziehung von Leuten wie Euch immer so viel von grundlegenden Menschenrechten gesprochen. Wo bleiben denn bei Euren Betrachtungen die grundlegenden Menschenrechte des Opfers (nämlich sein Recht auf Leben, das ihm durch den Mörder genommen wurde)?

    In dem Zusammenhang hört man auch immer wieder mal etwas von einer zweiten Chance, die jeder verdient habe usw.. Und wieder, wo bleibt denn die zweite Chance des Opfers? Hat das Opfer eine zweite Chance? Nein? Warum soll der Mörder dann eine bekommen?

    Das Leben ist das höchste Gut, das jeder Mensch besitzt. Ich denke in diesem Punkte stimmt Ihr mir sicher zu.

    Deshalb kann ich bei (zweifelsfrei bewiesenem) Mord nur jede Strafe, die sich fernab von der Todesstrafe bewegt, als UNGERECHT empfinden. Nicht aus Gründen von Rache, sondern aus Gründen der Gerechtigkeit !!! Alles andere kommt in etwa dem gleich, als würde ich den Dieb eines Mercedes S-Klasse Wagens als Wiedergutmachung für seine Tat zur Überreichung eines billigen Fahrrades an sein Opfer verurteilen. Das würde doch auch jeder als ungerecht empfinden. Oder etwa nicht?

    Warum wird die Abschaffung der Todesstrafe immer als so furchtbar human und menschlich hingestellt? Ich empfinde das nicht so. Sie ist doch eigentlich ein Schlag in das Gesicht des Opfers. Das Leben des Opfers wird als nicht so wertvoll angesehen, zumindest nicht so wertvoll wie das des Täters, hat es den Anschein.

    Und es ist schon paradox, dass heutzutage Wirtschaftsverbrecher höhere Strafen bekommen als Mörder. Ich habe diesbezüglich vor sehr langer Zeit mal einen Fernsehbericht gesehen, bei dem jemand der Juweliergeschäfte ausgeraubt hatte und Klunkern im Wert von ….. na ja, seeehr viel Geld eben ……gestohlen hatte, die Welt auch nicht mehr verstanden hat. Er mußte mehr Jahre einsitzen, als der Mörder in seiner Nachbarzelle. Klunkern haben also einen höheren Wert als ein Menschenleben. So tief sind wir anscheinend schon gesunken.

    Und jetzt könnt Ihr mich gerne bezüglich meiner Meinung in der Luft zerreißen.

    (PS: Ich bin nicht für Selbstjustiz und ich soll als Christ auch zur Vergebung bereit sein – alles richtig – also fangt jetzt nicht mit dieser Schiene an. Auf der anderen Seite ist dem Staat aber „das Schwert“ in die Hand gegeben worden, d. h. auf gut deutsch, er hat den Auftrag bekommen, für Gerechtigkeit zu sorgen.)

    • Ich denke nicht, dass die Familien der Opfer durch das Hinrichten eines Täters Frieden finden würden. Es gibt genügend Statistiken und Untersuchungen, Befragungen z. B. aus den USA, die das Gegenteil beweisen. Auch, so denke ich, ist es mittlerweile hinlänglich bewiesen, dass noch nie ein Opfer wieder lebendig geworden ist, weil man seine/n Mörder/in getötet hat…
      Ich bin jetzt mal ganz brutal offen: Bei solchen Äußerungen eines angeblichen Christenmenschen dreht sich mir der Magen um – aber so was von. Ich gehe jetzt zum K…en…

      • Christina sagt:

        Es geht in meinem Kommentar auch nicht um „den Frieden der Familien der Opfer“. Dazu habe ich gar nichts geschrieben. Auch wird das Opfer nicht wieder lebendig, das ist richtig, tut aber ebenfalls überhaupt gar nichts zur Sache. Es geht hier einzig und alleine um die Frage der „Gerechtigkeit“.

        Und noch mal: Empfindet Ihr das als gerecht????

        • Eine irrtümlich angeordnete Haftstrafe kann man revidieren. Ein irrtümlich ausgesprochenes Todesurteil nicht. Was ist mit der Gerechtigkeit für Jene, die fälschlicherweise zum Tode verurteilt worden sind? Weil sie die falsche Hautfarbe haben? Weil sie sich nur einen unerfahrenen Pflichtverteidiger leisten konnten, und keinen mit allen Wassern gewaschenen Rechtsanwalt? Weil die Behörden schlampig ermittelten?…
          Die Zahl der zu Unrecht wegen eines Verbrechens zum Tode verurteilen Menschen geht alleine in den Vereinigten Staaten in die Hunderte – und das während eines Zeitraums von wenigen Jahrzehnten…
          Wie sieht es mit der Gerechtigkeit für diese Menschen aus??? Wie ist deine „christliche“ Meinung dazu???
          Aber ich habe den Verdacht, dass dich alles eigentlich gar nicht interessiert. Du bist lediglich ein armseliger Troll, der Blogger provozieren will, und sich dann an ihrer Entrüstung aufgeilt…

          • Christina sagt:

            Was habe ich eigentlich in meinem Kommentar oben genau geschrieben?

            „Deshalb kann ich bei (zweifelsfrei bewiesenem) Mord nur jede Strafe, die sich fernab von der Todesstrafe bewegt, als UNGERECHT empfinden.“

            Alles klar?

    • Frau Momo sagt:

      Gerechtigkeit ist für mich nicht Auge um Auge und Zahn und um Zahn. Und wenn der Staat selber tötet, stellt er sich auf eine Stufe mit dem Täter, das ist unwürdig. Im Übrigen haben die USA eine der höchsten Kriminalitätsraten überhaupt, trotz Todesstrafe und auch sonst einem Strafvollzug, der die Menschenrechte nicht allzu genau nimmt.

      • Christina sagt:

        Gerechtigkeit ist für Dich also nicht, dass wenn Dir jemand 100 Euro klaut, dass er Dir dann auch 100 Euro wieder zurückgeben muß? Das finde ich interessant.

        Der Täter hat gemordet (meist oder immer aus niederen Beweggründen). Der Staat hat aber keine niederen Beweggründe, wenn er die Todesstrafe vollstreckt, sondern er tut der Gerechtigkeit genüge.

        Ich habe nicht behauptet, dass die Todesstrafe die Kriminalitätsrate senkt. Warum wird hier vom Eigentlichen immer wieder abgelenkt.

        Meine Frage war: Ist es gerecht, dass jemand sein Leben behalten darf, der es einem anderen aus niederen Beweggründen mit voller Absicht genommen hat?

        • Frau Momo sagt:

          Meinem Gerechtigkeitsempfinden entspricht es jedenfalls nicht, einem Menschen zu töten, weil dieser selber getötet hat. Meiner Meinung nach stellt sich der Staat dann auf die gleiche Stufe wie der Täter und das finde ich schlicht unzivilisiert. In unserem Strafrecht geht es zum Glück nicht um Vergeltung, nicht um Rache. Ich persönlich bin froh, das es so ist. Was ist denn, wenn ein Mensch hingerichtet wird, der dann doch unschuldig war? Kollateralschaden? Wieviele Fehlurteile gibt es in der Justiz und der Tod ist endgültig. Mich überzeugst Du so nicht. Gleiches mit Gleichem vergelten hat mit Gerechtigkeit so rein gar nichts zu tun.

    • Alien sagt:

      Wenn jemand eines anderen Menschen Leben mißachtet, wieso soll die Gesellschaft vor seinem Leben Achtung haben?

      Gegenfrage: Wenn du vor dem Leben eines Mörders keine Achtung hast, was unterscheidet dich dann von ihm?

      Deshalb kann ich bei (zweifelsfrei bewiesenem) Mord nur jede Strafe, die sich fernab von der Todesstrafe bewegt, als UNGERECHT empfinden.

      Erster Knackpunkt: „zweifelsfrei bewiesen“. Das ist unmöglich. Wenn du das forderst, forderst du automatisch die faktische Abschaffung der Todesstrafe.

      Zweiter Knackpunkt: Mord mit Hinrichtung vergelten, mag gerecht erscheinen (sah auch Kant so), was ist dann aber mit Doppelmord? Was ist mit 77-fachen Mord? Da ist eine einzige Todesstrafe doch sehr ungerecht. „Ich fordere 77-fache Todesstrafe für Breivik.“
      Wie du hieran erkennst, kann es keine absolute Gerechtigkeit geben. Daraus folgt, dass ein ständiges Beharren auf Gerechtigkeit niemandem nützt. Gerechtigkeit dient lediglich der Sicherung des sozialen Friedens. Sobald Gerechtigkeit für das Gegenteil sorgt, ist sie nachrangig. Hier sollte dann „Gnade vor Recht“ gelten, übrigens ein auch im Christentum angesehenes Prinzip. Oder um nochmals Ghandi zu zitieren: „Auge um Auge – und die ganze Welt wird blind sein.“

      Sie ist doch eigentlich ein Schlag in das Gesicht des Opfers. Das Leben des Opfers wird als nicht so wertvoll angesehen, zumindest nicht so wertvoll wie das des Täters, hat es den Anschein.

      Der Anschein ist aber falsch. Nur weil wir das Leben des Opfers nicht retten konnten, empfinden wir das Leben des Opfers nicht als wertloser als das des Mörders. Wir können aber das Opfer nicht wieder lebendig machen – und dein Gott tut das nicht.

      Und es ist schon paradox, dass heutzutage Wirtschaftsverbrecher höhere Strafen bekommen als Mörder.

      Richtig. Habe ich auch schon oft kritisiert. Guckst du hier oder hier.
      Hat aber nichts mit Todesstrafe zu tun.

      Zu deinem PS: Angenommen du als „Christin“ hättest Gesetzgebungsbefugnis. Würdest du die Todesstrafe nun einführen?

      • Christina sagt:

        „Erster Knackpunkt: “zweifelsfrei bewiesen”. Das ist unmöglich.“

        Nun, es gibt so viele Fälle, bei denen das zweifelsfrei bewiesen ist. Einen davon führst Du ja im nächsten Absatz sogar selbst an.

        „Da ist eine einzige Todesstrafe doch sehr ungerecht. “

        Ich sehe das anders. Man kann nun mal nur einmal sterben. Und egal wieviel Menschen der Täter nun auf dem Gewissen hat, auch diese konnten jeweils nur einmal sterben und so erfährt der Täter bei seiner Hinrichtung auch „nur einmal“ das, was jedes einzelne seiner Opfer auch „nur einmal“ erfahren hat.

        Warum soll er Deiner Meinung nach dieses überhaupt gar nicht erfahren? Nur weil er mehr als einen Menschen umgebracht hat? Darin kann ich keine Logik erkennen. Warum soll er nach ein paar Jahren Gefängnis sein Leben weiter genießen dürfen? Seine Opfer würden sicher liebend gerne mit ihm tauschen. Nur ist diesen das nicht möglich.

        Das nenne ich irdische Gerechtigkeit (die sicher Mängel hat, aber immerhin besser als gar keine ist). Damit wird auch dem Leben des Opfers der nötige Respekt erwiesen. Das Endgericht gehört sowieso einem Andern.

        „Hier sollte dann “Gnade vor Recht” gelten“

        Bist Du auch noch dieser Ansicht, wenn Dir Jemand Dein – sagen wir mal – Haus abfackelt, Bankkonto leerräumt, Auto klaut und zu Schrott fährt? Als Ersatz dafür bekommst Du ein Zelt, 10 Cent und ein Fahrrad. Wir wollen doch Gnade vor Recht ergehen lassen, nicht wahr? Ich glaube Du würdest das als sehr ungerecht empfinden, oder? So kann das zwischenmenschliche Miteinander eben nicht funktionieren. Auch Gott ist nicht ungerecht und wenn er uns gegenüber Gnade walten läßt, dann nicht, weil er Unrecht gegenüber beide Augen zudrückt, sondern weil ein Anderer an unserer Stelle die Strafe schon bezahlt hat. Die Strafe muß also in jedem Falle bezahlt werden. Auf mein Beispiel bezogen, hätte dann ein Anderer Dein Haus wieder erbaut, Dein Bankkonto aufgefüllt und Dir ein neues Auto gekauft. Und das alles freiwillig. Somit wäre dem Täter Gnade zuteil geworden und gleichzeitig wäre der Gerechtigkeit genüge getan.

        • Alien sagt:

          Also würdest du die Todesstrafe einführen?

          Ich verstehe dich außerdem nicht, da du sonst immer vom lieben Gott, dem Paradies und der Hölle redest:
          Wofür soll der Mörder denn bestraft werden, wenn das Mordopfer doch jetzt in einem ewig dauernden Paradieszustand ist? Sollte er nicht lieber eine Belohnung bekommen?

          Auf einmal argumentierst du wie ein Atheist, der den Tod so schrecklich findet, weil er sich ziemlich sicher ist, dass mit dem Tod Schluss ist – du, die immer behauptet, dass es nach dem Tod schön wird. Wärst du eine gläubige Christin, könntest du einem Mörder locker verzeihen.

          Warum überlässt du außerdem nicht Gott die Entscheidung, ob er den Mörder umbringt?

          • Christina sagt:

            Ich habe es jetzt noch mal neu geschrieben. Vielleicht lag es ja an der Art wie ich zitiert habe, dass es nicht vollständig gesendet wurde. Insofern kannst du jetzt die letzten beiden Kommentare von mir wieder löschen.

            Zitat: „Wofür soll der Mörder denn bestraft werden, wenn das Mordopfer doch jetzt in einem ewig dauernden Paradieszustand ist? “

            1. „Du sollst nicht morden“ (auch bekannt als 5. Gebot)

            und

            „Verflucht sei, wer nicht alle Worte dieses Gesetzes erfüllt, dass er danach tue!“ (5.Mose 27,26)

            Gebot = Gesetz

            2. Außerdem, wie kommst Du zu der Annahme, dass das Opfer jetzt im Paradies/Himmel ist?

            Zitat: „Auf einmal argumentierst du wie ein Atheist, der den Tod so schrecklich findet, weil er sich ziemlich sicher ist, dass mit dem Tod Schluss ist ….“

            Ich argumentiere nicht wie ein Atheist. Gott verurteilt Mord.

            Zitat: „……du, die immer behauptet, dass es nach dem Tod schön wird.“

            Ich habe nie behauptet, dass es für alle Menschen nach dem Tod schön wird und das weißt Du auch.

            Zitat: „Warum überlässt du außerdem nicht Gott die Entscheidung, ob er den Mörder umbringt?“

            1. „Denn sie (gemeint ist der Staat/die Obrigkeit) ist Gottes Dienerin dir zu gut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses tut.“ (aus Römer 13)

            Das ist also die von Gott übertragene Aufgabe an den Staat.
            (Anmerkung: Fordert der Staat von mir aber Unrecht zu tun … man denke z. B. an das 3. Reich …. dann zählt: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ Apg 5,29. Das ist immer übergeordnet.)

            2. Ich halte den Tod nicht für das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann, weil Gott wird am Ende Gericht halten und: „Schrecklich ist’s, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.“ (Hebr. 10, 31)

            Habe ich jetzt ein paar Unklarheiten ausräumen können?

            • Alien sagt:

              Ok, der Staat handelt also im Auftrag Gottes, bzw. sollte das.

              Na gut.

              Du würdest also mit gesetzgeberischer Kompetenz ausgestattet, die Todesstrafe für Mörder wieder einführen, aus Gerechtigkeitsgründen.

              Werden in deinem Wunsch-Staat Vergewaltiger dann auch vergewaltigt?

              Oder Prügler verprügelt.

              Würde die Hinrichtung dann dem Mord gleichen?

              Opfer wurde erschossen – Mörder wird erschossen.
              Opfer wurde erhängt – Mörder wird erhängt.
              Opfer wurde ertränkt – Mörder wird ertränkt.
              Opfer wurde zu Tode gefoltert – Mörder wird zu Tode gefoltert.

              Oder würdest du „humane“ Todesstrafen (was für ein Paradoxon) befürworten, wie die USA es angeblich durchführen.

              Aus diesen Fragen ergeben sich noch weiter: Wer ist der Henker? Wie kann man jemanden zu dieser Arbeit verdonnern? Wusstest du, dass Henker früher in Deutschland sozial ziemlich unterste Stufe waren. Im Gasthaus saßen sie alleine, keiner wollte etwas mit ihnen zu tun haben. Aber der Pöbel hat „bringt ihn um“ gerufen, bei jeder Hinrichtung. Was für eine Scheinheiligkeit. Würdest du Henker werden, wenn sich keiner freiwillig findet? Schon mal an die psychischen Folgen der Henkertätigkeit gedacht: Schuldgefühle, Traumata, etc.

              Wenn du Folterer aus Gerechtigkeitsgründen auch foltern willst, wer spielt wiederum den Folterknecht? Wie kann man in einer zivilisierten Gesellschaft Menschen zum töten oder zum foltern ausbilden? Sieh dir an, was US-Soldaten machen, wenn sie diese abartige Welt des Krieges verinnerlicht haben: Manche begehen Amokläufe an wehrlosen Zivilisten, oder bringen sich selbst um.

              Eine Welt mit Todesstrafe braucht Henker. Das allein ist unmenschlich. Deshalb läuft es in den USA auch so scheinheilig ab. Es werden drei Hebel von drei Personen gedrückt. Nur einer löst die tödliche Injektion aus. So wird das Schuldgefühl gemindert. Auch früher schossen bei einer Erschießung neun von zehn mit Platzpatronen.

              Bitte, geh in ein Land mit Todesstrafe und melde dich freiwillig als Henker. Und dann berichte uns, ob du immer noch dafür bist.

              • Christina sagt:

                Nun, das sind ja eine Menge (durchaus berechtigter) Fragen. Durch den Sündenfall bedingt, leben wir in keiner perfekten Welt mehr. Und für vieles auf dieser Welt gibt es eben keine einfachen und immer voll befriedigenden Antworten. Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille und ich möchte Dir diesbezüglich auch mal eine Frage stellen. Wie kannst Du eigentlich damit leben:

                http://www.welt.de/regionales/muenchen/article2245510/Mutmasslicher-Wiederholungstaeter-voll-schuldfaehig.html

                Nur mal ein Beispiel von vielen und kein Einzelfall. Fakt ist somit auch, dass würde nach dem 1. Mord die Todesstrafe vollstreckt, viele Unschuldige noch am Leben wären. Oder etwa nicht?

                • Alien sagt:

                  Das ist kein Argument. Sicherungsverwahrung hilft genauso gegen Wiederholungstaten.

                  • Christina sagt:

                    “ Sicherungsverwahrung hilft genauso gegen Wiederholungstaten.“

                    Ich glaube, das trifft nur bedingt zu. Denn schau Dir die Realität an. Es gibt nun mal diese Wiederholungstäter. Warum denn, wenn Sicherheitsverwahrung das Allheilmittel ist? Und wieviele Täter werden eigentlich nach der Haft von Psychologen als unbedenklich eingestuft und freigelassen, die dann wieder zuschlagen?

                    Und was ist mit denen, die aus der Haft fliehen können. Ich denke da z. B. an Frank Schmökel, Es ist nie ausgeschlossen und nie sicher, dass es Wiederholungstaten geben kann. Und es gibt sie ja. Das wird wohl niemand bestreiten.

                    Wieviel menschliches Leid könnte also verhindert werden? Darüber solltet Ihr ruhig auch mal nachdenken. Ihr wollt den Mörder schützen. Aber wer schützt die potenziellen Opfer?

                    • Alien sagt:

                      Natürlich gibt es Wiederholungstaten. Wenn du aber nun, um diese zu verhindern, die Todesstrafe einführen willst, kannst du statt dessen auch die lebenslange Haftstrafe/Sicherungsverwahrung einführen. Und nein, heutzutage kann NIEMAND mehr aus einem Hochsicherheitstrakt fliehen.

                      Wenn du die klitzekleine Möglichkeit noch in Betracht ziehst, dass er es theoretisch mit Bestechung der Beamten doch irgendwie schaffen könnte, müsstest du genauso die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass jemand aufgrund mangelnder Beweise nicht hingerichtet wird, und wieder mordet, oder genauso schlimm, unschuldig hingerichtet wird. Denn es ist viel wahrscheinlicher, dass jemand aufgrund gefälschter Beweise hingerichtet wird, als dass er aus einem Hochsicherheitstrakt ausbricht.

                      „Ihr wollt den Mörder schützen. Aber wer schützt die potenziellen Opfer?“

                      Das kann doch mal dein Gott tun. Oder ist der zu faul dazu?

  4. Christina sagt:

    „Und nein, heutzutage kann NIEMAND mehr aus einem Hochsicherheitstrakt fliehen.“

    Nun ja, so ganz unmöglich scheint es ja nicht zu sein. Siehe dazu hier:

    http://www.aktuell.tv/post/filmreife-flucht-per-helikopter-aus-russischem-hochsicherheitstrakt

    und hier:

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/usa-haeftlinge-fliehen-aus-hochsicherheitstrakt-a-387161.html

    Ich hätte da auch noch mal eine Frage: Plädiert denn jemand von Euch dazu, JEDEN Mörder lebenslang in einem Hochsicherheitstrakt zu verwahren?

    • Frau Momo sagt:

      Nein, ganz sicher nicht. Unser Strafrecht lässt es zum Glück zu, jeden Einzelfall gesondert zu betrachten und das halte ich auch für richtig. Und im übrigen hat der Staat keine von Gott zugewiesenen Aufgaben, da wir nicht in einem Gottesstaat leben, sondern in einem säkularen. Das halte ich, auch als Christin, für absolut richtig. Ich will nicht den Mörder schützen, aber auch sie haben Menschenrechte und die haben sie nicht verwirkt. Das unterscheidet eine funktionierende Gesellschaft von den Tätern. Alles andere wäre sich mit den Tätern auf eine Stufe stellen.

      • Christina sagt:

        Genauso habe ich ich mir das schon gedacht. Ihr empfindet eine übergroße Mörder-Liebe und eine sehr geringe Opfer-Liebe. Ihr nennt das human. Ich nenne das verkehrte Welt!

        Wieviele Mörder mit von Psychologen ausgestelltem Persilschein (weil Psychologen es nicht besser wußten und auch nicht wissen können) haben wiederholt Menschen (insbesondere auch Kindern) das Leben genommen, und oft unter entsetzlichen Umständen vorher noch furchtbare Schmerzen zugefügt. Das scheint Euch nicht im geringsten zu beunruhigen. Die Opfer haben eben Pech gehabt.

        Ich habe verstanden. Ein Menschenleben hat bei Euch nicht wirklich die erste Priorität, auch wenn Ihr das immer wieder behauptet.. Stellt Euch bitte nicht als Menschenfreunde dar. Ganz besonders die von Wiederholungstätern ermordeten Kinder werden Euch das nicht glauben.

        • Frau Momo sagt:

          Deine Unterstellungen sind mehr als absurd und ich beende diese Diskussion jetzt auch für mich. Ich lasse mich hier von Dir nicht in eine Ecke stellen, in die ich nicht gehöre und Deine Pauschalierungen und immergleichen Phrasen empfinde ich der Diskussion wenig dienlich. Was bei mir erste Priorität hat, kannst Du wohl kaum beurteilen.

        • Alien sagt:

          Ihr empfindet eine übergroße Mörder-Liebe und eine sehr geringe Opfer-Liebe.
          Ein Menschenleben hat bei Euch nicht wirklich die erste Priorität, auch wenn Ihr das immer wieder behauptet.
          Stellt Euch bitte nicht als Menschenfreunde dar.

          Freidenkerin hatte Recht. Du bist ein ganz übler Troll. Du bist auf keine meiner Bedenken eingegangen, die gegen Todesstrafe sprechen, daher werde ich auch nicht auf deine Beschimpfungen eingehen.

          Hier nochmal die Fragen, falls du überhaupt an einer ernsthaften Diskussion interessiert bist, was nicht danach aussieht:

          – Was ist mit Fehlurteilen, zum Beispiel durch falsche Beweise und falsche Beschuldigungen? Ist DIR das Leben von unschuldigen Menschen also nichts Wert?
          – Wer soll die Hinrichtung vollziehen? Wie human ist es, jemanden zum töten auszubilden?

          Es gibt noch mehr Argumente, die die Todesstrafe als falsch dastehen lassen, aber noch nicht mal diese sehr wichtigen konntest du widerlegen.

          Du bist übrigens auch kein Menschenfreund, wenn du Hinrichtungen nach Justizirrtümern in Kauf nimmst. Wo ist der Unterschied zwischen einem unschuldigen Opfer eines Mörders und dem unschuldigen Opfer eines Staates?

          • Christina sagt:

            „Was ist mit Fehlurteilen, zum Beispiel durch falsche Beweise und falsche Beschuldigungen? Ist DIR das Leben von unschuldigen Menschen also nichts Wert?“

            Mir ist das Leben von unschuldigen Menschen SEHR viel wert, was Du aus meinen Kommentaren durchaus entnehmen kannst. Warum reitest Du immer auf Fehlurteilen herum. Ich schreibe es jetzt hiermit zum zigsten Male: Ich rede hier immer nur von „zweifelsfrei bewiesenem“ Mord. Du hast behauptet, dass es das nicht gibt, aber im gleichen Kommentar Dich selbst dann sofort widerlegt. Es gibt sie nämlich, diese zweifelsfrei bewiesenen Morde. Ich rede jetzt nicht von Indizienprozessen. Im Zweifel immer für den Angeklagten. Insofern würde es keine unschuldigen Opfer der Justiz geben.

            „Wer soll die Hinrichtung vollziehen? Wie human ist es, jemanden zum töten auszubilden?“

            Darauf gibt es sicher keine leichte Antwort. Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille. Habe ich schon weiter oben geschrieben. Aber kein Henker wird von irgend jemandem dazu gezwungen, soviel ich weiß. Er macht das freiwillig und hat sicherlich seine Gründe dafür.

            „Du bist auf keine meiner Bedenken eingegangen, die gegen Todesstrafe sprechen, …“

            Und Du hast keine meiner Überlegungen, die dafür sprechen würden, irgendwie entkräften können.

            Du hast mir z. B. auf meine Frage, ob nicht viele unschuldige Menschen noch leben würden, wenn es die Todesstrafe für Mord geben würde, auch keine befriedigende Antwort geben können. Warum soll das Leben dieser Menschen weniger wert sein als das des Mörders? Denn darauf läuft es letztendlich hinaus.
            Ihr seid gegen lebenslange Sicherheitsverwahrung von Anfang an, wenn ich das recht verstehe (Tatsache ist aber, dass psychologische Gutachten versagen). Was nun? So wie das jetzt läuft, gibt es diese Wiederholungstaten. Der Tod unschuldiger Kinder wird also von Euch in Kauf genommen für Eure Art von Gerechtigkeit.

            „…..daher werde ich auch nicht auf deine Beschimpfungen eingehen.“

            Ich beschimpfe hier niemanden. Ich fasse nur in Worte, wie Eure Argumente bei mir rüberkommen.

            • Alien sagt:

              „Ich rede hier immer nur von “zweifelsfrei bewiesenem” Mord.“

              Du verstehst unser Rechtssystem nicht. Hätte das Gericht Zweifel, müsste es den Angeklagten freilassen. Nur wenn es keine begründeten Zweifel gibt, wird er verurteilt. Ich kann ja nicht sagen: Ok, wahrscheinlich hat er ihn umgebracht, ich habe zwar Zweifel, aber er kriegt lebenslänglich, und beim anderen habe ich keine Zweifel, also wird er hingerichtet. Das geht nicht.

              Es wird entschieden, ob er schuldig ist, oder ob Zweifel an der Schuld bestehen. Bestehen Zweifel, ist er frei, bestehen keine Zweifel wird er als schuldig verurteilt. NUR wenn er schuldig ist, gibt es eine Strafe, nach deinem Wunsch die Todesstrafe.

              „Ich schreibe es jetzt hiermit zum zigsten Male: Ich rede hier immer nur von “zweifelsfrei bewiesenem” Mord.“

              Gefälschte Beweise beseitigen doch Zweifel! Wenn der Staatsanwalt 5 übereinstimmende Zeugenaussagen, Videoaufnahmen und DNA-Spuren hat, ist jedes Gericht überzeugt. Sind die Spuren und Aussagen aber gefälscht, wird der Angeklagte zu Unrecht verurteilt! Auch wenn das Gericht keine Zweifel hatte! Insofern ist deine Aussage

              „Insofern würde es keine unschuldigen Opfer der Justiz geben.“

              falsch!

              „Du hast mir z. B. auf meine Frage, ob nicht viele unschuldige Menschen noch leben würden, wenn es die Todesstrafe für Mord geben würde, auch keine befriedigende Antwort geben können.“

              Ich habe gesagt, eine im Vergleich zur Todesstrafe bessere Alternative wäre ein Hochsicherheitstrakt. Jetzt behauptest du, man könnte da ausbrechen (was in extremst seltenen Fällen theoretisch möglich wäre). Warum spricht das aber dann für die Todesstrafe? Wenn nämlich Menschen aus der Todeszelle ausbrechen, haben wir das selbe Problem – sogar schlimmer. Was glaubst du tut ein Mensch, der nichts mehr zu verlieren hat. Was sollte diesen Menschen noch davon abhalten zu rauben und zu morden, wenn er keinerlei Perspektive mehr hat. Arbeiten kann er ja nicht legal ohne aufzufallen.

              „Du hast mir z. B. auf meine Frage, ob nicht viele unschuldige Menschen noch leben würden, wenn es die Todesstrafe für Mord geben würde, auch keine befriedigende Antwort geben können.“

              Wenn jemand ausbrechen kann, warum nicht auch aus der Todeszelle? Hundertprozentige Sicherheit wirst du eh nie erreichen. Blöd ja. Aber so ist das Leben. Weißt du doch, die Erbsünde und so.

              „Der Tod unschuldiger Kinder wird also von Euch in Kauf genommen für Eure Art von Gerechtigkeit.“

              Und du nimmst den Tod unschuldiger Angeklagter in Kauf, wo das Gericht zweifelsfrei feststellt, dass er schuldig ist, die Beweise aber so geschickt plaziert wurden, dass ihn nur jeder für zweifellos schuldig hält, er in Wirklichkeit aber unschuldig ist.

              Kuck dir mal „die zwölf Geschworenen“ an, vielleicht merkst du dann, was zweifelsfrei bedeutet (stell dir vor der 12. wäre nicht dabei gewesen).

  5. M.E. sagt:

    Was für eine verrückte Diskussion. Ich muss mich da freindenkerin anschließen: Ich kriege bei manchen Ausführungen auch schon ziemlichen Breichreiz.
    Gerechtigkeit mit Rache gleichsetzen und das dann noch als christliche Nächstenliebe verkaufen ist echt das Letzte.
    Es ist leider eine Tatsache, dass nicht jeder Mord verhindert werden kann. Schließlich tötet jeder Mörder irgendwann zum ersten Mal. Auch steht es außer Frage, dass unser Justizsystem unzählige Fehler hat. Vergewaltigung oder Folter etwa können schlimmer als Mord sein, weil das Leben danach schlimmer ist als der Tod. Die Strafen sind aber viel milder, und ich frage mich manchmal, ob das nicht an dem kapitalistischen Ressourcendenken liegt, schließlich ist eine gefolterte Person immer noch bedingt arbeitsfähig, eine Leiche lässt sich aber nicht mehr verwerten. Manche Strafen empfinde ich persönlich auch als lächerlich im Vergleich zu den vorangegangenen Verbrechen.
    Das hier für eigene, rückständige und barbarische Zwecke zu instrumentalisieren, wäre mir aber undenkbar und ist schlicht und einfach grausam. Hier tote Kinder dazu benutzen, um die Wiedereinführung der Todesstrafe zu verlangen, ist einfach nur widerlich. Als ob es den Opfern etwas bringt, wenn es noch mehr Tote gibt.
    Mir wäre es persönlich auch egal, ob irgendein sadistisches Arschloch einfach nur stirbt. Hätte ich auch kein Mitleid. Aber erstens, wie bereits in mehreren Beiträgen oben nachzulesen ist, ist die Gefahr zu groß, dass Unschuldige verurteilt werden, und zweitens will ich in keiner Gesellschaft leben, die sich dermaßen dreckig macht und auf eine Stufe mit Mördern stellt. Dann, da hat Alien schon recht, müsste man auch Folterer foltern und Vergewaltiger vergewaltigen. Und irgendwann wären die moralischen Grenzen so weit verschoben, dass die ganze Welt voller Mörder und Folterer wäre.
    Ich denke, wir haben nur solange das Recht, Verbrecher zu verurteilen, wie wir selbst besser sind als sie. Und dieses Recht dürden wir nicht verwirken.

    • Christina sagt:

      „Gerechtigkeit mit Rache gleichsetzen und das dann noch als christliche Nächstenliebe verkaufen ist echt das Letzte.“

      Meine Geduld neigt sich langsam dem Ende zu……Kann oder will das hier niemand verstehen? Ich habe zig mal gesagt, dass das absolut nichts mit Rache zu tun hat. Und auch erklärt warum. Ich wiederhole das jetzt nicht noch mal. Irgendwann ist auch mal Schluß.

      „….und zweitens will ich in keiner Gesellschaft leben, die sich dermaßen dreckig macht und auf eine Stufe mit Mördern stellt.“

      Habe ich auch alles schon dargelegt, warum sich der Staat eben nicht auf eine Stufe mit den Mördern stellt. Im Gegensatz zu ihnen tötet er nämlich nicht aus niederen Motiven. Sondern er vollstreckt eine Strafe. Könnt oder wollt Ihr nicht den Unterschied erkennen?

      • Alien sagt:

        Ich habe zig mal gesagt, dass das absolut nichts mit Rache zu tun hat.

        Stimmt, zum Beispiel hier:

        Nicht aus Gründen von Rache, sondern aus Gründen der Gerechtigkeit !!! Alles andere kommt in etwa dem gleich, als würde ich den Dieb eines Mercedes S-Klasse Wagens als Wiedergutmachung für seine Tat zur Überreichung eines billigen Fahrrades an sein Opfer verurteilen. Das würde doch auch jeder als ungerecht empfinden. Oder etwa nicht?

        Was du dabei aber übersiehst, ist, dass der Vergleich hinkt. Das eine ist eine Wiedergutmachung. Mache ich das Auto von jemandem kaputt und kaufe ihm das gleiche neu, habe ich es wiedergutgemacht. Analog dazu müsste ein Mörder das Opfer wieder lebendig machen. Da das aber nicht geht, ist Gerechtigkeit unmöglich. Punkt.

        Bringt man den Mörder trotzdem um, ist es schlicht Rache.

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