Gefährlicher Versuch

Warnung: Der folgende Artikel enthält Zynismus und Sarkasmus. Weiterlesen könnte die Gesundheit gefährden. Für Schäden an Mensch und Technik wird keine Haftung übernommen.

Bayern geht mit mutigen Mäuseschritten voran: Ein Modellversuch „Bargeld für Asylbewerber“ startet. Die Kirche fordert Menschlichkeit, der bayerische Staat reagiert:

Nun startet das Sozialministerium einen Modellversuch, bei dem sich unter anderem 43 Bewohner der Würzburger Gemeinschaftsunterkunft (GU) künftig Lebensmittel selbst kaufen dürfen, anstatt mit Essenspaketen versorgt zu werden.

Wenn dieser Modellversuch Erfolg hat, sollen auch Deutsche allmählich auf Essenspakete verzichten und sich selbst etwas zu essen kaufen.

An alle Xenophoben: Keep cool. Damit werden keine 37 Fantastilliarden Ausländer-Vampire angelockt, die das Weltsozialamt Deutschland bis zum letzten Tropfen aussaugen wollen. Dafür wird schon gesorgt:

In den Genuss des Projekts kommen nur Asylbewerber, die aus der Gemeinschaftsunterkunft ausziehen könnten, aber noch keine Wohnung gefunden haben – etwa Familien mit Kindern.

Also keine Angst. Es ist nicht so, dass plötzlich alle Asylsuchenden wie Menschen behandelt würden (das wäre ja auch wirklich zu viel des Guten). Es wird nach wie vor unterschieden in Menschen, mit deren Schicksal man Mitleid in den Medien erzeugen kann und Menschen, die man als kriminelle asoziale Schmarotzer brandmarken kann. Den ersteren wird ein Finger mehr gereicht, den letzteren winkt als Trostpreis ein Freiflug (Holzklasse zwar, aber immerhin) in ein Herkunftsland ihrer Wahl.

Aber, was wäre ein Modellversuch ohne zusätzliche Schmankerl:

„Es ist nicht damit getan, dass Auszugsberechtigte Geld in die Hand gedrückt bekommen“, sagte Haderthauer dieser Zeitung. Notwendig sei auch Beratung zu gesunder Ernährung oder Hilfe beim Einkauf. Deshalb sollen die Asylsozialberater vor Ort eingebunden werden.

Das machen die Berater übrigens locker mal in ihrer Freizeit. Schließlich ist ihr Beruf ja ihre Berufung. Mehr Geld bedarf es hierfür also nicht:

Doch Haderthauer will noch ein zweites Modellprojekt starten: Mit Hilfe von Kursen sowie mit Unterstützung der Sozialberatung und von Ehrenamtlichen sollen ab Frühjahr deutlich mehr Asylbewerber in Privatwohnungen vermittelt werden.

Wenn man die Flüchtlinge dann noch dekontaminiert, also von allem Unschönen (Krankheitserreger, Läuse, Geld, Würde, Perspektive) befreit hat, kann man sie in einem dritten Modellversuch vielleicht sogar auf die Gesellschaft loslassen und sie so etwas wie Arbeit ausprobieren lassen. Wenn das gut läuft, wird er vielleicht auch mal bei Sozialministern und evtl. weiteren Politikern angewandt.

Es gab in Deutschland mal die Selektion in lebenswertes und lebensunwertes Leben. Die gibt es heute wieder, wenn auch in wesentlich subtilerer Form. Es sind nicht mehr die Rasse-Ideologen am Werk, sondern die Wirtschafts-Ideologen, die Menschen in nützliches und unnützes Humankapital einteilen. Wie immer stirbt auch hier zuerst die Menschlichkeit.

Es grüßt

Jemand von einem WEIT, WEIT entfernten Stern

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4 Kommentare zu “Gefährlicher Versuch

  1. Frau Momo sagt:

    So treffend formuliert, das mir gerade irgendwie der Kuchen im Hals stecken bleibt.

    • Alien sagt:

      Danke schön. Ich musste den Spam-Filter komischerweise erst überzeugen, dass er den Kommentar durchlässt.

      Aber jetzt: Herzlich willkommen auf diesem Blog!

      • Frau Momo sagt:

        Danke! Ich bin über Freidenkerin hier hergekommen und bin ziemlich begeistert von Deinen Beiträgen. Und da ich schon etwas vergesslich bin, hab ich Dich mal gleich bei uns in der Blogroll plaziert 🙂

        • Alien sagt:

          Vielen Dank! Für mich ist das, was ich schreibe eine Selbstverständlichkeit, für manche sind das die wirren Gedanken eines links-faschistoiden Spinners. Es freut mich immer wieder, wenn Menschen nicht vergessen haben, was Menschlichkeit im positivsten Sinne bedeutet. Das gibt Hoffnung!

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