Schwarzbraun ist der Schornsteinfeger

Ein Schornsteinfeger „sitzt für die [NPD] im Stadtrat von Laucha und im Kreistag des Burgenlandkreises. Jahrelang nahm er an sogenannten Totenehrungen für die Mörder von Walther Rathenau teil.

Damit sei er nicht zuverlässig genug, um die Aufgaben eines Bezirkschornsteinfegermeisters zu erfüllen, urteilte der 8. Senat des Bundesverwaltungsgerichts.

Wie bitte?

Ich halte das Gedankengut, dem dieser Kaminkehrer anhängt für absolut stumpfsinnig, dumm und gefährlich. Ich habe auch nicht wirklich Mitleid mit ihm, aber ich verstehe die Begründung nicht. Sollte das Kriterium Zuverlässigkeit nicht an seiner Zuverlässigkeit geprüft werden, und nicht an seiner politischen Einstellung? Auch ein Nazi kann gewissenhaft arbeiten (wie sogar viele Menschen leidvoll erfahren mussten).

Wenn er jetzt Lehrer wäre, würde ich es ja verstehen. Oder Leiter der Ausländerbehörde. Oder, oder, oder. Aber Schornsteinfeger? Also ich weiß nicht. Was meint ihr denn dazu?

Euer Alien

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10 Kommentare zu “Schwarzbraun ist der Schornsteinfeger

  1. Es fällt mir schwer, dies jetzt zu schreiben, weil ich absolut gegen die NPD, gegen „Braune“ bin: Aber so etwas ist eine Diskriminierung, und spielt den Braunen doch nur in die Hände…

    • Alien sagt:

      „Es fällt mir schwer, dies jetzt zu schreiben“

      Verstehe ich. Sind auch nicht gerade meine Lieblingsartikel. Aber diese Begründung hat mich schon sehr nachdenklich gestimmt.

  2. erikschueler sagt:

    Seh ich genauso. Nazis sind auch Menschen, klar man muss sie nicht mögen, aber muss sie akzeptieren. Wenn man Menschen nicht akzeptiert, dann holen diese Menschen sich irgendwie Respekt und das mit bestimmten Mitteln. Wir verhärten nur die Fronten und erreichen keinen Diskurs, das heißt eine friedliche Lösung kann nicht mit Druck entstehen bzw. rückt eine friedliche Lösung immer weiter weg mit dem steigenden Druck.

    • Alien sagt:

      „Wir verhärten nur die Fronten und erreichen keinen Diskurs“

      und berauben jemanden seiner Rechte. Auch wenn er dasselbe mit anderem Vorzeichen tun würde, wenn er könnte, kann das kein Grund sein, genauso zu handeln. Dazu bedarf es schon richtiger rechtsstaatlicher Gründe.

  3. Joan sagt:

    Wie sagte unser Dozent im öffentlichen Recht immer so schön? „Nazis sind auch Menschen und haben Rechte!“ Leider scheinen die Richter zu ihrer Zeit keinen gehabt zu haben, der ihnen das einbleut. Der ganze liberale Meinungsfreiheitskram wird doch erst relevant, wenn man es mit jemandem zu tun hat, den man _nicht_ leiden kann.

    • Alien sagt:

      „Der ganze liberale Meinungsfreiheitskram wird doch erst relevant, wenn man es mit jemandem zu tun hat, den man _nicht_ leiden kann.“

      Weise Worte. Du darfst meinen, was du willst, so lange das das gleiche ist, wie ich meine. Das ist dann keine Meinungsfreiheit mehr.

  4. Kommt darauf an ob er seinen Job auch bei seinen nicht-deutschstämmigen Mitbürgern zuverlässig erledigt hat. Aber wenn er sich jobmäßig nichts hat zu Schulden kommen lassen ist es wirklich nicht OK.

    • Alien sagt:

      Das habe ich mich auch gefragt. Aber scheinbar geht die Begründung von seiner politischen Einstellung und eben nicht von seinen Arbeitsleistungen (bzw. seinem Verhalten gegenüber Kunden) aus.

  5. HansWurst sagt:

    Stimme obigen Kommentaren zu.
    Aber hier
    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-11/nsu-bundeswehr-geheimdienst
    wohl keine Schornsteinfeger ?

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