Studiengebühren ade!

Das Volksbegehren gegen Studiengebühren in Bayern kann also stattfinden. Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat grünes Licht gegeben. Es wurde auch Zeit. Nachdem sich die roten und grünen Politiker vor so einem Schritt gedrückt haben, und die freien Wähler erst mal im Landtag ankommen mussten, ist es also endlich so weit. Der zweitgrößte bildungspolitische Unsinn in Bayern (nach dem achtjährigen Gymnasium) wird hoffentlich bald Geschichte sein.

Von Anfang an waren die Studiengebühren in Bayern ein Lehrstück in Sachen Politik und Ehrlichkeit.

  • Die Studiengebühren würden ausschließlich zur Verbesserung der Lehre eingesetzt, so hieß es. In Wirklichkeit geht ein beträchtlicher Teil in die Ausfallsicherung für Studenten, die keine Beiträge bezahlen. Der Rest vergammelt auf den Uni-Konten vor sich hin und wird deshalb für teils völlig überflüssige Sachen aus dem Fenster geworfen.
  • Im Gesetz steht nichts von Studiengebühren, sondern von Studienbeiträgen. Ein Beitrag enthält nämlich keinen Rechtsanspruch auf eine Gegenleistung. Wie praktisch.
  • Es ist angeblich sozial ungerecht, wenn „Arbeiter“ für Söhne und Töchter von „Chefärzten“ das Studium bezahlen. Dieses Argument zieht nicht mal ein klein wenig. Das ist nämlich immer noch der Fall. 500 Euro im Semester decken nur einen Bruchteil der Studienplatzkosten. Nun zahlt also der „Arbeiter“ immer noch das Studium der Chefarzt-Kinder, kann seine Kinder aber selbst nicht mehr auf die Uni schicken, weil er sich die Studiengebühren nicht leisten kann, womit die gesellschaftliche Teilung weiter zementiert wird. Das Argument ist noch aus einem zweiten Grund schlecht: Die Studiengebühren sollten ja gerade nur Zusatzeinnahmen für die Unis sein, und keine Grundlastdeckung. Dieses „Argument“ ist also schlicht Volksverdummung.
  • Jeder kann studieren. Naja, jeder der bereit ist einen Kredit aufzunehmen. Was das mit Gerechtigkeit zu tun haben soll, würde ich gerne mal erklärt bekommen.

Auch wirtschaftlich gedacht war es vollkommener Unsinn. Ständig las (und liest) man in der Zeitung: Wir brauchen mehr Studenten. Was macht also unsere ökonomisch gebildete CSU? Macht das Studium teurer. Ein höherer Preis war ja schon immer die beste Methode, Menschen zum Kaufen zu bewegen.

Also liebe Leser. Wenn ihr in Bayern wohnt, tragt euch beim Volksbegehren (voraussichtlich im Januar) ein, damit wir die 10 %-Hürde knacken.

Machts gut!

Euer Alien

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2 Kommentare zu “Studiengebühren ade!

  1. In diese Volksbegehren-Liste werde ich mich mit Sicherheit eintragen!

    • Alien sagt:

      Sehr gut, vielen Dank. Solche Leute brauchen wir mehr.

      Bin mal gespannt, ob die CSU noch vorher umfällt, es gibt ja schon erste Stimmen in die Richtung.

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