Abmahn-Abzocker Getty Images

Seht euch bitte mal dieses Video an, und dann freut euch über unseren deutschen Rechtsstaat, dass der sowas zulässt:

Was soll das?!?

Wer meint, das sei ein Einzelfall: Hier noch ein älteres Beispiel.

Hier sollte eine Bloggerin für ein Avatar-Bildchen eines KOMMENTATORS zahlen! Die Avatar-Bildchen sind deshalb jetzt bei mir deaktiviert.

Die Anwaltsfirmen, die diesen Betrug mitmachen, verdienen sich natürlich eine goldene Nase. Lustigerweise natürlich auch die, die dann die Geschädigten vertreten. Die Streitwerte, die die Kläger festlegen sind auch vollkommen utopisch: 6000 Euro für ein Bockwurstbild, z.B.

Der Gesetzgeber müsste endlich mal diesen Aktivitäten einen Riegel vorschieben. Der Paragraph 97a des Urheberrechtsgesetzes sieht ja eine Bagatellstrafe von 100 Euro vor. Dieser greift allerdings in diesen Fällen nicht.

Der Paragraph sollte so angepasst werden, dass Urheberrechtsverletzer erst einmal kontaktiert werden müssen, ohne gleich über 1000 Euro Abmahngebühr bezahlen zu müssen. Erst wenn nicht reagiert wird, sollten weitere Schritte zulässig sein.

Warum ist das Gesetz nicht so formuliert? Vielleicht liegt es an den Berufen unserer Abgeordneter, die ja meistens Anwälte sind. Vielen Dank aber auch, ihr Abzocker! Sonst beruft ihr euch immer auf die guten Sitten. Wo sind die hier?

Machts gut!

Euer Alien

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6 Kommentare zu “Abmahn-Abzocker Getty Images

  1. Sven sagt:

    Vor allem bei der Masse, die eine Abmahnung erhalten: Link

  2. General-Investigation sagt:

    Nur damit es klar ist: Ein Streitwert wird nicht einfach willkürlich festgelegt, sondern es gibt dafür Tabellen! Und die ist Teil der Rechtsprechung
    Dazu würde ich vorschlagen, denn Unterschied zwischen Streitwert und die von Ihnen genannte Bagatellstrafe von 100 € herauszufinden.
    Ihr Nachsatz ist dann leider etwas daneben: „Dieser greift allerdings in diesen Fällen nicht.“ Warum erwähnen Sie dann diese Strafe wenn sie doch nicht anwendbar ist?

    „Der Paragraph sollte so angepasst werden, dass Urheberrechtsverletzer erst einmal kontaktiert werden müssen, ohne gleich über 1000 Euro Abmahngebühr bezahlen zu müssen. Erst wenn nicht reagiert wird, sollten weitere Schritte zulässig sein.“

    Ihnen scheint grundsätzliche Kenntnis der Gesetze und deren Anwendung zu fehlen, denn wenn Sie eine Abmahnung bekommen und auf diese keine Reaktion Ihrerseits erfolgt, kommen weitere Schritte.
    Es ist also alles, wie Sie es eigentlich wollen.

    • Alien sagt:

      „Es ist also alles, wie Sie es eigentlich wollen.“

      Ist es nicht, weil eine erste Abmahnung schon über 1000 Euro kostet. Das ist maßlos übertrieben, finden Sie nicht?

  3. General-Investigation sagt:

    “Es ist also alles, wie Sie es eigentlich wollen.”

    Der Satz bezieht sich auf „[…] denn wenn Sie eine Abmahnung bekommen und auf diese keine Reaktion Ihrerseits erfolgt, kommen weitere Schritte.“
    Das 1000,- € und mehr deutlich überzogen sind, ist dabei eine völlig andere Sache und liegt an der Gebührentabelle, die aus 300,- € schnell 1200,- € macht.
    Nun ist es aber so, das ein Bloginhaber sich seinerseits mit dem richtigen Text im Blog hätte schützen können. man muß keine Avatarbilder blocken oder eben einfach nicht zulassen.

    Ein Beispiel:

    “ Haftung

    Der Autor dieser Webseiten ist bestrebt, die hier angebotenen Informationen nach bestem Wissen und Gewissen vollständig und richtig darzustellen und aktuell zu halten. Dennoch kann er keinerlei Haftung für Schäden übernehmen, die sich aus der Nutzung der angebotenen Informationen ergeben können – auch wenn diese auf die Nutzung von allenfalls unvollständigen bzw. fehlerhaften Informationen zurückzuführen sind. Eine Haftung für die Inhalte von verlinkten Seiten ist ausgeschlossen, zumal der Autor keinen Einfluss auf Inhalte von gelinkten Seiten hat. Für Inhalte von Seiten, auf welche von Seiten dieser Homepage verwiesen wird, haftet somit allein der Anbieter dieser fremden Webseiten – niemals jedoch derjenige, der durch einen Link auf fremde Publikationen und Inhalte verweist. Sollten gelinkte Seiten (insbesondere durch Veränderung der Inhalte nach dem Setzen des Links) illegale, fehlerhafte, unvollständige, beleidigende oder sittenwidrige Informationen beinhalten und wird der Autor dieser Seite auf derartige Inhalte von gelinkten Seiten aufmerksam (gemacht), so wird er einen Link auf derartige Seiten unverzüglich unterbinden. “

    Das ganze läßt sich erweitern oder abändern und hat somit seine Pflicht erfüllt, um solchen merkwürdigen Mitmenschen keine Angriffsfläche zu geben. Zudem kann noch hinzugefügt werden, das erst eine Kontaktaufnahme mit der Möglichkeit zur Entfernung von Inhalten – oder in diesem Fall Avatarbilder – stattfinden soll und bei Nichtbeachtung genau dieses Falles eine Abmahnung zulässig ist.
    Wie es derzeit gehandhabt wird ist freundlich ausgedrückt, eine Sauerei. Doch mittlerweile haben sich Anwaltskanzleien genau auf diese besondere Gattung Abmahnanwälte spezialisiert.

    Genau genommen könnte ich dann jeden zu Schadenersatzforderungen heranziehen, der ein Bild von mir veröffentlicht, es kopiert oder weitergibt. Das ganze halte ich persönlich für völlig überzogen, denn wenn man etwas ins Internet stellt, hat man es in der Absicht öffentlich gemacht, das es jedem zugänglich ist. Solange Gerichte das anders sehen und keinen Gesetzesänderung erfolgt, werden Winkeladvokaten weiterhin abmahnen können. Eine Beschwerde bei der jeweiligen Anwaltskammer sollte allerdings für Unruhe sorgen, denn dort ist man schon daran interessiert, das dort nicht jemand als Anwalt auf üble Art und Weise sein Geld verdient. Würden sich abgemahnte dazu hinreissen lassen, gäbe es weniger von dieses zwielichtigen Gestalten.

    Sie schreiben, das der § 97a UrhG nicht greift – dort heißt es:

    § 97a Abmahnung

    (1) Der Verletzte soll den Verletzer vor Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens auf Unterlassung abmahnen und ihm Gelegenheit geben, den Streit durch Abgabe einer mit einer angemessenen Vertragsstrafe bewehrten Unterlassungsverpflichtung beizulegen. Soweit die Abmahnung berechtigt ist, kann der Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangt werden.
    (2) Der Ersatz der erforderlichen Aufwendungen für die Inanspruchnahme anwaltlicher Dienstleistungen für die erstmalige Abmahnung beschränkt sich in einfach gelagerten Fällen mit einer nur unerheblichen Rechtsverletzung außerhalb des geschäftlichen Verkehrs auf 100 Euro.

    Hier ein Beispiel, wo der Betrag heruntergesetzt wurde und demnach nachvollziehbar wird. Ein Grund mehr, warum ich mir persönlich den Streitwert von 6000,- € so nicht vorstellen kann.

    http://www.123recht.net/article.asp?a=88022

  4. General-Investigation sagt:

    Eine ganz wichtige Sache habe ich gerade noch vergessen und möchte das nachholen.

    „Nach Ansicht des OLG Braunschweig (Urt. v. 08.02.2012 – Az.: 2 U 7/11) besteht bei einer unerlaubten Fotonutzung bei einem privaten eBay-Verkauf ein Schadensersatzanspruch von nur 20,- EUR.

    Der Beklagte hatte ungefragt vier Fotos des Klägers für seine Online-Versteigerung auf dem bekannten Auktionsportal genutzt. Der Kläger dies den Beklagten anwaltlich abmahnen und stellte zudem Schadensersatzforderungen auf Basis der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing (MFM) auf.

    Die Braunschweiger Richter ließen all dies nicht gelten.“

    Wenn also Fotos bei einem verkauf pro Bild lediglich 20,- € Schadenersatz bringen, sollte ein Avatarbild auch nicht höher bewertet werden können. Ein kluger Anwalt wird das ganze jedenfalls schnell zu Ende bringen können, ohne das hunderte oder sogar tausende Euros den Besitzer wechseln.

    http://www.dr-bahr.com/news/nur-20-eur-schadensersatz-fuer-privaten-online-fotoklau.html

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