Arbeitsverbot bröckelt

Asylbewerber sollen nach Wünschen der EU nach 6 Monaten eine Arbeitserlaubnis bekommen. Bisher war es in Deutschland so, dass die Behörden nach 12 Monaten eine geben KONNTEN – aber nicht mussten. Da Deutschland diese Regelung gerne beibehalten hätte, um nicht mehr Flüchtlinge anzulocken, ist der Kompromiss ein Rechtsanspruch auf eine Arbeitserlaubnis nach 9 Monaten.

Eine kleine Verbesserung, die wohl frühestens 2014 in Kraft treten wird, vorausgesetzt das EU-Parlament stimmt zu. Viel bringt sie allerdings nicht, da es immer noch die Vorrangprüfung gibt. Ein Asylsuchender bzw. Geduldeter darf erst arbeiten, wenn sich wochenlang kein Deutscher oder EU-Ausländer für diesen Job findet. Die wenigsten Arbeitgeber machen das mit, weswegen auch nur rund 3,7 % überhaupt einen Job nachgehen, wenn auch in der Regel nicht in Vollzeit. Meistens können sie auch nicht in ihrem erlernten Beruf arbeiten, weil die Abschlüsse hier nicht anerkannt werden. Außerdem dauern diese Verfahren lange und kosten viel Geld, was sich logischerweise kaum einer leisten kann.

Manchmal hat die FDP Recht

Zum Beispiel bei der Vorratsdatenspeicherung oder hier: Lasst die Menschen arbeiten. Die meisten wollen ihren Lebensunterhalt verdienen. Das ist nicht nur eine wesentliche Verbesserung für die Menschen, es entlastet ganz nebenbei auch noch die Sozialkassen. Ich fürchte zwar, dass zweiteres der Grund für die FDP ist, aber in diesem Fall geht es einfach um das Ergebnis.

Was meint ihr?

Machts gut!

Euer Alien

Advertisements

6 Kommentare zu “Arbeitsverbot bröckelt

  1. M.E. sagt:

    Aber natürlich sollten Asyl“bewerber“ sofort arbeiten dürfen. Ist nun mal ein Menschenrecht, gibt auch mehr Geld, verhindert unter Umständen illegale Beschäftigung oder Zwangsarbeit, und viele Menschen haben nun mal ein Arbeitsbedürfnis, weil sie so erzogen sind oder weil sie dann das Gefühl haben, ihr Leben besser unter Kontrolle zu haben – was traumatisierten Personen ja eher helfen könnte.
    Ich habe nur wie immer (und wie schon bei anderen Gruppen passiert) Angst davor, dass das Recht ganz schnell zur Pficht wird und am Ende dazu benutzt wird, den Leuten ihre Sozialleistungen zu entziehen und sie auf die Straße oder ins Gefängnis zu schmeißen. Wie bei anderen Leuten eben auch schon längst.

    • Alien sagt:

      Die Angst teile ich. Aber deshalb ist es doch trotzdem richtig, Menschen arbeiten zu lassen, die das wollen, oder nicht?

      Weil man Angst vor einer Arbeitspflicht hat, ein Arbeitsverbot zu unterstützen, kann ja auch nicht das Wahre sein.

      • M.E. sagt:

        Hab ja auch nichts Anderes gemeint.
        Daher: dafür sorgen, dass ein Existenzminimum für alle gilt (Bafög und verdeckte Armut wären dann wohl die nächsten Baustellen), und dann eben unbedingt Sanktionen abschaffen. Wäre zumindest meine Überlegung, nur hört auf mich wohl kein Politikerarsch.

        • Alien sagt:

          Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Theoretisch wird das Existenzminimum JEDEM in Deutschland gewährleistet. Laut unserem Grundgesetz. Praktisch gibt es Hunger, Obdachlosigkeit, sozialen Ausschluss aus Geldmangel etc.

          Ich wollte mal Politiker werden, bis ich festgestellt habe, dass wenn ich etwas erreichen will, ich mich entweder verbiegen muss, bis von mir nichts mehr übrig ist, oder ich erst mit 174 Jahren am Ziel bin. Das dauert mir zu lang.

    • Alien sagt:

      Ich mag Asyl“bewerber“ auch nicht, aber es ist leider der offizielle Begriff, der sogar in diesem „tollen“ Asylbewerberleistungsgesetz vorkommt.

Sag mir deine Meinung!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s