Don’t feed the BILD

Liebe Rabbis,

die Bild-„Zeitung“ ist ein Satire Magazin, dass leider von vielen Millionen für eine Zeitung gehalten wird. Wenn ihr dort drin steht, ist das niemals gut. Dort rein zu kommen, ist aber eigentlich ganz einfach:

Entweder ihr macht euch nackig, oder ihr labert so einen Müll, wie diesen hier:

„Schwerster Angriff seit dem Holocaust“

und meint damit nicht etwa einen Massenmord an jüdischen Mitbürgern, sondern das Beschneidungsverbot. Kennt ihr nicht die Geschichte, von dem Jungen, der dauernd Wolf schreit? Wer dauernd Holocaust schreit sorgt genauso für Abstumpfung.

„Ein Verbot der Beschneidung stellt die Existenz der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland infrage.”

„Sollte das Urteil Bestand haben, sehe ich für die Juden in Deutschland keine Zukunft.”

Geht es vielleicht noch theatralischer? Außerdem hätte ich dazu mal eine ketzerische Frage: Ihr glaubt ja angeblich an den einzigen Schöpfergott, der das ganze Universum samt Mensch geschaffen hat. War die Vorhaut des Mannes nun ein göttliches Versehen? Oder wollte er euch einfach nur ärgern? Ganz schön launisch, euer Gott.

Er gehe jedoch davon aus, dass die Beschneidung von Knaben aus religiösen Gründen gesetzlich in der Bundesrepublik verankert wird.

Ich fürchte, da könntet ihr Recht haben.

Rabbiner Goldschmidt bezeichnete es als erschreckend, dass nach Umfragen eine Mehrheit der Bevölkerung das Kölner Urteil begrüße.

Ich finde es erschreckend, dass es wahrscheinlich genauso viele Leute gibt, die nicht einsehen wollen, dass ein Kind nicht das Eigentum der Eltern oder einer Religionsgemeinschaft ist, sondern eine eigenständige Persönlichkeit.

Zum Schluss noch ein Zitat, dass eigentlich noch krasser als die ständige Holocaust-Keule ist:

Das Kölner Urteil weise daraufhin, dass Muslime und Juden in Europa nicht mehr „salonfähig” seien. Im 19. Jahrhundert sei der Antisemitismus noch religiös definiert worden. „Die neue Sprache des Antisemitismus ist die Sprache der Menschenrechte”, sagte Goldschmidt und zitierte damit den Londoner Großrabbiner Jonathan Sachs.

Damit gibt Herr Sachs also zu, dass seine Religion gegen die Menschenrechte verstößt? Mutig, das hat noch nicht einmal der Papst gebeichtet. Auch kein Großmufti oder irgend ein anderer religiöser Führer. Das Judentum als Feind der Menschenrechte, tragisch. Mit Tierrechten sieht es übrigens genauso übel aus:

Das Urteil sei seiner Ansicht nach Teil einer Folge von Angriffen auf religiöse Minderheiten in Europa. Dazu gehörten die Einschränkungen für den Minarettbau in der Schweiz, das Burkaverbot in Frankreich sowie das Schächtverbot in den Niederlanden.

Die Schwächsten hatten es in unserer Gesellschaft schon immer am Schlechtesten. Das muss endlich aufhören.

Machts gut!

Euer Alien

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8 Kommentare zu “Don’t feed the BILD

  1. *mimimi* Warum darf man Tiere nicht einfach brutral ausbluten lassen und kleinen Kindern Körperteile abschneiden? Voll diskriminierend. Meine Religion verlangt übrigens an jedem Freitag den 13. ein Menschenopfer. Ich muss jetzt weg, eine Jungfrau muss in den Abgrund gestoßen werden.

    • Alien sagt:

      „Ich muss jetzt weg, eine Jungfrau muss in den Abgrund gestoßen werden.“

      Viel Spaß! 😉

      An der Stelle der Jungfrau würde ich eine Anzeige schalten: Suche deflorierenden Lebensretter, dringend!

  2. Wjatscheslaw Michailowitsch Skrjabin sagt:

    Bei einer 5000 Jahre alten vorderasiatischen Wüstenreligion, darf es nicht heißen: Beschneiden sondern nach dem Schafe hüten Vorhaut zurück und das Ding waschen, erst dann zu Muttern !

  3. […] würden so etwas jemals tun, also darf man das auch nicht behaupten. Man beachte zum Beispiel den Holocaust-Vergleich gewisser Rabbis, wie sachlich manche Menschen […]

  4. Rowen sagt:

    Ich konnte das noch nie ab, dieses „das ist Antisemitismus!“. Erinnert mich an einen geschichtlich sehr versierten Bekannten, der sich mit einem … sagen wir „einfach gestricktem“ Menschen über die Zeit unterhalten hat. Und sofort kam das Kommentar „Bist du etwa ein Naaaazi?“ (Auch so in die Länge gezogen) obwohl er an keiner Stelle ein Werturteil abgegeben hat.
    Oder zur Bildzeitung fällt mir noch Mittermeier ein, sucht einfach mal bei Youtube zu seinem Ausschnitt aus Safari, „der Katzenhitler“. Er hatte in Paranoid diesen Gag mit der Katze, an dem sich niemand gestört hat, wurde mehrmals ausgestrahlt und alles. Kaum spricht er das bei „Wetten, dass …?“ an laufen die Telefone heiß.
    Was die Bildzeitung daraus gemacht hat …. wirklich einen Blick wert.

  5. Kalevala sagt:

    Danke, dass ProErde im Sinne der körperlichen Unversehrtheit des Kindes argumentiert, die im Namen von Tradition oder Religion nicht eingeschränkt werden darf – auch nicht auf Elternwunsch.

    Hier zwei empfehlenswerte Links zum Thema

    http://pro-kinderrechte.de/kampagne/

    http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/maennliche-beschneidung.html

    • Alien sagt:

      „Danke, dass ProErde im Sinne der körperlichen Unversehrtheit des Kindes argumentiert“

      Gern geschehen. Die Argumente gegen Beschneidung haben einfach mehr Gewicht – meiner Meinung nach.

      Danke für die Links.

  6. Anonymous sagt:

    Der Glaube beginnt zwischen den Ohren, und nicht zwischen den Beinen.

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