Polygamie

Der Piratenpartei wurde mal vorgeworfen, sie unterstütze Polygamie. Die Frage, die sich aufdrängt ist, was ist eigentlich so schlimm daran?

Wenn sich mehrere Menschen lieben, und jeder weiß von den anderen, wo ist das Problem? Es geht hier schließlich weder um Zwangsehen noch um Betrug.

Wenn ein Mann meint, er möchte eine zweite Frau heiraten, und seine erste Frau ist einverstanden, warum nicht. Wenn die Frau meint, sie braucht einen zweiten Mann und der Mann ist einverstanden, was geht das dann bitte die Gesellschaft an?

Die Herkunft des Polygamie-Verbots liegt höchstwahrscheinlich im Christentum. Da das Christentum in Europa lange Zeit sehr dominant war, hat sich diese „Sittenlehre“ durchgesetzt. Viele sinnlose Traditionen wurden schon zu Gunsten der Freiheit des Individuums abgeschafft, warum nicht aus dieses Verbot?

Wenn die Piraten also tatsächlich die Legalisierung der Viel-Ehe fordern (scheint so), kann ich mich eigentlich nur anschließen, da es für mich keinen Grund für solch ein Verbot gibt. Was meint ihr?

Machts gut!

Euer Alien

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10 Kommentare zu “Polygamie

  1. Wie Personen ihr jeweiliges Liebesleben gestalten, ist nicht von Belang für die Öffentlichkeit, die Gestaltung von gesetzlichen Verbindlichkeiten sowie Verpflichtungen jedoch durchaus. Polygamie zieht durchaus einen enormen Rattenschwanz hinter sich her. Man nehme die zahlreichen Förderungen der Ehe, wie etwa das Ehegattensplitting im Steuerrecht, oder Witwenrenten. Interessant werden auch Unterhaltsverpflichtungen.

    • Alien sagt:

      Interessanter Punkt. Staatlich erlaubte Polygamie erfordert natürlich eine grundlegende Neuordnung der Familienunterstützung. Beispielsweise könnten Familien mit Kindern unterstützt werden, während Ehegattensplitting komplett entfällt.

      • Guinan sagt:

        Nicht zu vergessen das Erbrecht. Wird lustig, wenn das hinterlassene Haus je zur Hälfte an die hinterbliebenen Ehepartner fällt.

      • Wo sich schnell die Frage stellt, wie stabil eine vielgliedrige Familie ist. Da wir derzeit ohnehin in einer schnelllebigen Gesellschaft verkehren, würde es eher Sinn machen, das Konstrukt Ehe für den zivilrechtlichen wie strafrechtlichen (auch hier ein ergänzder Punkt!) Gebrauch zu verwerfen als eine Polygamie zu implementieren. Ich als Konservativer empfinde beide Optionen als schlechte Alternativen.

  2. pH!L sagt:

    Ich habe auch nichts gegen Polygamie und es würde mich freuen, wenn das gesellschaftlich mehr akzeptiert werden würde. Jedoch erschließt sich für mich nicht der Sinn einer Viel-Ehe… Kann aber auch daran liegen, dass ich das Konzept Ehe sowieso für überholt halte …

  3. Anonymous sagt:

    Ich denke jeder soll sein Leben leben wie er möchte. Wenn alle einverstanden sind eine Viel-Ehe zu führen, sollten sie das auch tun dürfen. (Aber wer möchte schon zwei Schwiegermütter???)

  4. M.E. sagt:

    Spannendes Thema, mal wieder. Soweit ich weiß, sind Mehrfachbeziehungen heute in Deutschland gar nicht so selten (allerdings eher in der linken Szene oder unter Akademikern). Man nennt das dann Polyamorie oder offene Beziehungen. Lebe seit Jahren selbst in einer. Am Anfang war es schwer, mich daran zu gewöhnen, weil ich (wie die meisten von uns) ganz anders erzogen wurde, aber jetzt hab ich eher den Eindruck, endlich stimmt alles in meinem Beziehungsleben. Keine Verbote, keine Besitzansprüche, kein Fremdgehen, keine Lügen, keinen häuslichen Terror. Und wenn jemand eifersüchtig ist, sind wir eben auch zivilisiert genug, das zu akzeptieren und uns zu überlegen, was man damit macht. Das eigentliche Problem ist dann eher der Umgang damit in der Gesellschaft. „Monogame“ Menschen erzählen uns, so was kann doch gar nicht funktionieren, und gleichzeitig sind sie es, die sich gegeseitig betrügen und verletzen… total heuchlerisch das Ganze.
    Was ich allerdings überlege, ist, ob die Form der Ehe diesen Beziehungen überhaupt gerecht wäre. Für mich hat sich die Ehe sowieso überlebt, und für so ein Beziehungsnetzwerk wäre sie, denk ich, wenig praktikabel.
    Wir sollten uns vielleicht überlegen, wie man für größtmögliche Akzeptanz aller Beziehungsarten sorgen könnte, ohne dass die Leute gleich heiraten müssten. Ich glaube nämlich, das Problem betrifft nicht nur sexuell konnotierte Verhältnisse: Könnte ich jetzt einen Tag frei auf der Arbeit bekommen, weil meine Katze krank ist? Oder warum kann man über 18-jährigen Menschen nicht adoptieren – brauchen „große“ Kinder denn keine Eltern? Und was ist mit Kommunnen etc.?

    • erikschueler sagt:

      Absolut richtig!
      Ich würde mir aber die Frage stellen wie weit man, dann die Grenzen stecken will max. 3 Frauen oder Männer in einer Beziehung oder mehr.
      Mir fällt hierbei mal auf, dass wir mit sowas sehr stark in Richtung Tierreich gehen. Polygamie ist dort keine Seltenheit. Vielleicht zurück zur Natur?

  5. vitzliputzli sagt:

    „Wenn ein Mann meint, er möchte eine zweite Frau heiraten, und seine erste Frau ist einverstanden, warum nicht. Wenn die Frau meint, sie braucht einen zweiten Mann und der Mann ist einverstanden, was geht das dann bitte die Gesellschaft an?“

    niemand hindert sie. aber warum brauchen sie einen staatlichen stempel (bzw. erlaubnis)? so als mündige bürger?

    es geht um geld. die potenzierung der sozialausgaben. wenn der verstorbene ex-rentner vier witwen hat … mit nur 1/4 rente …. wer zahlt den rest …? oder die vierfache rente …? der, der keine abbekommen hat?

    • Alien sagt:

      „niemand hindert sie. aber warum brauchen sie einen staatlichen stempel (bzw. erlaubnis)? so als mündige bürger?“

      Das ist natürlich eine wahre Sache, wie ja auch schon einige andere Kommentatoren hier geschrieben haben. Die staatliche Förderung müsste in diesem Fall komplett neu geregelt werden.

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