Realer Unterhalt von fiktivem Gehalt

Schenkt mal einer den Verfassungsrichtern ein Grundgesetz? Am besten mit einer Extra-Markierung bei Artikel 12:

(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.
(2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.
(3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.

Dieser Artikel wird seit der HartzIV-Gesetzgebung sowieso ad absurdum geführt. Alle auf Transferleistungen angewiesenen Menschen müssen jede Arbeit annehmen. Keine frei Wahl mehr.

Im speziellen Fall hier sind ausnahmsweise Männer Sexismus-Opfer. Zum einen gibt es noch den Artikel 12a, der den Zwangs-Militär- und Ersatzdienst für Männer erlaubt. Zum anderen gibt es jetzt ein Urteil des Verfassungsgerichts, das besagt, dass Väter besser bezahlte Berufe annehmen müssen, wenn es diese gibt, und sie dazu in der Lage sind.

Im konkreten Fall ging es um einen Küchenhelfer, der 199 Euro Unterhalt zahlen sollte, obwohl er dann unter den gesetzlichen Selbstbehalt von 900 Euro rutscht. Er hätte sich ja einen besser bezahlten Beruf suchen können, argumentierten die Amtsrichter. Karlsruhe hat in diesem Fall zwar zu Gunsten des Vaters entschieden, grundsätzlich der Argumentation des Gerichts jedoch zugestimmt. Wenn es für einen unterhaltspflichtigen Vater also einen besser bezahlten zumutbaren Job gibt, ist er folglich verpflichtet diesen anzunehmen. Tut er das nicht, muss er dennoch soviel Unterhalt zahlen, wie er mit seinem fiktiven Einkommen zahlen könnte, auch wenn er unter die gesetzliche Grenze fallen sollte.

Das ist ein vollkommen barbarischer Unsinn. Wer denkt sich nur so einen Stuss aus? Oder was meint ihr?

Machts gut!

Euer Alien

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36 Kommentare zu “Realer Unterhalt von fiktivem Gehalt

  1. herzausstein sagt:

    Nichts dagegen zusagen, wenn der Richter gleich den Arbeitsvertrag zur Unterschrift mit zum Urteil dazu legt.

  2. Guinan sagt:

    Es steht ja auch jedem frei, zusätzlich zu seinem Vollzeitjob Zeitung zu tragen oder zu irgendwo zu putzen. Kindsunterhalt geht vor Freizeit.

    • Alien sagt:

      Ach ich vergaß, ein Unterhaltspflichtiger ist kein Mensch mehr, sondern ein Arbeitssklave.

      • Christina sagt:

        Ihr wißt ja dass ich Christ bin. Ich möchte hier noch mal was einwerfen, was Euch wahrscheinlich nicht gefallen wird, aber es ist nun mal die Realität.

        Wenn man sich an die Gebote Gottes halten würde, gäbe es viele dieser selbstgemachten Probleme nicht. Keine unehelichen Kinder, keine Scheidung, demzufolge auch kein Unterhalt und keine Arbeitssklaven, keine zerstörten Kinderseelen (was viele spätere Probleme zur Folge hat) usw.. Aber die Menschen haben sich von Gott abgewandt und müssen nun die Konsequenzen daraus tragen. Zerrüttete Familien, keine Bindungsfähigkeit der Kinder später (es wiederholt sich sozusagen die Vergangenheit wieder), weil sie es ja auch nie anders erlebt haben usw.

        Es hat eben Folgen, wenn man sich von Gott abwendet, er ist der Konstrukteur und weiß am Besten, wie seine Geschöpfe ein gelingendes Leben führen können. Deshalb hat er ihnen die 10 Gebote gegeben, die Jesus später in einem zusammengefaßt hat:
        Liebe Gott von ganzem Herzen und liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst. Würden alle Menschen danach handeln, gäbe es im Prinzip überhaupt keine Probleme mehr auf dieser Welt.

        • Alien sagt:

          „Wenn man sich an die Gebote Gottes halten würde, gäbe es viele dieser selbstgemachten Probleme nicht. Keine unehelichen Kinder, keine Scheidung“

          Keine Scheidung bedeutet bei manchen Paaren dann jahrzehntelanger Rosenkrieg, statt neuer Liebe. Und ob da die Kinder weniger leiden, wage ich zu bezweifeln.

          • Christina sagt:

            „Keine Scheidung bedeutet bei manchen Paaren dann jahrzehntelanger Rosenkrieg, statt neuer Liebe. Und ob da die Kinder weniger leiden, wage ich zu bezweifeln.“

            >>Liebe Gott von ganzem Herzen und liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst. << (Jesus)

            Was bedeutet das?

            Wenn man seinen Nächsten liebt, dann führt man keinen Rosenkrieg, dann hat man überhaupt nichts Schlechtes gegen den Anderen im Sinn, dann will man nur das Allerbeste für ihn, dann will man keine Scheidung, dann will man Frieden, dann will man sich versöhnen und zusammen bleiben. Wenn beide Seiten so denken und handeln, dann
            gäbe es im Prinzip überhaupt keine unlösbarenProbleme mehr in einer Ehe.

            Dasselbe gilt natürlich auch für alle anderen Bereiche des Lebens gleichermaßen, den Arbeitsplatz, die Nachbarn, das gesellschaftliche Leben allegemein.

            • Christina sagt:

              Mir fällt gerade ein, vielleicht sollte ich noch anfügen, was ich unter Liebe verstehe. Jedenfalls kein sentimentales Gefühl (das möglicherweise bei den Eheleuten gar nicht mehr vorhanden ist). Sondern ich sage es mal so. „Liebe ist eine Entscheidung“. Ich entscheide mich dazu, dem Anderen etwas Gutes zu tun.

              Genauso ist Jesu Gebot der Feindesliebe nämlich auch zu verstehen. „Liebet Eure Feinde“. Hm …., ich kann mir ja nun keine Liebesgefühle für meine Feinde einreden, wenn sie nicht da sind, weil die mir vielleicht was ganz Schreckliches angetan haben. Das wird auch hier gar nicht von mir verlangt. Sondern diese Liebe, die da gemeint ist, ist eine tätige Liebe. Ich soll meinen Feinden etwas Gutes tun, egal wie meine Gefühle im Moment sind. Vielleicht bewirkt dieses Gute tun bei meinem Feind sogar irgend etwas. Und vielleicht verändert sich sogar die Situation dann. Aber vor allen Dingen wird sich bei mir dadurch etwas verändern.

              So ähnlich sehe ich es auch bei Ehepaaren, die vielleicht für sich keine Hoffnung mehr sehen. Gegenseitig tätige Liebe üben. Die Gefühle kommen dann irgendwann wieder von selbst.

              „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.“ (Joh. 3, 16)

              Das war auch keine sentimentale Liebe, die Gott da gezeigt hat, sondern es war eine „Tat Gottes“, die uns die Möglichkeit gegeben hat, wieder in Verbindung mit ihm zu gelangen.

              • Das sind doch komplett illusionäre Forderungen! Wenn zwei sich auseinander gelebt haben, warum sollten sie bemüht zusammen und unglücklich bleiben? Warum Ruinen erhalten? Gleichwohl bin ich dafür, dass die Elternschaft von der romantischen Liebe getrennt betrachtet und gern auch staatlich institutionalisiert werden soll (statt Ehe). Dann wüsste beide von Beginn an, dass ihr Eltern-sein sie verpflichtet und berechtigt, ganz unabhängig vom Stand ihrer persönlichen Beziehungsliebe. Es wäre dann leichter, in den Status der „wahren Freunschaft“ zu gelangen, was für die Kindern optimal wäre!

      • Guinan sagt:

        Du meinst, familiäre Verpflichtung ist Sklavendienst? Wer Nachwuchs hat, muss dafür sorgen. Wer bedürftige Eltern hat, ebenso. Das sehe ich jetzt nicht so negativ.

        • Alien sagt:

          Grundsätzlich einverstanden, aber irgendwo muss es Grenzen geben. Und Unterhalt ist bei uns geregelt. Jetzt solch komische Verrenkungen mit hätte könnte würde herbeizuzaubern finde ich nicht in Ordnung. Der Vater verdient Geld, das wird für den Unterhalt benutzt, und nicht was er verdienen könnte.

          Und ich sehe Freizeit als etwas wichtiger als du. Das Leben besteht nicht nur aus Arbeit. Nur weil uns Wirtschaftsbosse einreden, dass wir am besten von 15 bis 85 20 Stunden am Tag malochen sollen und dann den Löffel abgeben, dann müssen wir das noch lange nicht tun.

          • Guinan sagt:

            Wer seinen Verpflichtungen mit einem 40-Std.-Job nicht nachkommen kann, der muss halt ein paar Stunden drauflegen. Im Ausgleich ist der Unterhaltspflichtige ja auch von der unentgeltlichen Versorgungsarbeit entlastet. Wenn er das nicht möchte, rutscht er eben unter den Selbstbehalt, hat dafür mehr Freizeit. Finde ich ok.

            • Alien sagt:

              Die Verpflichtungen ergeben sich allerdings aus seinem aktuellen Einkommen. Wenn jetzt einfach mit einem höheren Einkommen gerechnet wird, um ihn seinen gesetzlich zustehenden Anteil noch weiter zu kürzen, ist das Betrug.

              • Guinan sagt:

                Die Verpflichtungen ergeben sich aus seiner Vaterschaft. Und er muss alles Menschenmögliche tun, um denen nachzukommen.

                • Alien sagt:

                  „Die Verpflichtungen ergeben sich aus seiner Vaterschaft.“

                  Richtig, und der zu zahlende Unterhalt wird aus dem Gehalt des Vaters berechnet. So weit so gut. Mehr zu verlangen, finde ich nicht richtig.

            • ReiHe44 sagt:

              Einstein meinte zu dieser Thematik: Wer ein gutes Mitglied einer Schafherde sein möchte, muß zu allererst ein schaf sein

      • Joan sagt:

        Moment, Moment. Es geht in erster Linie darum, dass, wer ein Kind in die Welt setzt, eine gewisse Verantwortung übernehmen sollte. Wenn jemand eine besser bezahlte Arbeit ablehnt, die a) realistisch möglich und b) ihm auch wirklich zumutbar ist, dann prellt er in erster Linie die Mutter um den Unterhalt, nicht irgendwelche Wirtschaftsbosse. Zumal das BVerfG die fiktiven Einkünfte im Ergebnis nur dann berücksichtigen will, wenn feststeht, dass sich jemand nicht um einen besser bezahlten Job bemüht hat, den er aber durchaus hätte machen können, und zwar nicht hypothetisch, sondern ganz real. Stell es dir mal umgekehrt vor: du sitzt mit einem kleinen Kind da, und dein Partner weigert sich, dich weder erzieherisch noch sonst irgendwie zu unterstützen. Da wär ich auch stinkig.

        • Alien sagt:

          „Wenn jemand eine besser bezahlte Arbeit ablehnt, die a) realistisch möglich und b) ihm auch wirklich zumutbar ist, dann prellt er in erster Linie die Mutter um den Unterhalt“

          Nun, wenn aber jemand eine Arbeit hat, das war ja hier der Fall, wird er sich kaum einen anderen Job suchen, wenn er mit seinem zufrieden ist. Und wenn dann der Anwalt der Mutter plötzlich mit der Idee daher kommt, der Vater könnte in einem anderen Job mehr verdienen, ist das doch nicht richtig.

          „Zumal das BVerfG die fiktiven Einkünfte im Ergebnis nur dann berücksichtigen will, wenn feststeht, dass sich jemand nicht um einen besser bezahlten Job bemüht hat, den er aber durchaus hätte machen können, und zwar nicht hypothetisch, sondern ganz real.“

          Nochmal, wenn jemand einen Job hat, wieso soll er denn dann plötzlich sich nach etwas anderem umschauen? Was ist denn mit der Loyalität dem Arbeitgeber gegenüber? Wer sagt überhaupt, dass der andere Job sicher wäre? Mehr Geld, aber nach einem Jahr auf der Straße wäre ja auch in keinem Interesse, weder des Vaters noch des Kindes.

          „du sitzt mit einem kleinen Kind da, und dein Partner weigert sich, dich weder erzieherisch noch sonst irgendwie zu unterstützen.“

          Das ist hier ja gar nicht gesagt. Manchmal verweigern auch die Mütter das Umgangsrecht, obwohl der Vater will. Tut aber hier nichts zur Sache, denn es geht ja nicht um Arbeitslose, die sich zu fein zum Arbeiten sind, sondern um normal arbeitende Männer.

          • Joan sagt:

            >>“Wer sagt überhaupt, dass der andere Job sicher wäre? Mehr Geld, aber nach einem Jahr auf der Straße wäre ja auch in keinem Interesse, weder des Vaters noch des Kindes.“<<
            Wichtiger Punkt, da hast du Recht, allerdings unter der Prämisse, dass der "alte" Job der sicherere ist… In aller Regel wird es vermutlich ohnehin an den entsprechenden Feststellungen scheitern, aber ich würde die Idee eben nicht prinzipiell ablehnen. Ob der Vater/die Mutter gar nicht arbeitet, oder unter seinen/ihren Möglichkeiten (um mal geschlechterneutral zu bleiben), finde ich da sekundär.

            • Alien sagt:

              „In aller Regel wird es vermutlich ohnehin an den entsprechenden Feststellungen scheitern“

              Das glaube ich auch. Ich wüsste nicht, wie das in der Praxis funktionieren sollte.

  3. Christina sagt:

    Ich nehme mal an, das ist so, weil sich hier zwei Gesetze widersprechen, und zwar das Recht des Kindes auf angemessenen Unterhalt und das Recht des Unterhaltspflichtigen auf Berufswahlfreiheit. Und dann kommt es wahrscheinlich darauf an, welchem Recht hier die Priorität gegeben wird und das ist dann wahrscheinlich das Recht des Kindes auf angemessene Unterhaltsleistung. So denke ich mir das mal.

    Das mag dann für den Unterhaltspflichtigen bitter sein, aber anders herum ist es dann für das Kind auch wieder bitter.

    Welche Lösung also?

    • Alien sagt:

      „Ich nehme mal an, das ist so, weil sich hier zwei Gesetze widersprechen, und zwar das Recht des Kindes auf angemessenen Unterhalt und das Recht des Unterhaltspflichtigen auf Berufswahlfreiheit.“

      Ich verstehe was du meinst. Was ist allerdings mit den Kindern, die einen arbeitsunfähigen Vater haben? Die bekommen auch keinen Unterhalt. Wo ist hier die Fairness. Lieber bekommt das Kind weniger, als der Vater theoretisch mit einem anderen Beruf verdienen könnte, als dass es gar nichts kriegt, wenn er einfach nicht mehr arbeitet. Er könnte sich dann schließlich komplett weigern zu arbeiten. Das kann ja auch nicht der Sinn der Sache sein.

  4. M.E. sagt:

    Irgendwie ist beides blöd: dem Vater einen anderen Beruf aufzuzwingen oder das Kind ohne Unterhalt zu lassen…
    Ich habe in letzter Zeit immer wieder den Eindruck, dass der Staat noch zu sehr auf die Familie vertraut und die Familie auf den Staat. Dabei funktionieren beide häufig nicht: Der Sozialstaat ist ein Flickenteppich und die Verwandten oft zu geizig… Hab ich ständig in der Uni gesehen, z.B. Eltern, die dreimal im Jahr in Urlaub fahren und ihre Kinder trotzdem so ungefähr auf dem ALGII-Niveau leben lassen (oder noch schlimmer). Ich hab mal ein Mädchen gesehen, die ihren Vater mehrfach verklagt hatte und der dann immer einmal was gezahlt hat und dann wieder gar nichts…Bis sie irgendwann hungern musste und man ihr den Strom abgedreht hat. Viele kriegen auch kein Bafög weil die Eltern offiziell zu reich sind, die Eltern geben aber nichts ab und die Kinder sind zu nett sie zu verklagen…
    Und wie der Staat für Menschen sorgt, wisst ihr ja. Eine Waise ohne Freunde hätte hier niemals überlebt…
    Wir brauchen irgendein alternatives Konzept, wie man Menschen versorgt…. Vielleicht einfach eine Grundsicherung für alle, die es brauchen, also auch Kinder und Jugendliche, zahlen, dafür Kriegen die Eltern dann aber auch keine Steuerbegünstigungen mehr.

  5. Christina sagt:

    Ich bin auch für eine Grundsicherung für alle, aber ich habe eigentlich wenig Hoffnung, dass sich das jemals durchsetzt.

  6. vitzliputzli sagt:

    Wenn man den Kindsvater nicht zwingen kann, den besseren job anzunehmen, muss die gesellschaft die kosten für dessen kind tragen.

    da ist es schon gerechter, dem erzeuger die kosten und verantwortung aufzubrummen.

    es geht nicht um die frage, soll der vater zum arbeiten gezwungen werden (gegen die berufsfreiheit im GG), sondern wer soll letztendlich bezahlen.

    letztendlich würde sich der kindsvater auf seine freie berufswahl berufen und die gesellschaft zahlen lassen. da ist pappi aber doch näher in der verantwortung. IHM ist mehr engagement abzuverlangen, als andere steuerzahler für die folgen seines handelns aufkommen zu lassen.

    • M.E. sagt:

      Sorry, aber die ganzen Steuergeld-Argumente sind so was von abgedroschen und bringen zu nichts. Das Gleiche erzählen irgendwelche Nazis, wenn es um Flüchtlinge geht, dabei versuchen sie doch nur vom eigenen Versagen abzulenken und die Schuld den Anderen zu geben. Erstens zahlen Arme im Verhältnis zu ihrem Einkommen mehr Steuern, weil sie mehr konsumieren (auch Mehrwertsteuer ist eine Steuer!) als zurücklegen. Zweitens möchte ich jetzt auch nicht für eure Straßen bezahlen, ich hab schließlich weder ein Auto noch einen Führerschein. Und Kinder will ich auch keine, also am besten alle Kitas schließen!
      „Die“ Steuerzahler gibt es nicht. Wenn du mal krank bist oder die Polizei brauchst, wirst du froh sein, dass „die Gesellschaft“ für dich mitbezahlt.
      Unabhängig davon, was dem Vater alles möglich wäre und ob er sich genug bemüht (das kann nur er allein wissen), für irgendwelchen Quatsch wie Banken oder Bundeswehr werden Milliarden ausgegeben, aber ein Kind ist es für dich nicht wert, es zu finanzieren?
      Wer keinen Bock auf Steuern und soziale Unverteilung hat, sollte einfach nach Monako ziehen. Da gibt es keine Armen, die mit ihrem Recht auf Leben nerven.

      • Christina sagt:

        Mal ein kleiner Einschub hier. Gehört nicht so ganz zum Thema (oder vielleicht doch?).

        „Da gibt es keine Armen, die mit ihrem Recht auf Leben nerven.“

        Sorry, ich möchte jetzt nicht mißverstanden werden. Ich bin natürlich auf jeden Fall der Ansicht, dass jeder Mensch, egal ob arm, reich, gesund oder krank ein Recht auf Leben hat. Das begründet sich schon alleine auf meinem Glauben. Brauch ich jetzt sicher nicht weiter zu erläutern.

        Aber ich wundere mich wirklich, wie Menschen, die an die Evolution glauben, auf die Idee kommen, dass es irgend ein Recht auf Leben geben sollte. Laut Evolution setzt sich immer das Stärkere durch, das Schwache geht unter bzw. stirbt aus, nur so ist Höherentwicklung und Fortschritt möglich.

        Also wenn schon Gott und Glaube ablehnen, dann bitte auch in dieser Hinsicht konsequent sein. Nur da hapert es dann bei den allermeisten. Das möchten sie dann doch nicht so sehen.

        Wenn Ihr mal wissen möchtet, wie das Darwin sah (und wie es eigentlich auch konsequent wäre zu sehen, wenn man an Evolution glaubt), dann lest doch mal den vollständigen ausgeklappten Text unter diesem Video.

        • M.E. sagt:

          „Aber ich wundere mich wirklich, wie Menschen, die an die Evolution glauben, auf die Idee kommen, dass es irgend ein Recht auf Leben geben sollte.“
          Genau deshalb: Man ist AUF DIE IDEE gekommen. Es gibt Menschenrechte, weil Menschen beschlossen haben, dass es sie geben sollte. Und weil es mit Menschenrechten besser ist als ohne. Wer hat hier denn behauptet, dass es Rechte von Natur aus gibt? Keiner. Du bist die einzige, die denkt, ihre Meinung sei die einzig wahre. Ich akzeptiere die Menschenrechte, weil ich mich dazu entschieden habe und weil es sich richtig anfühlt.
          „Also wenn schon Gott und Glaube ablehnen, dann bitte auch in dieser Hinsicht konsequent sein. Nur da hapert es dann bei den allermeisten. Das möchten sie dann doch nicht so sehen.“
          Auch was von Ablehnung von Gott oder Glaube hat hier niemand geschrieben. Siehst du, genau das meinte ich mit „lästern“: Vermutlich meinst du es nicht abwertend, aber du verbreitest hier einfach so Sachen, die nicht stimmen, unterstellst anderen Menschen Aussagen, die sie nie getroffen haben usw. Was ich in der Tat ablehene, ist religiöser Fundamentalismus, und da haben wir im Moment ein Problem. Ich würde deine Meinungen und deinen Glauben sehr gerne respektieren, wenn diese denn nicht so autoritär wären. Du redest über Meinung und nennst sie „Realität“, oder schreibst in der dritten Person („man kann doch nicht gutheißen“), obwohl es um deine private Position geht – als ob alle anderen außer dir keine Menschen wären. Wenn jemand ein Gegenargument zu deiner Position einbringt, behauptest du, man möchte nicht mit dir diskutieren. Ich habe leider den gegenteiligen Eindruck. Du sagst, wir sollen uns doch alle lieben, aber schau dir doch bitte an, wie du auf abweichende Meinungen oder Lebensstile reagierst. Sieht so Liebe aus?
          „Das begründet sich schon alleine auf meinem Glauben. Brauch ich jetzt sicher nicht weiter zu erläutern.“
          Ich sehe das genau umgekehrt. Der Glaube, den du da vertrittst (so von wegen die Bibel ist absolut wahr usw.), ist mit dem Recht auf Leben unvereinbar. Denn die Bibel lehrt uns, dass der Gott kein Problem damit hat, sein eigenes Kind zu Tode foltern zu lassen (neben allen möglichen anderen Grausamkeiten). Warum soll ich an so einen Gott glauben, und wenn es denn gibt, wie kann man so ein Monster von einem Vater denn lieben?

          • Alien sagt:

            Respekt, besser hätte ich es nicht ausdrücken können!

          • Christina sagt:

            “Genau deshalb: Man ist AUF DIE IDEE gekommen. Es gibt Menschenrechte, weil Menschen beschlossen haben, dass es sie geben sollte. Und weil es mit Menschenrechten besser ist als ohne.”

            Das mag ja alles sein, steht aber im krassen Gegensatz zur Evolutionstheorie. Es wird jetzt sozusagen verhindert (durch natürliche Auslese der Kranken und Schwachen) das die Evolution weitergeht. Die sogenannte Höherentwicklung kann nicht mehr stattfinden. Es kommt zum Stillstand oder sogar Rückgang. Hast Du eigentlich mal die Worte von Darwin gelesen? Es ist ein Widerspruch Evolution und Menschenrechte. Passt nicht zusammen.

            Die Menschenrechte, die es heute in Deutschland und Europa gibt und die Du so toll findest, sind aus der Geschichte gewachsen und haben einen christlichen Hintergrund. So ist das nämlich.

            “Auch was von Ablehnung von Gott oder Glaube hat hier niemand geschrieben. Siehst du, genau das meinte ich mit “lästern”: “

            Doch das hast Du geschrieben! Ich will mir jetzt nur nicht die Mühe machen danach zu suchen. Brauche ich auch gar nicht um das zu belegen, weil Du sogar in diesem Kommentar hier ein Stück weiter unten dasselbe tust. Bitteschön:

            “Der Glaube, den du da vertrittst (so von wegen die Bibel ist absolut wahr usw.), ist mit dem Recht auf Leben unvereinbar. Denn die Bibel lehrt uns, dass der Gott kein Problem damit hat, sein eigenes Kind zu Tode foltern zu lassen (neben allen möglichen anderen Grausamkeiten). Warum soll ich an so einen Gott glauben, und wenn es denn gibt, wie kann man so ein Monster von einem Vater denn lieben? “

            “Wenn jemand ein Gegenargument zu deiner Position einbringt, behauptest du, man möchte nicht mit dir diskutieren.”

            Wo bitteschön habe ich eine solche Aussage getroffen? Zeig mir mal ein Beispiel. Wirst Du keines finden. Und vielleicht solltest Du diesen Satz aus Deinem letzten Kommentar dann besser auf Dich selbst anwenden.

            “Vermutlich meinst du es nicht abwertend, aber du verbreitest hier einfach so Sachen, die nicht stimmen, unterstellst anderen Menschen Aussagen, die sie nie getroffen haben usw.”

            Genauso ist es.

            Aber mal so ganz zum Schluß. Niemand will Euch hier etwas aufzwingen. Jeder darf seine Meinung haben. Aber ich dachte der Kommentarbereich wäre dazu da, seine Meinung zu äußern. Wenn aber nur einseitige zustimmende Kommentare erwünscht sind, dann sollte man das besser gleich mit dazuschreiben. 🙂

        • Joan sagt:

          Ich versuche mich mal an einem sachorientierten Widerspruch: Evolution heißt nicht nur, dass der Stärkere den Schwachen killt – es kann auch bedeuten, dass sich Strategien durchsetzen, die genau das verhindern. Soziales Miteinander gibt es ja auch im Tierreich, genau wie altruistisches Verhalten, sodass deine Darstellung, wenn man den Glauben ablehne, man automatisch auch Altruismus, Lebensrecht uä ablehnen müsse, nicht greift. Beispielsweise gibt es eine Theorie, wonach die „Sexuelle Revolution“ unter den Frühmenschen, weg vom Harem und hin zur monogamen Bindung, die Kämpfe unter den Männchen um die Vormachtstellung im Rudel deutlich reduziert und dafür dank intensiverer Fürsorge die Chancen des Nachwuches deutlich verbessert hat. Link.
          Evolution heißt eher, dass sich die beste Strategie durchsetzt, um dem Willen, zu leben, Geltung zu verschaffen – kurzfristig mag das Konkurrenzkampf sein, langfristig scheint sich soziales Miteinander aber besser zu machen, und dann passen auch Menschenrechte als logische Fortsetzung eines sozialen Miteinanders in dieses Bild. Nur als Gedankenanregung.

  7. Ich glaube nicht, dass man Männer mit solchen Methoden dazu zwingen sollte, ihrer Verantwortung als Vater besser gerecht zu werden. Vermutlich treibt man sie eher in den Widerstand bzw. in die „mutwillige Arbeitslosigkeit“, in den vorgespielten Krankenstand und andere Tricks.
    Weiter haben wir ja derzeit das Phänomen, dass immer mehr Männer im Familien-Alter gar keinen Bock mehr auf Bindung und Kinder haben und eben Single bleiben. Das wird durch solche Urteile nur noch verstärkt.

    Und ja, ich denke, die Gesellschaft/der Sozialstaat muss mitversorgen – denn die Gesellschaft hat ja was davon, wenn es Kinder gibt, ist sogar dringend darauf angewiesen!

  8. vitzliputzli sagt:

    menschenrechte? evolution?

    vielleicht geht es auch eine nummer kleiner. es geht um verantwortung für sich und sein handeln und die verlagerung dieser persönlichen verantwortung (=kosten) auf die gesellschaft. das hat weder mit evolution noch mit menschenrechten zu tun.

    im sozialismus werden solche kosten eher vergesellschaftet (bis zur pleite der sozialistischen gesellschaft, weil niemanden mehr die kosten seines handeln interessiert) und in konservativen gesellschaften bleiben sie möglichst privat (mit sozialer restvergesellschaftung), um die persönliche verantwortung der menschen für ihr handeln zu stärken.

  9. […] gab es einen Kommentar von Christina, der etwas außerhalb des Themas verlief (neudeutsch: off topic), dem ich gerne ausführlicher […]

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