Dagegen und doch dafür?

In Gröditz soll ein Asylbewerberheim errichtet werden. Die NPD bekommt Wind davon und agitiert mit Flugblättern dagegen. Der Bürgermeister samt Stadtrat starten eine Unterschriftenaktion mit pro und contra Listen. Der Bürgermeister ist auch gegen das Heim.

Sympathisiert jetzt der Bürgermeister einer sächsischen Kleinstadt mit der NPD? Wenn man den Aussagen des Bürgermeisters Glauben schenkt, tut er das nicht. Er sei viel mehr, wie sämtliche Flüchtlingsräte und entsprechende Initiativen auch, für eine dezentrale Unterbringung in Wohnungen. Wenn er wirklich dieser Meinung ist, dann hat er das zumindest schlecht an die Bürger kommuniziert, denn die sind wohl eher aus NPD-Gründen gegen das Heim:

Von der Idee des Bürgermeisters, statt der Containerunterkunft eine dezentrale Unterbringung zu organisieren, hat hier noch keiner was gehört. Es ist auch nirgends zu lesen, in keiner Pressemitteilung, keinem Vermerk. Eine Familie, auf die Idee angesprochen, ist entrüstet. „Das geht ja gar nicht“, sagt der Mann. „Da sind die ja dann überall.“ Fast entschließt er sich, gar nicht zu unterschreiben. Seine Frau kann ihn beruhigen, sie zeigt auf die Contraliste. „Hier steht es doch ganz deutlich: gegen ein Asylbewerberheim.“ Drei Unterschriften mehr.

Es sieht also eher nach einer Ablehnung aus, die nicht auf humanen Gründen sondern auf blankem Rassismus und/oder starker Xenophobie basiert. Nur traut sich das der Bürgermeister wohl nicht zu sagen.

Würde ich dort wohnen hätte ich eigentlich auf der Contra-Liste unterschreiben müssen, da ich ja, wie der Bürgermeister angeblich auch, für eine dezentrale Unterbringung wäre. Dass ich dabei aber die gleiche Entscheidung treffe, wie viele dieser Fremdelnden hätte mir zumindest ein ungutes Gefühl verliehen.

Machts gut!

Euer Alien

Advertisements

2 Kommentare zu “Dagegen und doch dafür?

  1. humanicum sagt:

    Wir wurden furchtbar missverstanden, weil wir es den Bürgern nicht richtig kommunizieren konnten. Aber sonst sind wir voll d’accord und schuldlos bei allen Schweinereien, die wir so tun. Lieblings-Kommunikationsstrategie rechtslastiger Betonköpfe mit Volksempfänger im Hirn.

  2. humanicum sagt:

    Nachtrag: bei uns im Mainz sitzen zwei Pro-Mainz Abgeordnete (ehemals NPD) im Stadtrat, die nach dem selben Muster vorgehen, gegen alles, was nicht weiß und deutsch ist.

Sag mir deine Meinung!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s