US-Recht im Mittelalter

In Louisiana muss ein Sexualstraftäter ab 1. August anscheinend ein Facebookprofil haben. Wie sonst sollte er sich dort outen, und das Delikt, die Urteilsbegründung, die Wohnanschrift und die Beschreibung seiner körperlichen Charakteristika veröffentlichen. Das wird nämlich ab diesem Datum zur Pflicht.

Der digitale Pranger für Verbrecher. Mein Gott, wie rachsüchtig muss man eigentlich sein? Ich finde das abartig, auch wenn mir bewusst ist, dass die Taten des Verbrechers alles andere als harmlos waren. Der Autor des folgenden Kommentars zum Artikel sieht das wohl anders:

Interessant, dass laut Umfrage mehr Leute das Outen eines Sexualstraftäter für unmenschlich halten als dessen Taten … das sollte uns zu denken geben.

Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun. Diese Aussage ist extrem perfide und unlogisch. Wenn ich dieses Outen für unmenschlich halte, sagt das überhaupt gar nichts über meine Meinung zum Verbrechen aus. Nichts, aber auch rein gar nichts. Dass dieser Kommentator das über einen Kamm schert, ist entweder mangelnde Logik-Fähigkeit oder böse Absicht. Frei nach dem Motto „Unterstelle nie Böswilligkeit, wenn Dummheit als Erklärung hinreichend ist”, gehe ich davon aus, dass er seinen Logik-Fehler gar nicht bemerkt hat.

Was meint ihr?

 

Machts gut!

Euer Alien

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17 Kommentare zu “US-Recht im Mittelalter

  1. Bravo, damit irgendwelche psychisch Gestörten ihre Gewaltfantasien an Verbrechern ausleben können, die bereits bestraft wurden. Wenn ich mir in Foren durchlese was manche Leute so mit „Kinderschändern“ anstellen wollen kann ich mir gut vorstellen dass so ein geouteter von irgendwelchen Irren überfallen und abgeschlachtet wird. Und es gibt sicher genug die dann noch applaudieren und sagen „Toll gemacht, dem habt ihrs aber gezeigt“… anstatt die Gewalt zu verringern wird also noch mehr Gewalt geschaffen. Ganz toll.

  2. Gefinkelt sagt:

    Es ist doch logisch. Wenn man mit allen Mitteln versucht Straftäter von der Gesellschaft fernzuhalten, dann werden diese in ihrer Isolation ganz brave und liebenswürdige Menschen, die keinem Mitbürger auch nur ein Schamhärchen krümmen könnten.

  3. erikschueler sagt:

    In den USA kann man glaube sogar über das Internet herausfinden wo ein Sexualstraftäter wohnt und wie weit er von einem weg ist. Resozialisierung ist damit ABSOLUT unmöglich und bedeutet eine Verletzung der Menschenwürde. Wir sollten nämlich niemals vergessen, dass der grausamste Mensch immer noch ein Mensch ist, egal wie die Gesellschaft ihn bezeichnet.

  4. Will Schmitz sagt:

    „Interessant, dass laut Umfrage mehr Leute das Outen eines Sexualstraftäter für unmenschlich halten als dessen Taten … das sollte uns zu denken geben.“

    Warum dann noch eine Gefänignisstrafe? Durch dieses überflüssige Outing wird damit jede Strafe zu lebenslang!

    Und was ist mit den Wallstreet-Gangstern, die Millionen um ihre Altersversorgung geprellt haben? Sollten die nicht auch ein Ehrenplätzchen haben im Fakebook?

    Und was ist mit dem Kriegsnobelpreisträger Obama? Sollte er nicht als führender Massenmörder eine Seite haben?

  5. Anonymous sagt:

    Ok, das sind ja alles gute Argumente, aber möchtet Ihr wirklich Eure Kinder draußen Spielen lassen, wenn der Nachbar ein verurteilter aber entlassener Kinderschänder ist?

    • Will Schmitz sagt:

      Die Gesellschaft lebt doch auch damit, dass nicht verurteilte Straftäter fremde Länder überfallen, nicht verurteilte Bankster uns beklauen in unfassbaren Maßstäben, nicht verurteilte Politmarionetten den Faschismus einführen wollen.
      Wieso wird bei einem bereits verurteilten (!) Straftäter so ein Tamtam gemacht?
      Und was ist mit den potentiellen Straftätern? Müssen die dann auch bald eine Fakebokseite haben?
      Leute, kommt mal wieder runter!

    • Alien sagt:

      Und was ist, wenn der Nachbar Ersttäter wird? Absolute Sicherheit gibt es nie.

      • Anonymous sagt:

        Es ist richtig, absolute Sicherheit gibt es nicht, aber man kann das Risiko verringern. Ich bin wirklich kein Freund der Amerikaner und ihrer Gesetzte aber in diesem Fall denke ich wirklich es ist ok. Ich denke da besonders an Kinderschänder. Meine Meinung dazu ist: Man kann einen Kinderschänder nicht therapieren.Das ist eine Neigung, genau wie jemand auf Frauen mit blonden oder schwarzen Haaren steht, auf Frauen mit großen Brüsten, oder auf asiatische Frauen…., Das kann man nicht therapieren und wenn jemand auf verbotene Sachen steht und die Kontrolle verliert, dann ist das schlimm für die Opfer im ersten Fall aber kaum zu verhindern. Aber es ändert nichts wenn der Mann oder die Frau verurteilt und eingesperrt wird. (in amerikanischen Gefängnissen wird ja auch kaum oder gar nicht therapiert) Wenn diese Person dann wieder entlassen wird, dann hat sie immer noch diese Neigungen und ich möchte wirklich nicht neben so jemanden meine Kinder aufziehen. Das Risiko ist zu hoch.

        • Alien sagt:

          „Man kann einen Kinderschänder nicht therapieren.“

          Es gibt durchaus Aversionstherapien. Und auch wenn die Zeitungen praktisch nicht darüber berichten, sind die wesentlich effektiver, als die Mehrheit glaubt.

          „In amerikanischen Gefängnissen wird ja auch kaum oder gar nicht therapiert.) Wenn diese Person dann wieder entlassen wird, dann hat sie immer noch diese Neigungen“

          Damit sprichst du ein richtiges Problem an: Um die Sicherheit für die Gesellschaft zu erhöhen, gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Lebenslang einsperren oder therapieren. Da das erste meist rechtsstaatlich nicht möglich ist, ist das zweite die einzige Möglichkeit größtmögliche Sicherheit zu schaffen. Aber anstatt in Resozialisierung zu investieren (was übrigens auch finanziell billiger käme), verabschieden sie lieber solche Anti-Sozialisierungs-Gesetze, die viel eher dazu führen werden, dass der Täter noch mal austickt.

          • Anonymous sagt:

            Ok, ich hab nachgedacht. (autsch) Ein Sexualstraftäter der verurteilt wurde und in Therapie ist, ist ja in den meisten Fällen nicht dort weil er sich therapieren lassen möchte, sondern weil er sonst nicht mehr raus kommt. Würde dieser Mensch nicht alles sagen und tun um frei zu kommen? Eine Therapie hilft doch aber nur wenn man sich auch wirklich ändern möchte. So ich denke das die Therapieaussichten nicht so rosig sind.

            • Alien sagt:

              Mit Sicherheit gibt es solche Menschen. Es gibt ja auch Rückfalltäter. Davon gibt es aber um so weniger je direkter eine Therapie mit Resozialisierungsmaßnahmen beginnt. Du glaubst gar nicht, was jahrelange Gehirnwäsche bewirken kann.
              Wenn man nicht lebenslang einsperrt (oder gar hinrichtet) führt kein Weg an einer effizienten Resozialisierung vorbei, als effektivster Schutz der Bevölkerung.

    • Caseus Mollis sagt:

      Sie disqualifizieren sich gerade selber, wenn Sie die Bezeichnung „Kinderschänder“ verwenden. Ähnlich wie die früher gebräuchliche Bezeichnung „Schändung“ für Vergewaltigung drückt diese Wort nämlich aus, dass die „Schande“ nun beim Opfer läge. Damit tragen solche Bezeichnungen zur Tabuisierung sexualisierte Gewalt bei, was letztlich nur den Tätern nützt. Denn oft nützen sie aus, dass es für die Opfer peinlich und tabuisiert ist, darüber zu sprechen, was ihnen angetan wurde.

      Beratungssstellen, die sich professionell mit dem Thema beschäftigen, sprechen daher von „sexuellem Missbrauch“ oder „sexualisierte Gewalt“.

      Gute Informationen gibt es z.B. in dieser Broschüre https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/sexueller-missbrauch.pdf oder unter http://www.wildwasser.de/ und http://www.dunkelziffer.de.

      An potenzielle Täter richtet sich dagegen die Seite http://www.kein-taeter-werden.de/.

      Ein erster Schritt zur Prävention wäre es, diese Angebote bekannter zu machen.

  6. Pit sagt:

    Ich bin durch net news global auf diesen Blog gestoßen, ich finde es einfach erfreulich, das es hier so viele Menschen gibt, die noch nicht das menschenverachtende Gelaber von ARDumm und Blödzeitung vor sich hinsabbern, sondern noch die Gabe haben zu denken und sich eine humanistische Einstellung bewahrt haben. Ich werde jetzt hier öfter mal reinschaun.

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