Paintballgelände Schnöggersburg

In Sachsen-Anhalt nördlich von Magdeburg entsteht ein Abenteuerspielplatz für uniformierte Paintball-Spieler. Nicht so langweilig wie die üblichen Plätze mit schmucklos hingestellten Häuserruinen. Auf der dreifachen Fläche von Monaco wird die Stadt Schnöggersburg errichtet, die alle Gemeinheiten eines Häuserkampfes detailliert simuliert. Die Sprengfallen aus der Kanalisation ebenso wie die Scharfschützen vom Dach oder die Heckenschützen aus dem Müllcontainer. Während man bei normalen Paintball-Geländen immer nur mit langweiligen Markierern Farbkugeln verspritzt, kann man hier sogar mit richtigen Panzern ganze Häuser mit Farbe überziehen. Erste Malerfirmen haben schon Interesse an der neuen Technik bekundet.

Der Bundestagsabgeordnete Dr. Dieter Wiefelspütz findet die geplante Anlage sittenwidrig. Sie sei ein Verstoß gegen die Menschenwürde. Gut, dass wir so einen integren Abgeordneten haben, der seine Prinzipien hat. Welche Prinzipien weiß zwar kein Mensch, da er sich für den Einsatz der Bundeswehr im Inneren einsetzt und kein Problem damit hat ein entführtes Flugzeug mit unschuldigen Passagieren abschießen zu lassen, aber immerhin hat er Prinzipien. Zumindest ein Prinzip: Paintball ist böse. 👿 Würde es sich um ein militärisches Übungsgelände handeln, bei dem echtes Militär Krieg übt, würde er sicher eifrig zustimmen.

Paintball-Fans werden jedenfalls nicht enttäuscht: Sobald sie sich 12 Jahre der Bundewehr verpflichtet haben, kann der Spaß beginnen. Kritiker meinen zwar, dass man die 100.000.000 Euro besser in Bildung investieren könnte, aber das ist natürlich völlig albern. Woher sollte die Bundeswehr denn dann noch Rekruten bekommen?

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6 Kommentare zu “Paintballgelände Schnöggersburg

  1. Ist man denn dann nicht auch glückssüchtig, wenn man dort Paintball mit Panzern spielen will? :mrgreen:

    • Alien sagt:

      Ja ist man. Nur wenn man mit Panzern (oder noch besser Flugzeugen) Häuser zerschießt, samt innen lebenden Menschen, dann ist man ein Held.

  2. erikschueler sagt:

    Paintball hat ja in meinen Augen Vor- und Nachteile. Man kann sich mal richtig auslassen, aber man bekommt dieses „Ich-muss-überleben“- feeling und das kann einige Leute zum Töten animieren oder zum Beitritt in die Bundeswehr, weil man dann den ultimativen Kick sucht. Richtige Menschen töten.
    100.000.000€uro aber für sowas auszugeben und dann noch mit Panzern rumballern, das ist echt ziemlich übertrieben und unnötig.

    • Alien sagt:

      Ich will es mal so ausdrücken: Das Problem sind nicht die, die mit harmlosen Farbspritzern Krieg spielen, sondern die die mit tödlichem schweren Geschütz Krieg führen.

      Das eigentlich Widersinnige ist ja, dass solche Politiker harmlose Sachen verbieten wollen, weil sie schlimme Sachen simulieren, während sie die schlimmen Sachen nicht verbieten wollen.

      Krieg ja, Schützenvereinen mit scharfen tödlichen Waffen ja, „Killerspiele“ nein, Paintball nein. Das ist nicht nur albern, das ist gefährlich. So etwas scheinheilig zu nennen, wäre noch ein Kompliment. Das ist einfach abartig.

  3. Joan sagt:

    Hihi. Wie sagte das OVG Lüneburg so schön? Mit den beim Paintball eingeübten Verhaltensregeln sollte man sich besser nicht in einen echten Häuserkampf begeben. Dass das zum Töten animiert, kann ich mir nicht vorstellen. Man spielt das doch meistens mit Freunden… oder hat eh schon einen Knacks.

    • Alien sagt:

      😀 Wie wahr! 😀

      In zwei Wochen probier ich es selbst mal aus, also falls ich dann nur noch Kriegstreiber-Artikel schreibe, ist vielleicht was dran. 😉

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