Endstation Wüste – auch bei uns

Ein trauriges Beispiel von vielen:

Danke, Erik, für den Link!

Menschen fliehen vor Krieg und Zerstörung, vor Hunger, vor Verfolgung. In vielen Fällen sagt man ihnen, sie seien Lügner, Wirtschaftsflüchtlinge, Scheinasylanten etc. Sie leben meist in Lagern. Oft unter miserablen Bedingungen: Shousha ist kalt, unhygienisch und auf Dauer kein Ort zum Leben. Dennoch sind hier 3.500 Menschen gestrandet, ohne Aussicht auf Besserung. Warum lässt man den Mann im Video nicht zu seiner Familie? Was sind das für abartige Gesetze, die so etwas verhindern?

Was habt ihr für Ideen? Wie kann man diesen Menschen helfen?

Wer jetzt sagt, das ist weit weg, da können wir nichts tun, dem muss ich erstens sagen, dass wir sehr wohl was tun könnten, und zweitens, dass das Elend überhaupt nicht weit weg ist.

Eine gut integrierte Familie aus Ampflwang in Österreich wurde drei Wochen vor dem Schulabschluss der Tochter zur Abschiebung  nach Wien verschleppt. Von dort sollen sie nach Armenien abgeschoben werden. Erklärung bitte? Warum schiebt man diese Familie überhaupt ab, und warum dann auch noch 3 Wochen vor Schulschluss? Wo bleibt denn hier die Beteuerung man habe nichts gegen Ausländer, ganz im Gegenteil, aber gegen kriminelle Ausländer! Ach, hier ist es auf einmal Gesetz, gegen das man nichts machen kann?

Solche Aktionen gibt es immer wieder und wieder und wieder und wieder. Es hört erst auf, wenn die Gesetze entsprechend geändert werden. Wenn Menschen nicht mehr nach wirtschaftlichem Wert eingeteilt werden. Wenn ein Mensch ohne Pass nicht mehr weniger wert ist, als einer mit. Wenn ein Mensch einfach Mensch sein darf, wo immer er das möchte. Wenn Familien nicht zerrissen werden dürfen, weil der Mann und der Sohn in den Kosovo und die Frau und drei Töchter in die Ukraine abgeschoben werden sollen.

Selbst die Menschen, die nicht gleich alle Grenzkontrollen fallen lassen würden, müssten doch dennoch folgenden Punkten bedingungslos zustimmen:

  • Keine Entzweiung von Familien durch Abschiebungen
  • Keine Abschiebungen von Menschen, die in diesem Land geboren wurden
  • Keine Abschiebungen von Menschen, die sich hier nach Jahren ein neues Leben aufgebaut haben

Nicht einmal diese einfachen Mindeststandards, die selbstverständlich sein sollten, werden eingehalten. Das ist eine Schande.

Machts gut!

Euer Alien

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8 Kommentare zu “Endstation Wüste – auch bei uns

  1. erikschueler sagt:

    Erstmal ein „Bitte“ von meiner Seite und dann ein „Danke“, weil du meinen Namen erwähnt hast =) .
    Eine Idee, welche ich habe wäre, wenn man sich in großen Mengen an Emails an den Außenminister von Deutschland wendet- Guido Westerwelle. Und Ihn auffordert dort zu helfen und mal zu zeigen, dass man trotz politischen Amtes noch Mensch sein darf.

  2. M.E. sagt:

    Hier, wer 5 Minuten Zeit hat, kann hier ein tolles Beispiel sehen, wie Abgeschobene versuchen, sich selbst zu helfen.

  3. Es heisst sehr oft so „schön“: „Wir müssen hinschauen, uns dürfen Krieg und Leid in anderen Ländern nicht kalt lassen.“ Doch wenn sie dann da sind, die Flüchtlinge aus den anderen Ländern, wo wir genau hinschauen sollten, dann werden sie als „Sch…ausländer, Dreckskanaken, Sozialschmarotzer“ und noch Schlimmeres beschimpft. Und da sieht dann seltsamerweise kaum einer mehr genau hin – und sehr, sehr Viele lässt solch ein so verletzendes und diskriminierendes Verhalten kalt…

    • Alien sagt:

      Ja, der Unterschied zwischen den Sonntagsreden und dem Handeln einiger Politiker ist eklatant. Wir sollten sie immer wieder an ihre angeblichen eigenen Ansprüche erinnern.

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