Was Grenzkontrollen kosten

Xenophobe jedweder Couleur kommen früher oder später mit dem Kostenargument. „Illegale“ Einwanderer und Flüchtlinge, die uns „überschwemmen“, kosten uns angeblich Billionen. Verschwiegen wird natürlich das Arbeitsverbot von Flüchtlingen, so dass diese die Sozialkassen belasten MÜSSEN, und das „Illegale“ natürlich gar keine Sozialleistungen erhalten – sie sind ja legal gar nicht hier. Außerdem verschweigen sie die Einnahmen, die durch Einwanderung entstehen. Immerhin zahlen ja viele auch in die Sozialkassen und über Steuern in die Staatskasse ein.

Was weiterhin vollkommen ignoriert wird, ist, dass Grenzkontrollen – oh Wunder – auch eine Menge Geld kosten. Betrachten wir zum Beispiel die Idee der „Smart Borders“ im Schengenraum. Wie smart die sind, merkt man auch am Preis. Es geht in die Milliarden! Und ich betone, nutzlos vergeudete Milliarden, denn die Grenzkontrolleure tragen ja nichts zum volkswirtschaftlichen Vermögen bei.

Es ist immer das gleiche: Banken werden mit Milliarden gestützt, Grenzkontrollen für Milliarden, aber wenn mal der Mensch was bekommen soll, ist angeblich kein Geld da. Was für eine Lüge. Es ist lediglich falsch verteilt. Und das System der falschen Verteilung soll ja auch unbedingt erhalten bleiben, unsere „Elite“ profitiert schließlich davon.

Schafft die Grenzkontrollen ab und steckt die Milliarden in soziale Projekte, die der Menschlichkeit dienen, und das volkswirtschaftliche Vermögen erhöhen, dass dann auch dem Volk zu Gute kommen muss, und nicht nur ein paar wenigen.

Möglich ist es. Man muss nur wollen.

„Alle wussten, dass es nicht funktionieren kann. Da kam einer, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht.“

Was haltet ihr von Grenzkontrollen?

Machts gut!

Euer Alien

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7 Kommentare zu “Was Grenzkontrollen kosten

  1. M.E. sagt:

    Es gibt einen theoretischen Ansatz, der besagt, dass moderne Staaten ähnlich entstanden sind wie organisierte Kriminalität. Sie funktionieren und rechtfertigen ihre Existenz auf der Grundlage der Schutzgelderpressung, wobei die Gefahren häufig von ihnen selber stammen.
    Ich denke, so ist es auch bei Grenzkontrollen. Man erfindet eine Straftat, die sich „illegale Einwanderung“ nennt, erwähnt sie in einem Atemzug mit Terrorismus, Menschenhandel und anderen total gefährlichen Sachen (so läuft es z.B. im Innenminister- und im EU-Diskurs, habe mich eine Weile im Studium damit beschäftigt), erschreckt die eigene Bevölkerung, so dass sie vor lauter Panik nach einem starken Staat und mehr Härte schreit und hat sie somit unter Kontrolle und lenkt sie gleichzeitig von allen anderen Problemen ab.
    Der Staat verschafft sich damit eine Legitimation, weil alle denken, dass wenn er nicht da wäre oder nicht so streng wäre, dann die bösen, gefährlichen Ausländer kommen würden, die sicher alle kriminell sind und den Einheimischen alles wegnehmen wollen. Das ist natürlich totaler Quatsch, weil es auch unter den Biodeutschen (oder einer beliebigen anderen ethnischen Mehrheit) genug Verbrecher gibt und die Dazukommenden, selbst wenn sie böse wären, erst gar nicht so viel Macht und andere Ressourcen haben. Außerdem gibt es wirklich dringendere Probleme zu lösen!
    Aber das ist auch der Punkt. Die Gefahr ist nicht nur größtenteils erfunden, sie ist in dem Fall auch noch überschaubar. Der Staat darf die Bevölkerung auch nicht zu sehr erschrecken, sonst glauben die Leute noch, dass der Staat der Gefahr nicht gewachsen ist. Und so gequälte arme Menschen sind ja meistens hilflos genug, um sie wirksam zu „bekämpfen“, also kann der Staat sie abfangen, schikanieren und dabei als toller Held und voll handlungsfähig dastehen. Deswegen ist es günstiger für die Machthaben, Flüchtlinge zu jagen, als z.B. gegen Terrorismus, Gewalt an Schulen, Armut, Diskriminierung oder sexuellen Missbrauch zu kämpfen, denn das sind vielleicht echte Probleme, die sich so leicht und mit ein wenig High-Tech-Kriegsspielzeug nicht lösen lassen…
    Aber wenn es nach mir ginge, wären Grenzkontrollen nur im Ausnahmefall zulässig. Z.B. wenn gegen jemanden ein Verdacht vorliegt, dass er oder sie ein(e) Schwerverbrecher(in) ist und er oder sie über Staatsgrenzen entkommt. „Ilegale“ Einwanderung ist aber kein Verbrechen.

    • Alien sagt:

      “ Man erfindet eine Straftat, die sich “illegale Einwanderung” nennt, erwähnt sie in einem Atemzug mit Terrorismus, Menschenhandel und anderen total gefährlichen Sachen“

      Genauso ist es, und die Flüchtlinge und harmlosen Einwanderer (die die bei weitem absolute Mehrheit stellen), leiden darunter.

      Schön zu sehen, dass sich nicht alle von diesem gefährlichen Geschwätz einlullen lassen.

  2. Joan sagt:

    Hm. Das mit dem Menschenhandel könnte aber ein Argument FÜR Grenzkontrollen sein – wenn sie verhindern sollen, dass Leute gegen ihren Willen in ein Land oder aus einem verschleppt werden, also unter dem Gesichtspunkt, dass der Staat seine Bürger schützt.

    • Alien sagt:

      Findet nicht Menschenhandel gerade wegen der Grenzkontrollen statt?

      Wenn ein Flüchtling versucht, nach Europa zu kommen, braucht er professionelle Hilfe aufgrund der extremen Kontrollen, und deshalb floriert auch das Schleppergeschäft. Schleußer, die dabei helfen, gefälschte Pässe zu organisieren, Grenzbeamte zu bestechen etc. Da das eine Menge Geld kostet, werden die Flüchtlinge oft zur Sklavenarbeit genötigt (Zwangsprostitution etc.), um das Schleußergeld zurückzuzahlen.

      Oder bin ich gerade auf dem Holzweg?

      • M.E. sagt:

        Hm, man sollte vor allem nicht vergessen, dass Menschenhandel und -schmuggel immer noch total verschiedene Delikte sind. Wenn man die in einen Topf schmeißt, spielt man gerade den Leuten in die Hände, die die rigiden Grenzkontrollen rechtfertigen und abwickeln, z.B. werden bei FRONTEX Menschenschmuggler irgendwie als Mafia und auf einer Stufe mit Sklavenhändlern dargestellt. Dabei sind es doch verschiedene Sachen, jemand einfach über die Grenze zu bringen oder ihn/sie gleich wie eine Ware zu behandeln (das tun unsere Politikker ja auch schon genug).
        Ansonsten hat der Alien mal wieder Recht. Ohne so krasse Grenzkontrollen wären Menschenschmuggler schnell ohne Arbeit. Was die Menschenhändler angeht, ist da noch ein anderes Problem: Die Opfer von z.B. Zwangsprostitution oder illegal beschäftigte Arbeitskräfte können die Schuldigen gar nicht anzeigen, weil sie selber dann abgeschoben werden!

        • Alien sagt:

          „Hm, man sollte vor allem nicht vergessen, dass Menschenhandel und -schmuggel immer noch total verschiedene Delikte sind.“

          Guter Hinweis. Menschenschmuggel würde auf jeden Fall weg fallen, ich glaube, Joan, da sind wir uns einig.

          Menschenhandel bedeutet ja die Ausbeutung von Menschen in einer Zwangslage. Das heißt, ein Großteil des Menschenhandelsproblem würde durch Grenzöffnungen sogar gelöst, weil die Opfer nun auch die Täter anzeigen können, ohne Angst haben zu müssen, dass sie abgeschoben werden.

          Den anderen Teil des Menschenhandelsproblem könnte man mit Grenzkontrollen aber doch nicht lösen, oder? Zwangslagen können ja auch innerhalb von Ländern (oder im Schengenraum) ausgenutzt werden.

          • Joan sagt:

            Ja, in der Tat, mir ist inzwischen auch aufgefallen, dass es da einen Unterschied gibt. Ich glaube, ich hatte beim Verfassen meines Kommentares eher Situationen vor Augen, in denen Menschen verschleppt werden, um anderswo zur Arbeit gezwungen zu werden, aber das geht ja leider auch inländisch. Allerdings scheint es nicht so zu sein, dass die Opfer sofort abgeschoben zu werden – laut BKA wenden sich sogar 40% der Betroffenen von sich aus an die Polizei und werden dann erst mal von Beratungsstellen betreut (womit ich nicht sagen will, dass ich es nicht doof finde, dass sie Angst haben müssen, abgeschoben zu werden, aber da scheinen andere Faktoren auch eine große Rolle zu spielen – soziale Abhängigkeit, Schulden, Scham, Einschüchterung). Zudem stammte zumindest 2010 die Mehrzahl der Opfer aus EU-Staaten, dass heißt, _eigentlich_ hätten sie sogar völlig legal einwandern und arbeiten können. (Was wiederum natürlich nicht dagegen spricht, Leute einreisen und wohnen zu lassen, wo sie mögen. Zumal es ja vermutlich noch eine Dunkelziffer gibt.) (Quelle: http://www.bka.de/DE/ThemenABisZ/Deliktsbereiche/Menschenhandel/menschenhandel__node.html?__nnn=true Bundeslagebild 2010)

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