Schutzehe als ziviler Ungehorsam

Gestern habe ich eine interessante Seite entdeckt. Titel:

SCHUTZEHE

Heiraten zum Zweck der Aufenthaltssicherung

Schön, wie Synonyme die Einschätzung einer Tat verändern können. Scheinehe vs. Schutzehe, Schleußer vs. Fluchthelfer.

Für mich ist die Schutzehe eine legitime Form des zivilen Ungehorsams. Es ist eine Möglichkeit inhumane Gesetze auszuhebeln. Oder was meint ihr? Als Scheinehe zur Erlangung eines Aufenthaltstitel muss man mit 3 Jahren Haft oder Geldstrafe rechnen. Ist also ähnlich schlimm wie Vergewaltigung, stimmts?

Wie die Behörden mit binationalen Eheleuten umgehen ist nicht nur eine Frechheit, es ist auch diskriminierend. Bei deutsch-deutschen Paaren ist es kein Problem, wenn sie nicht den gleichen Wohnsitz haben, weil einer zum Beispiel wo anders arbeitet. Bei binationalen Ehen wird gleich die Ehe angezweifelt. Nachbarn werden befragt, die Eheleute selbst getrennt voneinander. Im Zweifel für die Scheinehe eben.

Interessant ist auch, dass ein Deutscher und eine Ausländerin sich auf einmal aus Liebe heiraten müssen. Weder in anderen Ländern, noch früher bei uns, noch heute – wenn beide deutsch sind – interessiert sich jemand dafür, warum jemand heiratet. Ob dies aus Liebe geschieht, oder ob sie nur Steuervorteile haben wollen, ist dem Standesbeamten schnurz egal. Bei Ausländern sieht es plötzlich anders aus.

Wer hat eigentlich „den Deutschen“ dieses Stückchen Erde zugesprochen? Wer hat ihnen das Recht gegeben, andere von diesem Flecken zu verbannen? Wer hat ihnen das Recht gegeben, Familien zu zerreißen? Wer hat ihnen das Recht gegeben Leben zu zerstören, nur weil ein Mensch – oder sogar nur seine Eltern – auf einem anderen Fleckchen Erde geboren wurde?

Angeblich gibt es bei uns keinen Geburtsadel mehr. Aber das ist falsch. Jeder der mit deutschem Pass geboren wird, ist im Vergleich zum Ausländer, der hier geboren ist, ein Adliger von Geburt an. Der Deutsche hier hat alle Rechte, dem anderen werden zum Teil sogar die Menschen-Rechte vorenthalten.

 

Machts gut!

Euer Alien

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5 Kommentare zu “Schutzehe als ziviler Ungehorsam

  1. sonnyraven sagt:

    Ganz ehrlich: Als ob das in anderen Ländern anders wäre, dass Ausländer anders behandelt werden als Einheimische. Will ich länger als drei Monate nach Australien, muss ich mehrere tausend Australische Dollar vorweisen können. Will ich in Frankreich arbeiten, muss ich die Sprache lernen. Will ich in Finnland arbeiten, ist Finnisch Pflicht, meist dazu Schwedisch.
    Kann ich das nicht vorweisen, werde ich wieder rausgeworfen.
    Recht auf Freizügigkeit innerhalb der EU: Ja selbstverständlich. Die Realität sieht aber nunmal anders aus.

    • Alien sagt:

      „Die Realität sieht aber nunmal anders aus.“

      Ja leider.

    • Anonymous sagt:

      Das stimmt. Und auch die Integrationsmöglichkeiten sind eigentlich verhältnismßig recht gut in Deutschland. Denn ich glaube kaum, dass die Türkei weder christliche Kirchen für uns bauen würde, noch einen ihrer Feiertage entkirchlichen würde. So wie bei uns der St. Martinstag zum Sonne-Mond-und-Sterne-Fest umbenannt werden soll, damit auch die Muslime teilnehmen können… Ich habe wirklich NICHTS gegen Flüchtlinge oder Außländer. Nein, ich finde es sogar gut, da ich selber welche kenne und es interessant finde von ihnen über andere Kulturen zu lernne und zu erfahren. Aber wenn dann die Deutsche Kultur an die der türkischen Kultur verloren geht. Das darf nicht passieren. Wir müssen auch unsere Kultur leben und wahren!
      Und dass es Einreiseestimmungen für andere Länder gibt… das ist so. Daran kann man nichts ändern und das wird somit auch so bleiben und
      sich wahrscheinlich auch noch verstärken. Und wenn man bedenkt, dass man noch nicht mal ein Sprachzertifikat vorweisen muss um in Deutschland zu wohnen, dann sind die Anforderungen auch nicht all zu hoch. Natürlich muss den politisch Verfolgten Schutz geboten werden, wozu auch Deutschland beitragen soll. Aber Deutschland kann auch nicht alle aufnehmen. Wennn ich durch Frankfurt laufe, kann ich ja schließlich auch nicht jeden Obdachlosen mit zu mir nach Hause nehmen. Auch wenn ich ihm helfen sollte. Und ich kann auch nicht jedem 15 Euro in seinen Hut werfen…

  2. Jan sagt:

    Erstaunlicher Weise gilt die Regel, dass man gegenüber den Staatsangehörigen eines Landes benachteiligt behandelt wird, nur bei reichen Staaten. Als ich einmal nach Kenia geflogen bin, habe ich erlebt das es schärfere Kontrollen für Kenianer als für EU Bürger gab. Und auch von anderen Ländern habe ich ähnliches gehört.

    • Alien sagt:

      Interessant. Wobei wahrscheinlich da wieder die gleiche Logik dahinter steckt. Den Armen misstraut man, die Reichen heißt man willkommen. Trotz Finanzkrise.

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