Tierschutz jetzt!

Ich erinnere mich noch gut an die Aussage, das Brandzeichen beim Pferd verursache nur einen leichten Schmerz.

Ein glühendes Eisen wird hierbei in die Hinterbacken des Pferdes gedrückt. Verbrennungen dritten Grades entstehen. In meiner Phantasie drücke ich diesem Breido Graf zu Rantzau ein glühendes Eisen in seine Schenkel und frage ihn, ob das nur ein leichter Schmerz ist. Glück für ihn, bin ich ein friedliebender Mensch, der Gewalt verabscheut. Aber eben auch gegenüber Tieren!

Jetzt lese ich voller Entsetzen diesen Artikel in der SZ. Schweinefleisch bekommt einen schlechten Geruch, wenn der Eber in die Pubertät kommt. Daher wird das kleine Ferkel vorsorglich kastriert. Und zwar OHNE jegliche Betäubung! Was muss man für ein Sadist sein, so etwas zu unterstützen oder durchzuführen???

2017 soll dieses barbarische Vorgehen abgeschafft werden. 2017!!!

Das sind noch viereinhalb Jahre!

Und dann dieser Kommentar, der mich zusätzlich ärgert:

Marlene Weiss begrüßt hierin den Beschluss, diese Folter zu verbieten, soweit stimmen wir überein. Dann aber:

Alternativen kosten Geld, der Verbraucher aber will billige Ware.

Haben Sie jemals „den“ Verbraucher gefragt? Ich, und ich bin sicher viele andere „Verbraucher“ auch, wollen, dass Tiere nicht gequält werden. Aber den Verbraucher fragt niemand. Im Supermarkt wird hochdekoriertes Zeug angeboten, dass angeblich super super toll ist. Da steht nicht drauf: „von ohne Betäubung kastriertem Schwein“!

Ich bin nicht Schuld an diesen Verbrechen (erinnert sich noch jemand an die Gammelfleischskandale, da wurde genauso argumentiert), und die Verbraucher auch nicht. Schuld sind die Hersteller. Deshalb ist das Gesetz im Ansatz richtig. Es müsste nur umfassender sein und viel früher kommen. Schluss mit diesen barbarischen Folter-Methoden. Jetzt!

Machts gut!

Euer Alien

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13 Kommentare zu “Tierschutz jetzt!

  1. ashrogh sagt:

    Ja das Verbraucher-Argument ist immer toll, was? Ist ja nicht so, als hätten sie es jemals ausprobiert. Ist ja auch nicht so, als hätte die Fleischindustrie irgendein Interesse daran den Verbraucher über die „Herstellung“ (urghs) und ihre Bedingungen zu informieren.
    Fleisch muss (wieder) Luxus werden, basta.

    Eine Bekannte von mir hat übrigens mal Agrardings (also Bäuerin) studiert, nach den ersten 2 Wochen in ihrem Praktikum hat sie wieder aufgehört, da es neben dem klassischen Stall ausmisten ihre Hauptaufgabe auf dem Großhof war, mit demselben stumpfen Messer 150 Ferkeln nacheinander die Eier abzusäbeln.
    Irgenwann 4 Wochen später konnte sie die Nächte dann auch wieder halbwegs durchschlafen.

    Und zum Schmerz: Tiere „schreien“ ja sogar noch, aber was auf manchem Fischkutter abgeht, ist einfach nur noch jenseits von Böse.

    • Alien sagt:

      „Irgenwann 4 Wochen später konnte sie die Nächte dann auch wieder halbwegs durchschlafen.“

      So schnell, Respekt. Die Massentierhaltung in ihrer momentanen Ausprägung ist schon echt widerlich.

    • Alien sagt:

      Ja, das Verbraucher“argument“ ist asozial. Zutiefst. Da werden Hartz IV-Empfänger als Unterstützer einer Tier- und menschenverachtenden Industrie dargestellt, weil sie sich nicht so Teures zum Essen leisten können, während die selben Politiker sich selbst die Diäten erhöhen (Kanzlerin bekommt grade wieder fast 1000 Euro mehr im MONAT!) und dann zum Reformhaus gehen. Die Verachtung sitzt tief.

  2. Violet Teki sagt:

    Wow, dass ich mal ohne Gegenargument mit ashrogh und Alien einer Meinung bin, find ich toll. Dokus über Fleischherstellung zu sehen, ist der Alptraum schlechthin, in Deutschland ist die Situation noch bedeutsam schlimmer als bei uns in Österreich, weil in D Diskonter viel stärker den Markt dominieren. Meine Frau und ich kaufen seit Jahren fast nur mehr Biofleisch, das in Österreich unter der Marke „Ja! natürlich“ sehr verbreitet erhältlich ist.
    Leider kennen wir aber auch viele Leute, die meinen, sich Biofleisch nicht leisten zu können. Es ist aber immer nur eine Frage der Präferenz, denn meist wird zuerst geraucht, Auto gefahren, Elektronik gekauft, …. Ausgehen, Urlaub. Und dann meint man halt fürs Essen hat man kein Geld mehr. Außerdem glaube ich, dass die Leute es immer wieder verdrängen, wie alle Tiere von der Geburt bis zum Tod gequält werden!
    Wir fressen auch viel zu viel Fleisch! Früher war es war besonders, heute ist es dreimal täglicher Normalfall. Auch Bezeichnungen wie in „Österreich hergestellt“, sagen nichts aus, leider. Es sind oft gequälte Tiere, die aus Litauen oder sonst wo weit her lebend herverfrachtet werden, – wegen EU-Subventionen – und dann nur hier geschlachtet. leider schaff ich es nicht Vegetarier zu werden, aber oft wünschte ich es mir.
    Bisschen sarkastische Anmerkung kann ich mir zum Schluss aber nicht verkneifen: dieser Wahnsinn hat nichts mit Religion und Kirche zu tun, sondern geht eher von sehr säkularen, gottlosen Konzernen und deren Menschen aus.

    • Alien sagt:

      „dieser Wahnsinn hat nichts mit Religion und Kirche zu tun“

      Das habe ich zwar nie behauptet, aber weil du es schon ansprichst: Die Konzerne machen sich die Erde untertan, woher war das noch gleich 😉

      • Violet Teki sagt:

        nein, war auch nicht auf Dich bezogen oder dass Du dass gesagt hättest. Konnte es mir nur nicht verkneifen, weil ja gerade hier im Atheistenblog immer die Gräueltaten der Kirche und Religionen angeprangert werden.
        Deinen Smily deute ich nun, dass Du das aber selbst nicht ernst nimmst, im Gengenteil, denke ich wohl, dass Stellungnahmen aller Kirchen und Spirituellen wohl ähnlich ablehnend zur Tierhaltung ausfallen würden.
        Nachdem Kirchen aber nichts mehr zu sagen haben, wäre wohl der Staat am Zug, Tiere nicht als Gegenstände zu sehen, sondern als Lebewesen mit Rechten.

        • Alien sagt:

          „Nachdem Kirchen aber nichts mehr zu sagen haben, wäre wohl der Staat am Zug, Tiere nicht als Gegenstände zu sehen, sondern als Lebewesen mit Rechten.“

          Immerhin geht die Entwicklung in die richtige Richtung. Tierschutzgesetze existieren und werden immer mehr verschärft. Zwar zu langsam, aber besser als gar nicht.

          • Violet Teki sagt:

            Ja, aber es geht alles zu langsam. Mittlerweile wird der Tierschutz für Haustiere wie Katzen und Hunde sehr rigoros gehandhabt, da sind die Menschen auch immer gleich aus dem Häuschen, wenn wo ein Hund gequält wird. Das ist auch tragisch, aber eher Einzelfälle im Vergleich zu den Millionen und Milliarden gequälter und täglich getöteter Nutztiere. Aber selbst hier wird der Tierschutz meist auf der aller niedrigsten Stufe gehalten, Kontrollen finden nicht mal dazu statt, und wenn meist angemeldet und vermutlich sind die Strafen gering.
            Die „Experten“, die dann beurteilen, was für ein Tier noch erträglich und normal ist, sind vermutlich auch gut geschmiert und wenn einer was falsches sagt …
            Habe mal ne Doku über „Hähnchenproduktion“ gesehen. Am Fliessband werden die Winzlinge aussortiert wie lebloses Zeug, dann zu zigtausend Stück in eine Halle gebracht, die gerade von den gestern getöten steril gereinigt wurde. Dort leben sie 28Tage bis sie sich kaum mehr bewegen können, weil es so eng ist und dann gehts in die maschinelle Tötung. Alles in täglichen Schichten in zig Hallen.

            Das System Wiesenhof – Wie ein Geflügelkonzern Menschen, Tiere und die Umwelt ausbeutet – ARD

            (Aber nur ansehen, wenn du gerade einen guten Magen hast).

            Sonst wünsch ich einen guten Appetit 🙂

    • ashrogh sagt:

      Pah! Das Alte Testament ist doch der Ursprung der ganzen Sauerei:
      „Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen.“ Gen 1,28.
      Und wie wir herrschen!
      (das Ganze bitte nicht all zu ernst nehmen ;-))

      Was mir übrigens gerade einfiel: Erinnert sich noch jemand an den Aufschrei als es darum ging, ob muslime Schafe ohne Betäubung schächten dürfen? Das wurde nämlich verboten.

      Über das Tierschutzgesetz kann man sich doch nur wundern:
      „(1) Ein Wirbeltier darf nur unter Betäubung oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden.“

      In §5 heißt es sogar:“(1) An einem Wirbeltier darf ohne Betäubung ein mit Schmerzen verbundener Eingriff nicht vorgenommen werden.“

      Etwas darunter jedoch:
      „[…](3) Eine Betäubung ist ferner nicht erforderlich
      1. für das Kastrieren von unter vier Wochen alten männlichen Rindern, Schafen und Ziegen, sofern kein von der normalen anatomischen Beschaffenheit abweichender Befund vorliegt,
      1a. für das Kastrieren von unter acht Tage alten männlichen Schweinen, sofern kein von der normalen anatomischen Beschaffenheit abweichender Befund vorliegt, […]“

      Das trieft so vor Hybris, das es nur noch widerlich ist. Ich möchte gar nicht wissen, wieviel Geld da geflossen ist.

  3. Wenn man eine Katze bzw. Hund aus dem Tierheim bei sich aufnehmen will, muss man den Leutchen gestatten, dass die zuvor sowie einmal im Jahr die Wohnung begutachten… Würde man die gleiche Sorgfalt, das gleiche Misstrauen bei den „Tierverwertungsanstalten“ walten lassen, würden sich Lebensmittelskandale und Tierquälereien vermeiden lassen…
    Wir sind mittlerweile im Großen und Ganzen eine „Geiz-ist-geil“-Gesellschaft, auch bei der Wahl unserer Lebensmittel. Ich denke schon, dass wir Verbraucher es in der Hand hätten, vieles zu ändern, was bei der Aufzucht und „Verwertung“ von Schweinen, Geflügel, Rindern etc. im Argen liegt.

    • Alien sagt:

      „Würde man die gleiche Sorgfalt, das gleiche Misstrauen bei den “Tierverwertungsanstalten” walten lassen, würden sich Lebensmittelskandale und Tierquälereien vermeiden lassen…“

      Oh ja!

      Zum Boykott: Diese Möglichkeit hat die Gemeinschaft der Verbraucher durchaus, aber nur dann, wenn „der Verbraucher“ auch an verlässliche Informationen kommt. Woher soll ich wissen, ob das Tier, dass ich esse, gequält wurde?

      Es wäre mal ein interessantes Experiment: Man würde 1000 Leute in einem präparierten Laden einkaufen lassen. Jede Wurstsorte ist zweimal vorhanden. Die, auf deren Packung steht, von glücklichen Kühen, Hühnern, Schweinen etc. Und die, auf deren Packung steht, von gequälten Tieren. Die mit den glücklichen Tieren kostet das Doppelte. Was würde passieren?

      Meine Schätzung: 80 – 90 % würden die teurere Wurst kaufen.

      „Wir sind mittlerweile im Großen und Ganzen eine “Geiz-ist-geil”-Gesellschaft, auch bei der Wahl unserer Lebensmittel.“

      Wenn ich zwei Packungen Leberwurst vor mir sehe, die eine kostet 89 Cent, die andere 1,69. Warum sollte ich die zweite nehmen? Wenn ich die Info der Tierquälerei hätte, hätte ich einen Grund. Darum geht es mir. Der Verbraucher wäre sicher spendabler, wenn er wüsste, dass es beim teuren wirklich besser zu geht. Aber dafür braucht es Kontrollen, Transparenz und zuverlässige Information.

  4. […] soll weiterhin erlaubt werden und die Kastration von Ferkel ohne Betäubung soll erst 2018 statt 2017 verboten […]

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