Blau, blau, blau ist der Schlumpf!

Saudi-Arabien greift durch. Die Religionspolizei hat eine Kinderaufführung mit Schlümpfen abgebrochen. Grund sei die unerlaubte Musik gewesen. Aber der Chefredakteur hat höchstpersönlich recherchiert und herausgefunden, was der eigentliche Grund war. Die Schlümpfe sind nämlich alle blau bis über beide Ohren. Da Alkohol in Saudi-Arabien strengstens verboten ist, kann man natürlich nicht zulassen, dass kleine Alkoholiker-Gnome die Kinder abfüllen.

Der Anführer der Schlümpfe – mit dem ketzerischen Namen Papa (Pullert auch Priester an) – konterte: „Wir schlumpfen keinen Allo- … Allo- …. Allo-o-ohol!“ Außer vielleicht an Geburtstagen. Oder an Namenstagen. Bei 100 Kindern käme das aber nicht oft vor im Jahr. Nur so 202 mal vielleicht. +-2. Außerdem sei es einfach unschlumpfig, die Schlümpfe wegen ihrer schlumpfigen Hautfarbe zu dis- … diskri- … zu ärgern. Das sei „Apart-… Appapa-… Aschlumpfheit“.

Die Religionspolizei bleibt stur: „Es ist einfach unislamisch, wenn sich Kinder an Musik erfreuen. Für eine Bombenstimmung sorgen Märtyrer Tag für Tag. Da brauchen wir keine westlichen Säufer-Zwerge!“

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10 Kommentare zu “Blau, blau, blau ist der Schlumpf!

  1. humanicum sagt:

    Es lebe die politische Sinnfreiheit, hicks und prost.

  2. Violet Teki sagt:

    Ich mag ja die arabische Welt sehr und akzeptiere auch durchaus die Kultur und Religion, manchmal ist es aber schon traurig, wie verbohrt man sein kann, denn auch Allah kann nicht wollen, dass Kinder keine Freude haben. Aber wir müssen halt immer vorsichtig sein, wenn wir zu schnell urteilen, denn auch bei uns war vieles vor ein paar Jahrhunderten anders und auch wir hätten uns damals eine Einmischung von außen verboten, genau wie wir es ja auch heute tun, wenn andere unsere oft humanistische und gottlose Wissenschaftsgläubigkeit kritisieren.

    • Alien sagt:

      „genau wie wir es ja auch heute tun, wenn andere unsere oft humanistische und gottlose Wissenschaftsgläubigkeit kritisieren.“

      Also ich bin für Kritik offen, wenn sie irgendwelche sachlichen Argumente bringt. Es gibt natürlich Dinge, wo man einfach mal anderer Meinung sein kann. Meiner Frau schmeckt Reis, mir nicht. Das ist nicht schlimm. Aber bei vielen Sachen kann man sachlich argumentieren. Und wenn Verbote durch ein altes Buch begründet werden, ist das ein schlechtes Argument. Man kann über das Alkoholverbot diskutieren ohne das Totschlagargument „Der Koran verbietet Alkohol“.

      Und Gottlosigkeit ist so eine Sache: Das muss man mit jedem extra diskutieren, denn jeder benennt irgendwas anderes mit Gott. Sag du mir was Gott ist, und ich sage dir ob ich daran glaube. Manche sagen „Gott ist Liebe“! Ok, dann glaube ich an Gott. Andere sagen „Gott ist ein immaterielles Wesen, das nach Belieben Naturgesetze brechen kann“. Dann glaube ich nicht an Gott. Wieder andere sagen „Gott ist ein Prinzip der Ordnung, Naturgesetze usw.“ Na dann glaube ich an Gott.

      Um anderen Menschen etwas zu verbieten, bedarf es nach meiner Meinung, sehr gute Gründe. Die liegen hier nicht vor.

      • Violet Teki sagt:

        Ja, auch mein Gottesbild schwankt, gut trifft es aber ein Pantheismus.
        Letztendlich ist das größte Problem, dass Kinder in ein System hinerzogen werden, welches sie vielleicht nicht wollen. Eigentlich müsste man bis zum Erwachsenwerden eine Rundumbildung in Ethik, Religion, Metaphysik erhalten und sich dann frei entscheiden können. Andererseits ist es schwierig, so ganz wertfrei erzogen zu werden. Ich möchte ja auch nicht unbedingt im angeblich so wertfreien Atheismusbild mancher hier vom Blasphemieblog erzogen werden, wo alles was über die (meist sogar sehr veralteteten Vorstellungen der) Naturwissenschaften hinausgeht, beschimpft, verachtet und verhöhnt wird

        • Alien sagt:

          Also dem Kommentar kann ich mich zu hundert Prozent anschließen!

        • ashrogh sagt:

          Ja das trifft es alles ganz gut. So eine allgemein-ethische Grunderziehung für Kinder, die sich dann anschließend die Religion aussuchen, oder eben nicht. Das wäre schön.
          Dass Atheismus wertfrei sei, wird ja vielfach als „Gegenargument“ angebracht (das es so etwas überhaupt braucht, finde ich lächerlich). Dabei erscheint mir der Weg, sich eigene Werte und Moral zu bilden, irgendwie sinniger, als sich blind an das zu halten, was einem als Kind eingebläut wurde. Warum sollten diese Werte so verschieden von religiösen sein? Du sollst nicht töten, stehlen, fremdgehen, usw. sind Grundwerte menschliche Zusammenlebens und wurden sicher nicht durch die Verfasser des alten Testamentes erfunden. Alles Andere, wie, du sollst Kopftücher tragen, am Sabbat nicht mehr als 100 Schritte gehen, kein Schweinefleisch essen und derlei, sind für mich unsinnige Additionen.

          Derart abgedreht geht es aber auch nur in unserem Teil der Welt zu, wo die 3 monotheistischen, missionarischen Weltreligionen vorherrschen. In Japan zB ist es völlig normal an Waldgeister zu glauben, Buddhist und/oder gleichzeitig (!) Christ zu sein. Was man da hört, wenn man über seine Religion parliert ist, „Ach das klingt ja schön, ich glaube daran möchte ich auch glauben“.
          Während in Indien 1,X Milliarden Menschen der festen Überzeugung sind, wiedergeboren zu werden. Die sind da auch radikal, oder fundamentalistisch, was man u.a. daran sieht, dass die heiligen Kühe noch immer (sprich im 21. Jhdt.) an verhungernden Kindern entlangspazieren und niemand etwas tut. Aber komischerweise bilden sich Inder oder Japaner eher selten ein, dass sie einen Monotheisten von seinem Irrglauben erlösen müssten, oder dass dieser nach dem Tod Höllenqualen leiden muss, weil er „das falsche“ glaubt. Den einzigen Religionsstress, den die da mal hatten, war bei der Abspaltung Pakistans, und wer war da involviert? Muslime. Monotheisten, Missionare.

          • Alien sagt:

            Wenn ich das mit den fernöstlichen Religionen richtig verstanden habe, sagen die, dass es viele Wege zum Ziel gibt. Also man kann auch mit ein bisschen Christentum erlöst werden von der Wiedergeburt. Sie sind also deutlich toleranter – zumindest in der Theorie.

          • Violet Teki sagt:

            Ja, so in der Art müsste es laufen. Wertfrei ist ja immer so eine Sache, denn wenn was wertfrei ist, kann es kaum der Bildung eines Wertesystems dienen und darum geht es aber letztlich doch. Wichtig erscheint mir aber auch, dass man tolerieren muss, dass manche Werte von einigen anders gesehen werden als von anderen, denn was letztendlich „richtig“ ist, ist wohl schwer zu beurteilen. Bedenklich finde ich immer Überheblichkeit einer Seite gegenüber einer anderen, denn damit verschärft man ja meist nur die „Und jetzt erst recht“-Einstellung der damit kritisierten.
            Ich meine ja Tendenzen in eine akzeptable Richtung zu erkennen. Klar ist schon auch, dass mit der katholischen Kirche momentan gut zu leben ist, weil sie ja auch nicht mehr die Macht hat, die durchaus noch als Kirchenlehre anerkannten Katechismen auch durchzusetzen – und sicher in weiten Teilen der Ranghohen nicht mehr die Absicht hat, aber totes Recht kann immer leicht wieder aufleben. Es gibt ja auch durchaus christliche Kirchen, wie etwa die Altkatholiken, die da anders denken und sehr offen sind und eigentlich versuchen, die urchristlichen Ideen nachzuvollziehen. Persönlich denke ich aber, dass man ein System nach so vielen Jahrhunderten kaum mehr reformieren kann …

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