Pädophile sind Verbecher, oder?

Selten liest man in der Zeitung Artikel wie diesen hier, oder diesen. Grundsätzlich werden alle Kinderschänder als Pädophile bezeichnet. Was doppelt schlecht ist. Erstens haben ca. die Hälfte der Kinderschänder keine pädophilen Neigungen. Zweitens gibt es Tausende von Pädophilen, die keinem Kind was zu Leide tun. Diese Menschen sind echt arm dran.

Lieber Leser, stelle dir vor, eine sexuelle Partnerschaft zu den von dir präferierten Menschen ist gesetzlich verboten. Homosexuelle in manchen Ländern wissen wie das ist. Stelle dir weiterhin vor, ein Ersatz wie Pornographie ist ebenfalls verboten. Außerdem könntest du niemandem von deinen Neigungen erzählen, ohne in gesellschaftliche Ächtung abzudriften. Wie würdest du dich fühlen?

Es gibt in Deutschland nur eine Handvoll Therapiezentren, die solchen Menschen helfen, mit ihrer Situation klar zu kommen. Die meisten verstehen sich als präventiven Opferschutz. Kein Täter werden, zum Beispiel. Ich finde das gut und richtig. Ich plädiere aber dafür, diese Menschen als Patienten mit einem großen Problem zu sehen, und nicht als potentieller Täter. Den Opfern hilft es am meisten, wenn offen und offensiv damit umgegangen wird. Jemand der sich als pädophil outet und kein Verbrechen begangen hat, braucht Verständnis und Hilfe und keine Ächtung. Er kann nichts dafür. Es ist eine Krankheit mit enormen Leidensdruck.

Wenn Pädophile – als Synonym für Kinderschänder – in den Medien immer als Monster dargestellt werden, hilft dass den rechtstreuen leidenden Pädophilen und damit auch den Opfern überhaupt nichts. Im Gegenteil. Der ein oder andere wird dadurch vielleicht wirklich zum Täter. Soziale Ausgrenzung war noch nie gut für das Sozialverhalten.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich schütze keine Verbrecher (das macht die Katholische Kirche schon genug), sondern setze mich für arme Menschen ein, die niemandem etwas zu Leide tun, aber selbst leiden.

Machts gut!

Euer Alien

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8 Kommentare zu “Pädophile sind Verbecher, oder?

  1. sonnyraven sagt:

    Hallo Alien, das ist sehr mutig, dass Du das Thema anpackst und eine andere Sichtweise darlegst.
    Ich sehe aber nicht nur das Problem in der Gesellschaft, sondern habe die Sorge, dass psychisch Kranke nicht einmal merken, dass sie krank sind. Oft genug haben sie kein Unrechtsbewusstsein in dieser Hinsicht.

    Wobei sich mir auch die Frage stellt: Ist es wirklich eine Krankheit, oder wird es nur Krankheit genannt, weil die Mehrheit das so sieht?

    • Alien sagt:

      „dass psychisch Kranke nicht einmal merken, dass sie krank sind.“

      Kein Zweifel, die gibt es. Dennoch müssen wir denen, die es einsehen helfen.

      „Ist es wirklich eine Krankheit, oder wird es nur Krankheit genannt, weil die Mehrheit das so sieht?“

      Die Frage ist so alt, wie die Behandlung von psychischen Störungen. Es gibt einen Psychiater, Thomas Szasz, der behauptet, es gäbe keine psychische Störung. Von der Norm abweichendes Verhalten und Erleben wird nur durch die Gesellschaft als Störung stigmatisiert.

      Er hat sicher zum Teil Recht. Homosexualität galt bei uns noch bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts als Störung. Aber er macht es sich zu einfach (zumindest wenn er das wirklich so sieht). Meine Unterscheidung setzt beim Leidensdruck des Patienten an. Wenn er unter dieser Störung leidet, ist es eine Krankheit. Aufpassen muss man natürlich, ob er nur wegen der gesellschaftlichen Reaktionen leidet, oder ob er auch in der besten Gesellschaft leiden würde. Mindestens im zweiten Fall würde ich von einer echten seelischen Krankheit sprechen.

      Da unsere Gesellschaft nicht akzeptieren KANN, dass Menschen mit Kindern sexuelle Handlungen durchführen – da dies offensichtlich den Kindern schadet – ist es nach meiner Ansicht sehr berechtigt hier von einer psychischen Störung zu sprechen.

      „das ist sehr mutig“

      Danke.

  2. erikschueler sagt:

    In der Antike galt es als „modern“, wenn man einen kleinen Knaben hatte dem man sexuell verkehrte. Es ist also nichts was es damals noch nie gab.
    Pädophilie ist eine sexuelle Neigung, wie Homosexualität oder Heterosexualität. Leider vergessen das viele.

    • Alien sagt:

      „Pädophilie ist eine sexuelle Neigung, wie Homosexualität oder Heterosexualität.“

      Der Unterschied besteht darin, dass diese Art von sexueller Neigung den Kindern schadet, während zum Beispiel Homosexualität niemandem schadet. Das ist das große Problem. Sonst könnte man es ja einfach legalisieren.

      Deshalb kann man es aus gutem Grund als Störung ansehen.

  3. […] mit dem Thema zu tun, und stellt Homosexuelle in die Nähe von Kindervergewaltigern. Außerdem kriminalisiert er Pädophilie als solche, was auch unlauter und dämlich […]

  4. […] bei letztem Satz hat es mir die Sprache verschlagen. Ich habe vor längerer Zeit schon einmal geschrieben: Pädophile sind keine Verbrecher. Pädophile sind Menschen, die sich sexuell von Kindern angezogen […]

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