Wofür Atomwaffen?

Sogar deutsche Verteidigungsminister betonen immer wieder, dass Atomwaffen zur Abschreckung nötig sind, man aber gerne abrüsten würde. Nur wozu brauchen wir eigentlich diese Massenvernichtungswaffen?

Wäre ich ein Terrorist, wäre die Antwort einfach: möglichst viele Menschen auf einmal töten.

Wir leben aber in demokratischen Ländern, die selbst in Kriegen die Devise verfolgen, möglichst wenige Zivilisten zu töten. Das klappt mit Atomwaffen sicher nicht. Gerade in Bezug auf Israel hört man immer mal wieder das Argument, Atomwaffen nur einzusetzen, wenn man selbst mit Atomwaffen angegriffen wurde. Aber dann stellt sich wieder die Frage: Wozu? Hier sterben wieder Tausende unschuldige Zivilisten. Was soll das bringen? Ach ja, und gegen Terroristen sind Atomwaffen naturgemäß völlig sinnlos. Außerdem ist die Existenz alleine schon gefährlich. Terroristen könnten sie theoretisch stehlen und verwenden. Theoretisch, denn ich HOFFE doch, dass die Sicherheitsmaßnahmen so ausgefeilt sind, um so etwas effektiv zu verhindern.

Wenn ich aber aus genannten Gründen sowieso keine Atomwaffen einsetze, dienen sie auch nicht mehr der Abschreckung. Wozu also?

Ich denke, die Atommächte sollten endlich ihre Verpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag einhalten und abrüsten. Das wäre auch eine gute Verhandlungsbasis mit dem Iran. Denn wenn die Atommächte den Vertrag schon nicht einhalten, warum sollte der Iran das dann tun?

Habt ihr ne Idee, wozu wir die Dinger brauchen?

Machts gut!

Euer Alien

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12 Kommentare zu “Wofür Atomwaffen?

  1. Nuklearwaffen haben in der Tat eine abschreckende Wirkung. Durch den voraussichtlichen völligen Kollaps müssen sich die großen Mächte zwangsläufig von Kriegen untereinander verabschieden, da ein solcher keine Vorteile generieren würde. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass der Kalte Krieg gerade durch das Szenario des nuklearen Holocaust kalt geblieben ist.
    Für kleinere (Schurken-) Staaten liegt der Vorteil klar auf der Hand. Kernwaffen stellen einen effektiven Schutz vor Interventionen dar.

    • Alien sagt:

      Wenn sie eine abschreckende Wirkung haben sollen, muss ich auch bereit sein, sie einzusetzen. Das widerspricht aber sämtlichen fundamentalen Prinzipien des letzten Jahrhunderts (Menschenrechte, Kriegsrecht, Schutz von Zivilisten). Das heißt für mich, dass Minister, die von Abschreckung reden wirklich bereit sind, diese Waffen einzusetzen.

      „Für kleinere (Schurken-) Staaten liegt der Vorteil klar auf der Hand. Kernwaffen stellen einen effektiven Schutz vor Interventionen dar.“

      Das klingt vordergründig logisch. Aber spielen wir doch mal so ein Szenario durch. Nord-Korea hat Atomwaffen, und wird deshalb von den USA nicht angegriffen. Würde die USA angreifen, würde Nord-Korea nach deiner Logik einen Atomangriff auf die USA durchführen. Wo bleibt dann die abschreckende Wirkung der US-Atomwaffen?

  2. Was schert einen Staat, der konkrete Machtinteressen hat, die Prinzipien des letzten Jahrhunderts? Die USA verzichten immer noch nicht auf den Ersteinsatz. Kernwaffen optimieren einfach den Machtfaktor und eröffnen mehr Handlungsoptionen.

    Das Beispiel Nordkorea funktioniert doch. Würden die USA wirklich angreifen, was in Verbindung mit Südkorea geschehen würde, fiele die Atombombe auf das südliche Nachbarland.

    • Alien sagt:

      “Würden die USA wirklich angreifen, was in Verbindung mit Südkorea geschehen würde, fiele die Atombombe auf das südliche Nachbarland.”

      Genau das meine ich doch. Die USA haben Atomwaffen, die schrecken aber Nordkorea nicht davon ab.

  3. Mir ist nicht bekannt, dass Nordkorea wirklich einen nuklearen Krieg angezettelt hätte.

    • Alien sagt:

      Ich glaube wir reden aneinander vorbei.

      „Würden die USA wirklich angreifen, was in Verbindung mit Südkorea geschehen würde, fiele die Atombombe auf das südliche Nachbarland.“

      Wenn Atomwaffen eine abschreckende Wirkung hätten, dürfte Nordkorea doch eben keine Atombombe auf Südkorea fallen lassen, weil es von US-Atomwaffen abgeschreckt wäre. Oder wo ist jetzt mein Logik-Fehler. Wir können auch Staat A und Staat B nehmen, das Prinzip bleibt das gleiche.

  4. Atomwaffen sind leider ein Machtfaktor. Es wäre zwar sehr gut, wenn alle darauf verzichten würden (auch im Fall Biowaffen, chemische Waffen usw.) aber es wäre naiv zu glauben, alle machen mit.

    Wenn es denn so kommen sollte, dann müsste es zuerst von den heute mächtigen Nationen ausgehen. Länder wie die USA, Frankreich, Russland usw. müssten den Anfang machen und hoffen, Indien, Pakistan, Nordkorea etc. nutzen die Lage nicht aus.

    Es wären sicherlich jahrzehntelange Verhandlungen notwendig, um überhaupt einen Anfang zu finden.

    • Alien sagt:

      Das ist wohl der Grund, warum es noch nicht abgebaut wurde. Aber wenn wir Atomwaffen abbauen würden, gäbe es immer noch Militär. Und seit 1945 war es nicht nötig (1945 war es auch nicht nötig), Atomwaffen einzusetzen. Andere militärische Mittel waren „ausreichend“. Nehmen wir doch mal konkret das Beispiel, Nord-Korea hätte als einziges Land noch Atomwaffen, alle anderen hätten freiwillig abgebaut. Glaubst du, Nordkorea hätte als Aggressor eine Chance gegen die NATO?

  5. Tourix sagt:

    Wie hier schon ausreichend erwähnt wurde, geht es dabei nur um Macht.
    Siehe Kalter krieg USA vs. Sowjetunion.
    Ätschbätsch, wir ham ein A-Bömbchen mehr als ihr …

  6. General-Investigation sagt:

    Letztendlich ist es völlig egal, wie viele Atomwaffen welches Land hat. Was hier völlig ausser acht gelassen wird ist, das Atomwaffen nicht gleich Bomben sein müssen, wie wir sie aus Hiroshima und Nagasaki kennen, sondern es gibt Munition z.B. für Artillerie mit Atomsprengkopf, die aber nach und nach abgerüstet wurde und nur noch wenig davon in den Depots vorrätig ist.
    Eben genau diese zählt wie auch jede Bombe zu den Atomwaffen.
    Zudem gibt es den Atomwaffensperrvertrag, der schon zu einer Menge Abrüstung von Atomwaffen beigetragen hat.
    Der Nichtverbreitungsvertrag, auch Atomwaffensperrvertrag (NVV) genannt, trat 1970 in Kraft. Damit wurde festgeschrieben: Kein anderes Land außer China, Frankreich, Großbritannien, der UdSSR und den USA darf legal Atomwaffen entwickeln oder erwerben.Israel, Indien, Pakistan und Nordkorea besitzen Atomwaffen und sind nicht Mitglieder des NVV. Inzwischen gibt es 189 Vertragsstaaten. Sie bekommen im Gegenzug atomare Materialien, wissenschaftliches Know-how und Technologien zur Nutzung der Atomenergie für zivile Zwecke zur Verfügung gestellt. Der Vertrag enthält auch die Verpflichtung, alle Atomwaffen „in redlicher Absicht“ abzurüsten. Dieses Abrüsten ist tatsächlich erfolgt, tausendfach. Nur hat der Atomwaffensperrvertrag einen winzigen Haken, der ihn schon fast wieder überflüssig werden läßt, denn es geht bei der Abrüstung um Stückzahlen und beinhaltet dabei kein verbot der Modifikation der vorhandenen A-Waffen.

    Und was den Einsatz von Atomwaffen anbelangt müssen wir uns heute im Grunde keine Sorgen machen, denn mittlerweile haben sich Kriege so entwickelt, das Land eingenommen werden soll, um sich wirtschaftliche Vorteile zu sichern: Öl, Wasser, Mineralien usw.; man kann also keine Atomwaffen einsetzen, denn dann wäre das Land ewig lange nicht nutzbar, nicht einmal betreten können wir es.

    „Wir leben aber in demokratischen Ländern, die selbst in Kriegen die Devise verfolgen, möglichst wenige Zivilisten zu töten.“

    Nein! Je jünger der stattfindende Krieg ist, desto mehr zivile Tote gibt es – Prüfen Sie, wie viele zivile Tote es im Ersten WK gab, im Zweiten WK, Vietnam, Korea usw.
    Wikipedia sagt: „Der Erste Weltkrieg forderte fast zehn Millionen Todesopfer und etwa 20 Millionen Verwundete unter den Soldaten. Die Anzahl der zivilen Opfer wird auf weitere sieben Millionen geschätzt.“ Die zivilen Opfer aller beteiligten Kriegsparteien sind zusammengefasst worden- wobei 36 Staaten am Krieg beteiligt waren!. Was im übrigen den 1. Weltkrieg anbelangt, gibt es dort ein interessantes Kriegsziel, das damals schon einmal formuliert wurde:

    >> Eine wirtschaftliche Einheit Mitteleuropas unter deutscher Führung.<<

    Dieser Krieg hatte bis auf wenige Ausnahmen Militärische Ziele im Visier, der zweite Weltkrieg hatte schon deutlich zivile Ziele bei Luftangriffen im Auge – siehe Dezember 1943; Leipzig.
    Im weiteren haben wir in Deutschland 3 800 000 zivile Tote gehabt.
    Im Vergleich dazu: England 60 000 Zivilisten, Frankreich 350 000 Zivilisten.
    Vietnam: 4 000 000 zivile Opfer, im Gegensatz dazu hat die Amerikanische Streitmacht zusammen mit ihren Verbündeten lediglich 58 193 Soldaten verloren.
    Korea: 3 000 000 zivile Opfer innerhalb von 3 Jahren.

    Auch wenn es jetzt etwas abweicht, möchte ich hinzufügen – weil es Zivilisten betrifft – sich die USA nicht an die Genfer Konventionen hält und sie nicht anerkennt. Das sollte man unbedingt wissen

    Zitat:

    "Die laut den USA für die Anschläge auf das World Trade Center in New York verantwortlichen al-Qaida- und Taliban-Kämpfer aus Afghanistan werden nach ihrer Gefangennahme auf Guantanamo Bay (Kuba) gebracht. Die Gefangenen gehören der von OSAMA BIN LADEN angeführten Terrororganisation al-Qaida oder der ehemaligen afghanischen Taliban-Regierung an. Die USA betrachten die Häftlinge als “illegale Kämpfer” (unlawful combatant) und nicht als Kriegsgefangene. Damit verwehren sie ihnen die nach dem Genfer Abkommen von 1949 festgelegten Rechte. Im Genfer Abkommen existiert der Begriff “illegale oder unrechtmäßige Kämpfer nicht”.

    Es ist also nicht weiter verwunderlich, das andere Länder sich mit einer Abschreckungswaffe ausstatten wollen, die möglichst mit Langstreckenraketen jedes Zeil erreichen können – eben auch und insbesondere die USA.
    Einen letzten Nachsatz möchte ich noch bringen, denn die Atomwaffen als solche könnten unter Umständen auch anders eingesetzt werden als man es sich im ersten Moment überlegt. Eine Zündung weit oben in der Stratosphäre würde einen EMP auslösen, der das getroffene Land in die Steinzeit zurückversetzen würde.
    Jegliche Kommunikation, jegliche Elektrik und Elektronik wäre zerstört. Keine Produktion würde mehr funktionieren, die Wasserversorgung würde nicht mehr existieren.

    Das ist der gefährliche Aspekt bei den Atomwaffen, denn würde man lediglich ein Land mit Gebäuden und Menschen dem Erdboden gleich machen wollen, würden keine A- sondern H-Bomben zum Einsatz kommen. Eine A-Bombe hat eine Grenze in der Sprengkraft, eine H-Bombe kann immer weiter in der Sprengkraft erhöht werden.
    1961 wurde die sogenannte ZAR-Bombe von der Sowjetunion gezündet (Test) die eine Sprengkraft zwischen 50 – 60 Megatonnen hatte. Im Vergleich dazu die A-Bombe von Hiroschima: gerade mal 13 Kilotonnen.
    Ginge es übrigens nur um die Vernichtung von mensch und Material, würde es vollkommen ausreichen, wenn man jedem die Munition nur auf den Kopf schmeißt, denn schon 1970 hatten wir Weltweit so viel Munition jeglicher Art, das pro Kopf gut 2 Tonnen abbekommen hätte!

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