Leistungsgerechte Bezahlung

Was soll das sein?

Mit Ausnahme des physikalischen Begriffs Leistung (Arbeit pro Zeit) ist Leistung in den verschiedenen Berufen kaum zu definieren.

In wenigen Berufen mag es möglich sein, verschiedene Arbeiter zu vergleichen. Jemand der am Tag 50 Teile zusammenbaut, leistet mehr, als jemand, der nur 20 von den gleichen Teilen am Tag zusammenbaut.

Gehen wir mal ins Büro wird die Sache schon annähernd unmöglich, Leistung zu messen und zu vergleichen. Wissenschaftliche Forscher leisten sicher auch etwas, aber wie soll man das vergleichen? Die Anzahl der Publikationen ist ein schlechter Indikator, da die Qualität schließlich auch eine Rolle spielt. Und diese zu beurteilen und in Bezug zu anderen zu setzen ist ebenfalls schwierig.

Noch schwieriger ist es verschiedene Berufe zu vergleichen. Theoretisch sollte es doch so sein: Wer mehr leistet bekommt mehr Gehalt. Na dann schauen wir mal nach:

VW-Chef Martin Winterkorn erhält 2011 ca. 17.500.000 Euro (bei einem Grundgehalt von 1.886.000 Euro).

Josef Ackermann erhält 2009 ca. 9.600.000 Euro (bei einem Grundgehalt von 1.300.000 Euro).

Ein Oberstudiendirektor erhält zwischen 60.000 Euro und 75.000 Euro im Jahr.

Ein Arzt in der höchsten Gehaltsklasse E15 im öffentlichen Dienst erhält zwischen 45.000 und 65.000 Euro im Jahr.

Ein Müllfahrer erhält tariflich 11 Euro pro Stunde (hochgerechnet: ca. 20.000 Euro im Jahr), tatsächlich zum Teil nur 4,50 Euro pro Stunde (hochgerechnet ca. 8300 Euro im Jahr).

Die unteren drei genannten bekommen in der Regel keine „Leistungszulagen“. Die Boni der oberen Beiden sprechen Bände.

Geht man nur vom Grundgehalt aus ist also die Arbeit eines Herrn Ackermann 65 mal soviel Wert, wie die Arbeit des tariflich entlohnten Müllmanns. Die des VW-Chefs sogar fast 95 mal soviel. Vergleicht man nun das tatsächliche Müllfahrergehalt mit dem tatsächlichen Gehältern, ist die Arbeit des Herrn Ackermann mehr als 1150 mal soviel Wert, wie die des Müllfahrers und Herr Winterkorn verdient sogar mehr als das 2100-fache.

Der Müllmann kann also unmöglich jemals so viel leisten.

Man könnte jetzt zwar mit der Wichtigkeit der Berufe argumentieren. Aber ich nehme an ohne Müllmann und ohne Arzt säßen wir ziemlich in der Tinte. Es sind also durchaus wichtige Berufe. Ob jetzt ein VW-Chef 2000 mal wichtiger ist, …

Ab nach Utopia

Gehen wir mal in eine Welt, in der leistungsgerecht bezahlt wird. Wer 40 Stunden in einem bestimmten Beruf arbeitet, erhält doppelt so viel, wie jemand der 20 Stunden im selben Beruf arbeitet. Die Wertigkeiten der Berufe sind ebenfalls so umgerechnet, dass jeder das erhält, was er verdient.

In einem stark vereinfachten Beispiel erhält der Arzt, der jahrelang studiert hat, nun 10.000 Euro im Monat, während der angelernte Hilfsarbeiter nur 1.000 Euro im Monat verdient. (Das ist nur ein Beispiel, ob das gerecht ist, ist erstmal egal.)

Jetzt ist es doch aber so, dass nicht jeder von Natur aus die gleichen geistigen Potentiale erhält. Jeder Mensch besitzt genetisch ein Intelligenzpotential in einem bestimmten Bereich. Jemand, der von Natur aus mit einem IQ-Bereich von 50-80 gesegnet ist (das sind fiktive Zahlen), kann also durch eigene Leistung einen IQ von 80 erreichen. Er leistet damit sozusagen 100 %. Er wird es aber dennoch nicht schaffen zu studieren und einen gut bezahlten Job zu bekommen. Jemand der von Natur aus mit einem IQ-Bereich von 140-170 ausgestattet ist, kann also durch eigene Leistung einen IQ von 170 erreichen. Die 140, die er hat, wenn er nichts leistet (0 %), genügen allerdings um ein Studium mit Leichtigkeit abzuschließen und ein gut bezahlten Beruf zu bekommen.

Worauf ich hinaus will: Auch wenn jeder das erhält, was er geleistet hat, ist das noch lange nicht unbedingt gerecht, da nicht jeder die gleiche LeistungsFÄHIGKEIT hat.

Lange Rede, kurzer Sinn: Auch wenn manche Gehälter sicher ungerecht sind, so ist eine gerechte Bezahlung dennoch nahezu unmöglich. Aus diesem Grund sollte man Menschen nicht mit Hungerlöhnen abspeisen, sondern anständig bezahlen.

Oder was meint Ihr?

Machts gut!

Euer Alien

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Ein Kommentar zu “Leistungsgerechte Bezahlung

  1. […] Burnout-Gesellschaft hat sich den Preis für herausragende Leistungen im Leistungs-Leisten redlich […]

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