Das Glück ein Deutscher zu sein!

Ich habe ohne große Schwierigkeiten mein Abitur gemacht. Das Studium war dann die Zeit, wo ich deutlich merkte, dass ich nicht zu den Superreichen gehöre. 300 Euro von den Eltern, kein BaFöG, und dann mitten im Studium die Einführung von Studiengebühren. Mit vielen Stunden Arbeit die Woche über Wasser gehalten, und dennoch in kürzester Zeit meinen Abschluss gemacht. Jetzt verdiene ich ganz ordentlich. Ich kann stolz auf mich sein mich hochgearbeitet zu haben. Mein jetziger Lebensstandard ist die Frucht meiner harten Arbeit.

Wirklich?

Angenommen ich wäre nicht in einer deutschen Kleinstadt geboren, sondern in einer Kleinstadt in Burundi. Wenn ich das große Glück gehabt hätte, nicht in den ersten Lebensjahren an Aids zu sterben, mir der Hunger nicht den Verstand geraubt hätte, hätte ich sicher der Schulpflicht von 6-12 Jahren folgen können. Wenn ich also das Glück gehabt hätte, zu den 45 % Nicht-Analphabeten zu gehören, hätte ich dann sicherlich im Bürgerkrieg meine glücklicherweise noch nicht an Aids gestorbene Familie verteidigen können. Und sicher hätte ich bis zu meinem 50. Lebensjahr ein erfülltes (nur von wenigen Jahrzehnten des Hungerns unterbrochenes) Leben geführt.

Mit der gleichen Leistung, die ich hier in Deutschland erbracht habe, wäre ich dort vermutlich schon lange verhungert. Viele der Stammtischproleten, die von sozialschmarotzenden Wirtschaftsflüchtlingen schwadronieren, wohl auch. Diese glauben sicher auch, dass es ihnen aufgrund eigener Leistung so gut geht. Dass dies aber eben nicht mal die halbe Wahrheit ist, verstehen sie einfach nicht, oder wollen es nicht verstehen.

Deshalb: Ich bin froh, dass ich in Deutschland geboren wurde. Aber stolz kann ich kaum darauf sein, denn das war nun wirklich nicht meine Entscheidung. Ich wurde hier hineingeboren so wie die Kinder in Burundi in ihre Welt geboren werden. Sie sind nicht schlechter oder besser als wir. Sie hatten einfach nur mehr Pech.

Meine Folgerung: Weg mit den Staatsgrenzen und den Nationalstaaten, her mit der demokratisch legitimierten Weltregierung.

Oder was meint Ihr?

Machts gut!

Euer Alien

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5 Kommentare zu “Das Glück ein Deutscher zu sein!

  1. […] abgesehen, dass ich von Staatsgrenzen und Grenzkontrollen eh nichts halte (vgl. mein früherer Artikel: warum gibt es so etwas wie Aufenthaltsrecht, bzw. die Versagung dessen? So lange ich nichts […]

  2. […] 1. April 2012 In einem früheren Artikel habe ich beschrieben, warum ich Staatsgrenzen nicht ausstehen kann. Es gibt ja immer wieder […]

  3. erikschueler sagt:

    Einfach nur klasse deine kurzen, aber dennoch interessanten Beiträge zu lesen.

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