Kritik der reinen Vernunft

“Lasst uns doch vernünftig sein, dann wird alles gut.”

“Jeder vernünftig denkende Mensch müsste zu folgendem Ergebnis kommen.”

Ist das so? Nein. Warum? Weil jeder noch so rational denkende Mensch irrationale Ursprünge hat, weil jede rationale Argumentation auf einer irrationalen (oder besser arationalen) Grundannahme (Dogma) beruht, ja beruhen muss (vgl. Münchhausens Trilemma).

Wie begründe ich meine ethischen Schlussfolgerungen, etwa ob Verbote legitim sind? Mit einem nicht-rationalem Anfangspunkt, mein moralischer Kompass. Kurz zusammengefasst: Ich behaupte, jeder Mensch darf tun und lassen was immer er gerade will, so lange er damit niemandem schadet. Das ist mein Grundpfeiler, auf dessen Grundlage ich argumentieren und begründen kann. Aber ich kann dieses Fundament selbst nicht begründen, jedenfalls nicht abschließend. Irgendwo müsste ich den Schlusspunkt setzen. Und ich setze ihn dort. Das ist nicht rational. Aber anders ist es nun mal nicht möglich. Der Ursprungspunkt einer jeden vernünftigen Begründungskette ist etwas Nicht-Vernünftiges.

Jede Diskussion über Ethik und Moral, bei der beide Diskutanten einen unterschiedlichen Grundpfeiler haben, kann nicht zu einem Konsens führen – vollkommen gleichgültig wie vernünftig die Diskussion geführt wird. Der moralische Kompass ist der Vernunft nicht zugänglich, er ist emotional. Eine verhältnismäßig gute Diskussion würde zu dem Schluss kommen, dass man sich aufgrund unterschiedlicher Grundannahmen nicht einigen kann. Mehr ist nicht drin. Die emotionalen Grundannahmen des Gegenübers eignen sich nicht für Diskussionen. Diese sind ähnlich sinnvoll, wie der Streit ob Oliven gut schmecken oder nicht.

Fazit: Ich plädiere dafür, Vernunft als Werkzeug zu verwenden. Nicht mehr und nicht weniger. Vernunft zu überhöhen macht keinen Sinn. Wäre man nur vernünftig, wäre man Nihilist und würde schlicht auf den Tod warten. Emotionen sind unser Lebenselixir. Emotionen machen moralische Entscheidungen erst notwendig und auch erst möglich. Vernunft und Emotion sind ein gutes Team und sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Mit emotionalen Grüßen von der Vernunft

Euer Alien

Wann ist ein Deutscher ein Deutscher?

Offenbar ist man nicht unbedingt Deutscher, wenn man in Deutschland geboren und aufgewachsen ist. Für menschenverachtende Behörden ist man dennoch ein Ausländer und wird in sein “Heimatland” (das man nicht kennt) zwangsdeportiert:

http://www.proasyl.de/de/news/detail/news/ich_war_ein_kind_ein_kind_verdammt/

Bitte streicht den Artikel 1 aus dem Grundgesetz, wenn ihr so weiter machen wollt. Ihr macht euch ja lächerlich. Was hat DAS noch mit Würde zu tun?

Gandhi, der Erpresser

Die erneute “Diskussion” um die hungerstreikenden Flüchtlinge in München offenbart so viel Dummheit, Zynismus, Menschenverachtung, moralischer Verwahrlosung und noch so manches mehr. Es tut förmlich körperlich weh, “Nachrichten” zu lesen. Journalisten, Politiker, Blogger und Co. haben selten so viel Dünnpfiff abgeliefert, wie bei diesem Thema. Deshalb hier mal ein paar Klarstellungen:

(1)

NEIN, Hungerstreik ist KEINE Erpressung. Welcher Vollseehofer hat sich diesen Begriff in diesem Zusammenhang ausgedacht? Juristisch ist es selbstverständlich keine, sonst würden die Flüchtlinge angeklagt werden. Aber auch moralisch und praktisch gesehen ist es ein ungeheurer Blödsinn von Erpressung oder Nötigung zu reden. Wie ist denn die Situation? Manche Flüchtlinge werden vor die “Wahl” gestellt, freiwillig in ihr Heimatland zurückzukehren, oder zwangsweise dorthin deportiert zu werden. Damit haben sie die Wahl in ihrem Heimatland zu sterben (ermordet) oder in Deutschland (Suizid, Hungerstreik). Diese “Wahl” ist Nötigung. Nun “entscheiden” sie sich für die zweite Option und prompt sind sie die Bösen, weil sie eine Alternative anstreben, in der sie in Frieden leben dürfen.

Laut StGB ist ein Erpresser/Nötiger

wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt.

Gewalt haben die Flüchtlinge offenbar nicht angewendet. Mit welchem empfindlichen Übel sollen sie denn gedroht haben? Dass sie sterben? Wenn das ein empfindliches Übel für unsere mörderische Staatsregierung wäre, würden sie niemanden z.B. nach Afghanistan deportieren. Damit ist also nicht der Tod der Flüchtlinge das Übel, sondern nur der Ort des Todes – aber nur gepaart mit der medialen Aufmerksamkeit. Die ganzen Flüchtlinge, die sich in den Lagern suizidiert haben, interessiert unsere Verbrecher-Regierung nicht. Nur vor Märtyrern haben sie Angst, die ihnen ihre pseudo-christliche Maske von ihren hässlichen Fratzen reißen – und damit womöglich ihre Wiederwahlchancen verringern.

Weiterhin stellt sich die Frage, wenn Hungerstreik Erpressung sein soll, ob Gandhi ein Erpresser war, oder die Insassen von Guantanamo, die die armen Folterknechte mit ihrem Hungerstreik erpressen und aus reiner Nächstenliebe zwangsernährt werden.

(2)

Es gibt keine Pflicht zu Leben. Nur ein Recht dazu. Ich darf also niemanden umbringen, habe aber ebenso wenig das Recht jemanden am Sterben zu hindern, der dies unbedingt aus freien Stücken will. Dass das die bayerische Staatsregierung anders sieht, verwundert nicht, ist es doch der pseudo-christliche Moralkompass, der immer nur dann greift, wenn es darum geht, sich in das Leben (und Sterben) anderer einzumischen. Die Begründung für den radikalen Polizeieinsatz, es seien Menschenleben in Gefahr ist lächerlich. Erstens weil das deren Entscheidung ist, und zweitens, wie oben erwähnt, weil sie das Leben der Flüchtlinge überhaupt nicht interessiert (siehe 10.000 Abschiebungen im Jahr). Würde man sich also wirklich für das Leben interessieren, würde man sie schlicht und ergreifend NICHT ABSCHIEBEN.

(3)

Manche korrekte Staatsbürger sind auch der Meinung, eine “Erpressung” durch Hungerstreik kann nicht angehen. Es muss über die Parlamente, Behörden etc. laufen. Schön, nur tun die nichts (gutes). Wenn diese staatlichen Organe im Sinne der Mehrheit handeln, ist der Hungerstreik sogar mehr als sinnvoll. Der Hungerstreik ist eine der wenigen Möglichkeiten, die Minderheiten gegen besch…ene Mehrheiten haben. Was sollen denn machtlose Menschen tun, wenn sie von einer übermächtigen Staatsmacht zerstört werden? Welche Alternativen haben sie denn wirklich? Eben!

(4)

“Die Hungerstreiker sind ja so undankbar.” Wenn dich ein Entführer nicht verhungern lässt, bist du ihm dann dankbar dafür? Also lasst mal die Kirche im Dorf. Jemandem, der dir ständig droht, dich mit Gewalt in eine tödliche Region zu deportieren, musst du nicht dankbar sein. Das ist völlig ok.

Euer Alien

Texas will psychisch schwer Kranken hinrichten…

Alien:

Wer ist hier der Verbrecher?

Ursprünglich veröffentlicht auf Lancelot Armstrong Blog:

Scott Panetti

Scott Panetti soll am 3. Dezember sterben

Scott Panetti war mehrfach im Krankenhaus wegen seiner Schizophrenie, in den Jahren 1981 bis 1992. Als sich seine Frau von ihm trennte und mit der gemeinsamen dreijährigen Tochter zu den Eltern ging, um dort zu leben, rasierte er sich den Kopf kahl und zog eine Militäruniform an. Dann fuhr er zu den Eltern und erschoss diese.

Noch am gleichen Tag zog er einen Anzug an und stellte sich der Polizei. Bei seiner Aussage erklärte er, er wäre von “Sarge” (einer akustischen Halluzination) gesteuert worden, als er die Eltern tötete und eine göttliche Eingebung ihm sagte, dass die Opfer nicht leiden dürften. Als er das Haus verließ  hätten ihn Dämonen ausgelacht.

Panetti als Cowboy im Gerichtssaal
Obwohl sein Anwalt mitteilte, dass eine Kommunikation mit Penetti kaum möglich war, aufgrund seiner Halluzinationen, wurde Panetti 1995 der Prozess gemacht und zwar ohne einen Rechtsbeistand…

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Privates Staatsunternehmen von privaten Staatsdienern lahmgelegt

Mimimi, die bösen Lokführer streiken einfach. Dabei haben die doch so eine hohe Verantwortung. Die ganze Gesellschaft bricht zusammen, wenn die nicht fahren. Sie halten den Staat am Fahren. Aber Verbeamtung ist ja so teuer. Dann lieber eine Arschlochgesellschaft (AG) gründen und sich dann wundern, dass diese bösen Lokführer auch mitreden wollen.

Verkehrte Welt: Die lieben Arbeitgeber wollen die Lokführer ja mit Geld und Freizeit nur so überschütten, aber der Satan GDL-Chef  Weselsky kriegt den Hals nicht voll. Der will doch TATSÄCHLICH seine Mitglieder vertreten – und zwar alle und nicht nur die Lokführer – dieser raffgierige Egoist. Und das darf ja nicht sein, dass Leute für die gleiche Arbeit verschieden viel Geld bekommen, nur weil sie in einer anderen Gewerkschaft sind. Das zerstört ja den “sozialen Frieden” – so der Bahn-Vorstand. Das ist sicher DER Grund für die Blockadehaltung des Vorstandes, und nicht etwa der, dass sich dann eben mehr Zugbegleiter und weiteres Bahnpersonal der GDL anschließen, und dies der DB teuer zu stehen kommen würde.

Auf der anderen Seite labern Arbeitgeberverbände was von Solidarität. Die Lokführer dürfen doch nicht einfach die Gesellschaft kaputt-verlangsamen. Gleichzeitig erzählen uns die Arbeitgeber, dass trotz Bahnstreik alle Arbeitnehmer verpflichtet sind zur Arbeit zu kommen, da ihnen sonst der Lohn gekürzt wird. Boah, das ist echte Solidarität – ihr Arschnasen.

“Bahnreisende verärgert über GDL”. Klar, dass dem nächstliegenden die Schuld gegeben wird, und nicht den Verursachern an der Spitze. Was haben Kohl und CO. seit 20 Jahren gemacht: Die Bahn ist wichtig, um alles am Laufen zu halten? Privatisieren. Jeder braucht heutzutage Strom und ist ohne ziemlich verratzt? Privatisieren. Wasser? Solche Luxusgüter sollten auch möglichst viel Profit für möglichst wenige abwerfen. Etc.

Angeblich soll das ja für alle was bringen, wegen des WETTBEWERBS! Wettbewerb ist schön. Immer werden die strahlenden Gewinner gezeigt und bejubelt. Was vergessen wird: Keiner interessiert sich für die Verlierer, die jeder Wettbewerb mit sich bringt. Wenn ich bei einem Sportwettkampf verliere, ist das egal. Wenn ich im Wettbewerb des Lebens verliere, nicht.

Unsere Burnout-Gesellschaft hat sich den Preis für herausragende Leistungen im Leistungs-Leisten redlich verdient.

Ich überlege gerade, ob ich diese Gedankenschnipsel hier als 400. Post veröffentlichen soll, aber da ich ja offenbar eine sehr unpopuläre Meinung vertrete, könnte es vielleicht schöne Diskussionen geben, deshalb drücke ich jetzt Publizieren.